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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Papua-Neuguinea
Asien - PazifikAls ehemalige britische Kolonie und australisches Protektorat erlangte Papua-Neuguinea 1975 seine Unabhängigkeit. Der Mediensektor ist relativ schwach entwickelt und hat Mühe, die vielsprachige Bevölkerung zu informieren – die 11,8 Millionen Einwohner*innen sprechen mindestens 840 indigene Sprachen, mehr als 80 Prozent lebt in ländlichen Gebieten.
MEDIEN
Englisch ist die Hauptsprache der Medien, aber auch Tok Pisin und Hiri Motu sind stark vertreten. Die beiden Tageszeitungen des Landes befinden sich in ausländischem Besitz: The National gehört dem malaysischen multinationalen Holzkonzern Rimbunan Hijau und The Post-Courier gehört News Corp, dem weitverzweigten Medienkonzern unter der Leitung des australisch-amerikanischen Milliardärs Rupert Murdoch und lokaler Investoren. EMTV News ist einer der wenigen führenden Fernsehsender, der investigativen Journalismus fördert. Zu den unabhängigen Publikationen gehören der Sunday Bulletin, der Sunday Chronicle und das Online-Start-up Inside PNG, das 2022 von ehemaligen EMTV-Journalist*innenen gegründet wurde. Die Australian Broadcasting Corporation (ABC) ist die einzige ausländische Nachrichtenorganisation, die über eine permanente Redaktion in der Hauptstadt Port Moresby verfügt.
POLITIK
Die Ablösung Peter O'Neills als Premierminister durch James Marape im Mai 2019 wurde als ermutigendes Zeichen für die Unabhängigkeit der Medien wahrgenommen. Leider wurde diese Hoffnung schon im April 2020 enttäuscht, als der Polizeiminister zwei Reporter wegen angeblich irreführender Berichterstattung über die Covid-19-Pandemie verbal angriff und öffentlich deren Entlassung forderte. Nach den von Unregelmäßigkeiten überschatteten Wahlen im Juli 2022 wiedergewählt, hat die Regierung von James Marape wiederholt Journalist*innen angegriffen, die in ihren Augen zu kritisch waren. Im Januar 2024 wurde in der Hauptstadt Port Moresby nach Protesten von Polizist*innen und Gefängniswärter*innen ein 14-tägiger Ausnahmezustand verhängt. Die Krise belastete die Beziehungen zwischen der Regierung und den Nachrichtenmedien. Der Kommunikationsminister drohte mit einer zehntägigen Sperrung von Social-Media-Plattformen.
GESETZE
Papua-Neuguinea bietet ein relativ schützendes gesetzliches Umfeld für die Pressefreiheit, doch wirft die Unabhängigkeit der Medien regelmäßig Fragen auf. Da es kein Informationsfreiheitsgesetz gibt, haben Journalist*innen keinen Zugang zu offiziellen Dokumenten. Für Medienschaffende ist es nach wie vor schwierig, frei über die Unabhängigkeitsbewegung in der östlichen autonomen Region Bougainville zu berichten.
WITSCHAFT
Medienschaffende sind von den Interessen der Medieneigentümer*innen abhängig, die vor allem kommerzielle und finanzielle Beweggründe haben. Die Nähe zwischen Eigentümer*innen und Politiker*innen erschwert zudem die Berichterstattung über bestimmte Fälle. Generell hat die mangelnde Bereitstellung von Ressourcen für den investigativen Journalismus in Redaktionen dazu geführt, dass der „Copy-and-Paste“-Journalismus gefördert wurde.
GESELLSCHAFT
Der Einfluss des Christentums, zu dem sich 96 Prozent der Bevölkerung bekennen, verhindert, dass bestimmte Themen in der Öffentlichkeit debattiert werden, darunter das Recht auf Abtreibung oder die Frage des Missbrauchs von Kindern durch Geistliche. Angesichts dieser Hindernisse entwickeln sich die sozialen Medien rasant. Die unzureichende Regulierung von Plattformen wie dem äußerst beliebten Facebook hat jedoch zur Einrichtung zahlreicher stark politisierter Konten geführt, deren Tätigkeit hauptsächlich darin besteht, Falschinformationen zu verbreiten und die Arbeit unabhängiger Reporter*innen anzugreifen.
SICHERHEIT
Medienschaffende sind mit Einschüchterungen, Drohungen, Zensur, Klagen und Bestechungsversuchen konfrontiert, was ihren Beruf gefährlich macht. Direkte Einmischung bedroht oft die redaktionelle Freiheit führender Medien. Dies zeigte sich etwa bei EMTV im Februar 2022. Die gesamte Nachrichtenredaktion wurde entlassen, nachdem diese aus Protest gegen die Entscheidung, Nachrichtenchefin Sincha Dimara zu suspendieren, den Arbeitsplatz verlassen hatte. Hintergrund waren kritische Recherchen über einen Minister.
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