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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Vereinigtes Königreich
Europa - ZentralasienAngriffe auf iranische Exiljournalist*innen, Einschüchterungsklagen gegen Medien, Stellenabbau und schwindendes Vertrauen in die Medien prägen die Lage der Pressefreiheit im Vereinigten Königreich.
MEDIEN
Der Pluralismus der britischen Medienlandschaft ist chronisch gefährdet. Drei Unternehmen – News UK, Daily Mail and General Trust und Reach – beherrschen den nationalen Zeitungsmarkt, sodass Macht und Einfluss in den Händen einiger Weniger konzentriert sind. Die öffentlich-rechtliche BBC steht seit Jahren unter Druck, und die Diskussion um die Zukunft ihrer Finanzierung ist hoch politisiert. Zudem wird über den Einfluss ausländischer Eigentümer auf britische Medien diskutiert.
POLITIK
Trotz Beteuerungen der Regierung, Pressefreiheit sei ein zentrales Anliegen, hat sich das politische Klima verschärft. Die illegale Überwachung von Journalist*innen, fehlender Rückhalt für inhaftierte britische Medienschaffende im Ausland und die Befragung von Reporter*innen bei der Einreise unter Antiterrorgesetzen zeigen bedenkliche Tendenzen. Die überfällige Freilassung von Julian Assange im Jahr 2024 war zwar ein Fortschritt, doch die abschreckende Wirkung seiner fünfjährigen Haft bleibt spürbar.
GESETZE
Nach dem Regierungswechsel ist der Kampf gegen missbräuchliche Einschüchterungsklagen (SLAPPs) ins Stocken geraten. Zwar wurde 2024 ein Gesetz verabschiedet, das solche Klagen im Zusammenhang mit Wirtschaftskriminalität einschränkt – doch ein umfassendes Anti-SLAPP-Gesetz fehlt weiterhin.
WIRTSCHAFT
Die Budgetkürzungen in den Redaktionen und die finanziellen Einbußen durch die Pandemie haben dazu geführt, dass viele Medien ihre Büros schließen oder die Zahl ihrer Mitarbeitenden drastisch reduzieren mussten. Aufgrund der hohen Kosten und der Gefahr von Verleumdungsklagen sind viele unabhängige Medien und Medienschaffende nicht mehr in der Lage, zu bestimmten Themen zu recherchieren. Zur Finanzierung von Rechtsbeiständen greifen sie verstärkt auf Crowdfunding zurück. Eine positive Entwicklung der vergangenen Jahre sind Initiativen zur Förderung lokaler Berichterstattung.
GESELLSCHAFT
Die Journalist*innen können in Großbritannien weitgehend ohne kulturelle Einschränkungen arbeiten. Doch die politische Polarisierung setzt sie zunehmend Einschüchterungen aus – insbesondere online. Die von sozialen Netzwerken befeuerten Unruhen im Jahr 2024 führten zu einem besorgniserregenden Anstieg von Angriffen auf Journalist*innen. In Nordirland sind Reporter*innen weiterhin Bedrohungen durch paramilitärische Gruppen und das organisierte Verbrechen ausgesetzt. Die Morde an Martin O’Hagan (2001) und Lyra McKee (2019) sind bis heute nicht vollständig aufgeklärt.
SICHERHEIT
Die Schwere transnationaler Bedrohungen für exilierte Reporter*innen – insbesondere aus dem Iran – wurde 2024 durch die Messerattacke auf einen Reporter von Iran International in London auf dramatische Weise sichtbar. Anlass zur Sorge geben auch der Anstieg geschlechtsspezifischer Online-Angriffe sowie die Gefährdung von Journalist*innen bei der Berichterstattung über Ausschreitungen. Der 2021 veröffentlichte nationale Aktionsplan zum Schutz von Medienschaffenden war ein wichtiger Schritt, seine Umsetzung wird jedoch durch die Folgen der Pandemie und politische Instabilität verzögert.
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Aktuelles
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„Die Lage der Pressefreiheit ist weltweit alarmierend“, so das Fazit von Reporter ohne Grenzen (ROG) zu dem heute erscheinenden Jahresbericht der Organisation. „Erschreckend viele Journalisten und...

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Bilanz 2004: Tödlichstes Jahr für Journalisten seit einem Jahrzehnt
Berlin/Paris, 5. Januar 2005. Im vergangenen Jahr sind mindestens 53 Journalistinnen und Journalisten während oder wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Dies sind die höchsten Zahlen seit 1995;...

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Dritte Rangliste zur Pressefreiheit weltweit
Mittlerer Osten und Ostasien schneiden am schlechtesten ab EU-Länder rangieren unter den ersten 40; Russland, Zentralasien und der Kaukasus hinken hinterher Die heute von Reporter ohne Grenzen (RoG)...

USA behandeln Journalisten ohne Visum wie Kriminelle
14 Journalisten mussten seit März 2003 bei der Einreise in die USA wieder umdrehen. Viele von ihnen wurden behandelt wie Kriminelle. Dies kritisiert Reporter ohne Grenzen scharf. Das Vergehen der...

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Schlusslichter Nordkorea und Kuba - Kritik auch an USA und Israel
Journalisten und Medien kämpfen überall auf der Welt mit politischen Schwierigkeiten. Unabhängige Presse ist häufig verboten und Vielfalt durch Medienkonzentration, staatliche Monopole oder Zensur...

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Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute zum ersten Mal einen Index zur weltweiten Situation der Pressefreiheit in 139 Staaten. Dabei zeigen sich überraschende Ergebnisse für die westlichen...

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Folgen des 11. September für die Pressefreiheit / Reporter ohne Grenzen kritisiert Anti-Terror-Gesetze in den USA und in Deutschland
Seit den Attentaten des 11. September haben zahlreiche LänderSicherheitsmassnahmen verabschiedet, die zu Verletzungen der Pressefreiheitgeführt haben oder noch führen könnten. Zusammen mit der...
