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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Slowakei
Europa - ZentralasienObwohl die Regierung von Premierminister Robert Fico gezielt ein feindseliges politisches Klima für Journalist*innen schafft, wird die Pressefreiheit weiterhin durch den rechtlichen Rahmen und die wirtschaftliche Tragfähigkeit der Medien gestützt. Der Auftraggeber des Mordes an Ján Kuciak und seiner Verlobten im Jahr 2018 ist bis heute nicht rechtskräftig verurteilt worden.
MEDIEN
Der wichtigste private Fernsehsender, TV Markíza, steht unter politischem Druck und einige Mitarbeitende haben die Redaktion verlassen, um eigene Publikationen zu eröffnen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk RTVS wurde abgeschafft und durch STVR ersetzt, dessen redaktionelle Linie die Regierung offen beeinflussen will. Nach dem Aufkauf der Zeitung Nový čas kontrolliert der Oligarchenkonzern Penta nun die zwei größten Boulevardblätter. Trotz der Herausforderungen hat das Land eine starke Tradition im investigativen Journalismus – sichtbar in mehreren Zeitungen und Onlineportalen.
POLITIK
Seit Robert Ficos Rückkehr 2023 geht die Regierungskoalition offen gegen regierungskritische Medien vor: Politiker*innen verweigern Interviews, attackieren Journalist*innen verbal und überziehen kritische Redaktionen mit Einschüchterungsklagen (SLAPPs). Der politische Ton ist konfrontativ, der medienfeindliche Diskurs hat zugenommen. Fico wird von RSF als Feind der Pressefreiheit bezeichnet – er regierte bereits, als der Journalist Ján Kuciak ermordet wurde.
GESETZE
Der gesetzliche Rahmen schützt grundsätzlich den Quellenschutz und garantiert Transparenz bei Medieneigentum und Finanzierung. Zudem haben Gerichte zuletzt mehrere Entscheidungen getroffen, welche die Pressefreiheit, das Recht auf Information und den Schutz von Whistleblower*innen stärken. Allerdings bleibt Verleumdung weiterhin strafbar – inklusive möglicher Haftstrafen. Der Zugang zu öffentlichen Informationen wurde eingeschränkt, die Unabhängigkeit öffentlich-rechtlicher Medien gezielt geschwächt. Vertreter*innen der Regierungskoalition haben missbräuchliche Klagen gegen Medien angestrengt – sogenannte SLAPPs. Darüber hinaus ist das STVR-Gesetz nicht mit dem European Media Freedom Act (EMFA) vereinbar.
WIRTSCHAFT
Ein kleiner Kreis von Oligarchen besitzt zahlreiche große Medienhäuser. Die Finanzierung des neuen staatlichen Rundfunks STVR ist anfällig für politische Einflussnahme. Gleichzeitig wachsen kleinere, unabhängige Redaktionen dank digitaler Abomodelle und ihrer treuen Leser*innenschaft. Die begrenzte Markgröße und die Dominanz globaler Plattformen erschweren jedoch die nachhaltige Finanzierung von Qualitätsjournalismus.
GESELLSCHAFT
Während ein Großteil der Gesellschaft konservativ geprägt ist, vertreten viele Medien liberale Werte – ein Spannungsfeld, das immer wieder zu Konflikten führt. Insgesamt genießt der Journalismus in der Öffentlichkeit kein besonders hohes Vertrauen. Ermutigt durch verbale Angriffe einzelner Politiker*innen haben Bürger*innen slowakische Journalist*innen beschimpft, bedroht und belästigt. Besonders häufig trag es Frauen. Polizeiliche Ermittlungen zu solchen Angriffen führten bislang zu sehr unterschiedlichen Ergebnissen.
SICHERHEIT
Der Mord an Investigativjournalist Jan Kuciak und seiner Verlobten Martina Kušnírová 2018 markierte einen tiefen Einschnitt. Zwar wurden zwei Täter und zwei Mittelsmänner verurteilt, doch der mutmaßliche Drahtzieher Marian Kočner wurde zweimal freigesprochen. Zwei neue Plattformen zum Schutz der Pressefreiheit – eine zivilgesellschaftliche, eine staatliche – wurden 2023 mit Unterstützung von RSF gegründet, doch Ficos Regierung hat deren Arbeit gezielt behindert.
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Aktuelles
- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2023
Weniger Getötete trotz der Tragödie in Gaza
In diesem Jahr sind 45 Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das sind so wenige wie seit 2002 nicht mehr – trotz des Krieges zwischen Israel und der Hamas. In diesem...

- Rangliste der Pressefreiheit 2023
Unterdrückung von Berichterstattung nimmt zu
Krisen, Kriege und die anhaltende Ausbreitung des Autoritarismus haben dazu geführt, dass die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so instabil war wie seit langem nicht. Dies lässt sich aus der...

- Weltweit
1.657 Medienschaffende seit 2003 getötet
Am heutigen Freitag (07. April) vor genau 20 Jahren wurde der deutsche Journalist Christian Liebig im Irak getötet. Aus diesem Anlass blickt Reporter ohne Grenzen (RSF) auf zwei besonders tödliche...

- Fünf Jahre nach Kuciak-Mord
Besserer Schutz für Journalisten in der Slowakei
Vor fünf Jahren, am 21. Februar 2018, wurden der slowakische Investigativjournalist Ján Kuciak und seine Verlobte Martina Kušnírová erschossen. Im April 2023 wird das Urteil gegen den mutmaßlichen...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022
So viele Journalisten in Haft wie nie zuvor
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2022 auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen weltweit mindestens 533 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit im...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Jahresbilanz der Pressefreiheit
Angriffe auf die Pressefreiheit in Zahlen: Reporter ohne Grenzen veröffentlicht am kommenden Mittwoch (14. Dezember) die Jahresbilanz der Pressefreiheit 2022. Darin ziehen wir Bilanz, wie viele...

- Rangliste der Pressefreiheit 2022
Krisen, Kriege und Gewalt bedrohen Pressefreiheit
Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit und brachten Journalistinnen und Journalisten seit Anfang 2021 in vielen Ländern der Welt in Gefahr....

Neue Rangliste der Pressefreiheit 2022
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Dienstag, 3. Mai 2022, die Rangliste der Pressefreiheit 2022. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2021
488 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2021 im Vergleich zum Vorjahr um mehr als 20 Prozent auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen weltweit mindestens 488 Journalistinnen,...

Tribunal zu Morden an Journalisten
Im Kampf gegen Straflosigkeit nach Morden an Medienschaffenden haben drei Pressefreiheitsorganisationen ein sogenanntes Völkertribunal ins Leben gerufen. Die zivilgesellschaftliche Initiative von...

Vierter Journalistenmord in der EU in vier Jahren
Nach dem Tod des Journalisten Peter R. de Vries in Amsterdam am gestrigen Donnerstag (15.07.) fordert Reporter ohne Grenzen (RSF) die Niederlande auf, den Mordanschlag auf den Kriminalreporter...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
Weltweit 50 Medienschaffende getötet
Mindestens 50 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende weltweit sind in diesem Jahr in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die weitaus meisten von ihnen wurden...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
387 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender bleibt weltweit auf sehr hohem Niveau. Zum Jahresende 2020 sitzen weltweit mindestens 387 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende wegen...

Ungebremste Erosion der Pressefreiheit
Während die Europäische Union um neue Instrumente zur Durchsetzung ihrer Grundwerte in den eigenen Reihen ringt, schreitet der Abbau der Pressefreiheit in einigen Mitgliedsländern ungebremst voran. In...

Verpasstes Signal gegen Straflosigkeit
Reporter ohne Grenzen ist schockiert über den Freispruch für den mutmaßlichen Auftraggeber des Mordes an dem Journalisten Ján Kuciak in der Slowakei. „Dieses Urteil ist ein Schlag ins Gesicht...
