Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Ukraine
Europa - ZentralasienSeit Russlands groß angelegter Invasion im Februar 2022 kämpfen ukrainische Medien ums Überleben. Im Informationskrieg leisten Journalist*innen Widerstand gegen das Propagandasystem des Kremls.
MEDIEN
Die ukrainische Medienlandschaft ist vielfältig und resilient. Der in der Vergangenheit große Einfluss von Oligarchen auf die Medien wurde seit Februar 2022 eingeschränkt und der Staat wurde zu einem wichtigen Akteur in der Medienlandschaft. Auch die öffentliche Kontrolle des Mediensektors wurde gestärkt. Unabhängige Redaktionen veröffentlichen zuverlässige Informationen und bekämpfen Desinformation. Gleichzeitig lastet durch den Angriffskrieg ein tiefgehender Druck auf Journalist*innen, sodass die Arbeit der Redaktionen beeinträchtigt wird und deren wirtschaftliche Existenz gefährdet ist. In den russisch besetzten Gebieten werden ukrainische Medien geschlossen und durch russische Propaganda-Medien ersetzt.
POLITIK
Seit der Maidan-Revolution im Jahr 2014 steht die Ukraine im Zentrum russischer Propaganda und Desinformation. Die ukrainische Regierung beschloss bereits vor Beginn des russischen Großangriffs Verbote kremlnaher Fernsehsender, Medien, sozialen Netzwerken und Internetseiten. Diese Politik wurde seit 2022 verschärft und russische Propagandainhalte werden gesperrt. Gleichzeitig greift die russische Armee gezielt ukrainische Medienschaffende, Redaktionen und Telekommunikationsinfrastruktur an, um unabhängige Informationen über das Kriegsgeschehen zu behindern.
GESETZE
Seit der Maidan-Revolution im Jahr 2014 verabschiedete das Parlament mehrere Gesetze, um den Zugang zu Informationen zu erleichtern und Medienschaffende wirksamer zu schützen. Im Jahr 2017 wurde der staatliche Rundfunk grundlegend reformiert und zum öffentlich-rechtlichen, unabhängigen Sender Suspilne umgebaut. Nach jahrelangen Vorbereitungen trat im März 2023 ein neues Mediengesetz in Kraft, das die ukrainische Gesetzgebung an die EU-Medien-Richtlinie anpasst. Das geltende Kriegsrecht gibt dem Militär das Recht zur Kontrolle und Einschränkung der Berichterstattung, was gelegentlich an der Front zum Einsatz kommt.
WIRTSCHAFT
Die russische Großinvasion hat den ukrainischen Journalismus in eine tiefe wirtschaftliche Krise gestürzt. Die meisten Medien haben viele Abonnent*innen verloren, auch Einnahmen aus Werbeanzeigen brachen weg. 2025 verschärfte sich die Situation durch die Einstellung der finanziellen Zuschüsse seitens der United States Agency for International Development (USAID). Weitere wirtschaftliche Schäden entstanden durch den gezielten Beschuss von Redaktionen und der Zerstörung technischer Ausrüstung. Infolgedessen mussten Hunderte Medien schließen. Viele Redaktionen haben ihre Arbeit drastisch reduziert, Mitarbeitende entlassen oder vorübergehend beurlaubt. Lokalmedien leiden unter den wirtschaftlichen Folgen des russischen Angriffs am stärksten.
GESELLSCHAFT
Der Angriffskrieg hat die Arbeit ukrainischer Journalist*innen grundlegend verändert: Am Morgen des 24. Februars 2022 wurden alle Medienschaffenden zu Kriegsreporter*innen. Gleichzeitig berichten ukrainische Medien weiterhin über Missstände wie Korruption, soziale Ungleichheit und Amtsmissbrauch. Anfang 2023 führten investigative Berichte über veruntreute Haushaltsmittel und Schmiergelder im Umfeld der Regierung zu einer Reihe von Rücktritten, Festnahmen und Entlassungen. Nach wie vor wird die Berichterstattung von männlichen Experten und Journalisten dominiert.
SICHERHEIT
Noch nie waren Medienschaffende in der Ukraine so bedroht, wie seit dem Beginn der russischen Großinvasion im Februar 2022. Russland beschießt Reporter*innen und Medieninfrastruktur gezielt – auch wenn diese als Presse zu erkennen sind. Die Zahl der durch Luftangriffe und Drohnen getöteter oder verletzter Journalist*innen wächst kontinuierlich. Ukrainische Behörden üben Druck auf investigative Medienschaffende aus oder lassen deren Anfragen unbeantwortet. Digitale Attacken und Verstöße gegen Quellenschutz nehmen zu.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
- Ukraine
Tödlicher Anschlag auf Journalist Scheremet
Nach dem tödlichen Anschlag auf den Journalisten Pawel Scheremet heute in Kiew fordert Reporter ohne Grenzen die ukrainischen Behörden auf, alles an eine schnelle, umfassend und glaubwürdige...

- Länderbericht Ukraine
Ernüchterung nach dem Euromaidan
„Der Situation in der Ukraine bietet heute viele Chancen, aber die Ansätze einer pluralistischen Medienlandschaft benötigen unsere Unterstützung“, sagte ROG-Vorstandsmitglied Gemma Pörzgen in...

- Ukraine
Einreiseverbote für Dutzende Journalisten
Reporter ohne Grenzen verurteilt die von der Ukraine verhängten Einreiseverbote gegen mehrere Dutzend ausländische Journalisten und Blogger. Ein gestern auf der Internetseite des Präsidialamts in Kiew...

- Rangliste der Pressefreiheit 2015
Weltweites Schlusslicht der Pressefreiheit
Unter den Flüchtlingen, die übers Mittelmeer nach Europa kommen, sind auffallend viele Männer und Frauen aus Eritrea, die dem menschenverachtenden System des Diktators Isaias Afewerki entkommen...

- Russland / Ukraine
Russland zerschlägt Medienlandschaft der Krim
Reporter ohne Grenzen kritisiert die zahlreichen Angriffe und Repressionen auf Medien und Journalisten auf der Krim. Ein Jahr nach der russischen Annexion der Krim gibt es dort so gut wie keine...

- International
Rangliste der Pressefreiheit 2015 veröffentlicht
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die Rangliste der Pressefreiheit 2015. In der Mehrzahl der 180 bewerteten Länder ist die Lage für Journalisten und unabhängige Medien im vergangenen Jahr...

- International
Jahresbilanz 2014: Deutlich mehr Entführungen
Journalisten müssen immer öfter damit rechnen, bei ihrer Arbeit entführt zu werden: Im zu Ende gehenden Jahr hat Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit 119 Entführungen von Journalisten gezählt – 37...

Kritik an neuem Informationsministerium
Reporter ohne Grenzen kritisiert die am Dienstag beschlossene Gründung eines Informationsministeriums in Kiew. Die neue Behörde soll die Ukraine künftig vor Informationen aus dem Ausland schützen...

- Ukraine
Übergriffe auf Journalisten dauern an
Mit großer Sorge beobachtet Reporter ohne Grenzen (ROG) die andauernden Übergriffe gegen Journalisten in Teilen der Ukraine. Prorussische Bürgerwehren entführen Journalisten, um sie mundtot zu...

- Ukraine
ROG empört über Verschleppung von Journalisten
Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert die gezielte Verschleppung von Journalisten in der Ukraine. In den vergangenen Tagen wurden mehrere in- und ausländische Reporter von pro-russischen Kräften...

- Ukraine
Verschiebung ROG-Pressegespräch zur Mediensituation in der Ukraine
Reporter ohne Grenzen muss das für Donnerstag, 13. März, geplante Pressegespräch mit dem ukrainischen Journalisten Osman Paschajew aus Simferopol leider absagen. Weil der Flughafen in Simferopol...

Reporter ohne Grenzen verurteilt Mord an einem ukrainischen Journalisten
Reporter ohne Grenzen ist schockiert über den Mord an dem ukrainischen Journalisten Wiatscheslaw Weremij. Der Reporter der Tageszeitung Westi wurde in der Nacht auf Mittwoch in Kiew zusammengeschlagen...

- International
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Sie zeigt, wie stark die Dominanz der Sicherheitsbehörden die Arbeit von Journalisten in vielen Ländern...

Ukraine: ROG verurteilt Gewalt gegen Journalisten bei Protesten
Reporter ohne Grenzen (ROG) verurteilt die Welle der Gewalt gegen Journalisten bei den jüngsten Protesten in der Ukraine. Seit dem vergangenen Sonntag sind bei den Zusammenstößen zwischen...

- International
ROG-Jahresbilanz: Doppelt so viele Journalisten entführt wie 2012
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mehr als doppelt so viele Journalisten entführt worden wie 2012. Ihre Zahl stieg auf 87 im Vergleich zu 38 im Vorjahr. Das geht aus der heute veröffentlichten...
