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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Das reiche Golfemirat Katar hat ein Medienimperium aufgebaut, dessen Einfluss in der gesamten arabischen Welt und darüber hinaus spürbar ist. Die Berichterstattung über innenpolitische Themen ist für Medienschaffende jedoch nach wie vor eine große Herausforderung.
MEDIEN
Die traditionelle Presse Katars berichtet überwiegend homogen mit den immer gleichen Titelschlagzeilen über die offiziellen Aktivitäten des Emirs und seiner Entourage. Der Fernsehsender Al-Dschasira ist weltweit bekannt. Ein Hauch von Pluralismus findet sich in privaten Medienportalen, die in verschiedenen Sprachen und von Expats betrieben werden.
POLITIK
Die redaktionelle Linie der Medien hängt eng mit dem bestehenden politischen Klima zusammen. Ob während des Arabischen Frühlings, beim Krieg in Gaza oder nach dem Fall der Assad-Diktatur in Syrien – die Berichterstattung ist eng an die offizielle Position Katars angelehnt.
GESETZE
Trotz einer Lockerung der Beschränkungen während der Fußball-Weltmeisterschaft der Männer 2022 lassen die repressive Gesetzgebung und das drakonische Zensursystem den Journalist*innen wenig Spielraum. Ein Ende 2014 verabschiedetes und 2020 verschärftes Gesetz zur Cyberkriminalität sieht Einschränkungen für Medienschaffende vor und kriminalisiert die Verbreitung von „Falschmeldungen“ im Internet.
WIRTSCHAFT
Der staatlich finanzierte Sender Al-Dschasira verfügt über beträchtliche Ressourcen und einen Pool von Moderator*innen, die so gut bezahlt werden, dass sie kompromittierende Themen ignorieren. Einige Moderator*innen des Senders sind in der arabischen Welt extrem prominent. Die Berichterstattung wird zu einem erheblichen Maße auch davon beeinflusst, wie nahe potenzielle Anzeigenkunden der Politik und der Monarchie stehen.
GESELLSCHAFT
Migrant*innen machen die Mehrheit der katarischen Bevölkerung aus. Das spiegelt sich in der Vielfalt der Journalist*innen wider, die für katarische Medienunternehmen arbeiten. Die Bedingungen für die Arbeitsmigrant*innen jedoch, vor allem denjenigen, die auf den Baustellen der Fußball-WM 2022 tätig waren, sind in Katar völlig tabu. Al Jazeera English hat diesem Thema zwar einige Berichte gewidmet, nicht jedoch die Muttergesellschaft, die arabischsprachige Sektion. Religion, das Privatleben des Emirs, Frauenrechte und LGBT-Rechte sind ebenfalls tabu.
SICHERHEIT
Zuletzt wurde kein Journalist und keine Journalistin inhaftiert oder des Landes verwiesen. Selbstzensur ist jedoch nach wie vor ein Problem.
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