Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Saudi-Arabien
Naher Osten und NordafrikaIn Saudi-Arabien selbst gibt es keine unabhängigen Medien, und auch im Ausland stehen saudi-arabische Medienschaffende unter strenger Beobachtung. Trotz gesellschaftlicher Reformen werden Journalist*innen weiter inhaftiert und im Fall von Turki al-Dschasser sogar hingerichtet.
MEDIEN
Praktisch alle Medien im Königreich stehen unter direkter staatlicher Kontrolle. Selbstzensur ist weit verbreitet, auch in den sozialen Netzwerken. Selbst Medien in Privatbesitz folgen den von der staatlichen Presseagentur Saudi Press Agency (SPA) vorgegebenen Richtlinien. Die Presse ist in zwei große Lager gespalten: Die Tageszeitungen Al-Watan und Okaz vertreten das „liberale“ Spektrum, während insbesondere Al-Riyadh für die konservative Strömung steht.
POLITIK
In Medien, die sich im Besitz der königlichen Familie befinden, ist Selbstzensur die Regel. Andere Medien stehen unter der umfassenden, alltäglichen Kontrolle durch die Zensoren des Informationsministeriums. Wer die Entscheidungen und Strategien der Monarchie kritisiert, gilt als Verräter. Doch auch wer sich neutral verhält und nicht der offiziellen Linie – dem ständigen Lob der Politik des Kronprinzen – folgt, macht sich verdächtig.
GESETZE
Das Strafgesetzbuch sowie die Gesetze zur Bekämpfung von Terrorismus und Cyberkriminalität ermöglichen die Inhaftierung oder Suspendierung von Medienschaffenden aufgrund von Vorwürfen der „Blasphemie“, der „Anstiftung zum Chaos“, der „Gefährdung der nationalen Einheit“ oder der „Schädigung des Ansehens und Rufs des Königs und des Staates“. Seit 2018 hat die Regierung ihren Zugriff auf die sozialen Netzwerke immer weiter verschärft. Für einzelne Posts haben die Behörden willkürliche, teils jahrzehntelange Haftstrafen verhängt.
WIRTSCHAFT
Die meisten Medien des Landes werden vom Königreich selbst oder von Personen finanziert, die den herrschenden Kreisen nahestehen. Die MBC-Gruppe, zu welcher der TV-Sender Al-Arabiya gehört, verfügt über beträchtliche Mittel; ihr Einfluss reicht über die Grenzen des Landes hinaus. Sportberichterstattung ist sehr beliebt; dort und im Kulturbereich gibt es mittlerweile regelrechte Star-Journalist*innen.
Gesellschaft
Die Fälle von Raif Badawi und Ali Abu Luhum – beide verurteilt wegen angeblicher Apostasie im Internet – stehen beispielhaft für die Spannungen zwischen der Pressefreiheit auf der einen und der Einhaltung strenger religiöser Vorschriften auf der anderen Seite. Auch Frauenrechte sind ein Tabuthema. Wer dazu publiziert, kann sehr schnell verhaftet und verurteilt werden. Immer wieder gibt es Berichte von Folter in den Gefängnissen.
Sicherheit
Journalist*innen drohen lange Haftstrafen – manchmal sogar die Todesstrafe. Im Jahr 2025 richteten die Behörden den Journalisten Turki al-Dschasser hin. Er war der erste Reporter, der vom Königreich seit der Ermordung von Jamal Khashoggi im saudischen Konsulat in der Türkei im Jahr 2018 getötet wurde. Wer die Behörden kritisiert, wird von „elektronischen Brigaden“ in den sozialen Netzwerken gejagt und schikaniert. Das Königreich setzt zudem hochentwickelte Spionagewerkzeuge ein, um im Exil lebende Medienschaffende zu überwachen.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
#FreeThemAll: Bader al-Rashed
Zwischen dem 16. und dem 21. November dieses Jahres sind in Saudi-Arabien mindestens sieben Medienschaffende festgenommen worden, darunter auch der Journalist und Blogger Bader al-Rashed. Dabei...

Zynische PR und gnadenlose Repression
Mit zynischer PR will Saudi-Arabien seine heute beginnende G20-Präsidentschaft zum Aufpolieren seines Images nutzen, während die Repression im Land unvermindert weitergeht: Nach einer neuen Welle...

#FreeThemAll: Nassima al-Sada
Spätestens seit der Ermordung des Exiljournalisten Jamal Khashoggi im Oktober 2018 ist klar, dass Kritiker des saudischen Königshauses mit dem Schlimmsten rechnen müssen. Repressionen und Gewalt gegen...

#FreeThemAll: Nasir al-Madsched
In Saudi-Arabien sitzen gegenwärtig mehr als 30 Journalistinnen und Journalisten im Gefängnis. Einige von ihnen verbüßen Haftstrafen, die bereits unter dem früheren König Abdullah sowie dem...

- Zum Internationalen Tag gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalistinnen und Journalisten
Verbrechen an Journalisten ahnden
Zum Internationalen Tag gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalistinnen und Journalisten am 2. November 2019 erinnert Reporter ohne Grenzen (ROG) an 22 Medienschaffende, die ermordet, gefoltert...

#FreeThemAll: Alaa Brindschi
Spätestens seit der Ermordung des Exil-Journalisten Jamal Khashoggi im Oktober des vergangenen Jahres ist klar, dass Kritiker des saudischen Königshauses mit dem Schlimmsten rechnen müssen....

#FreeThemAll: Samir al-Hilal
Seit mehr als 45 Monaten befindet sich der saudi-arabische Staatsbürger Samir al-Hilal bereits in Haft. Am 16. Dezember 2015 wurde er in der Stadt Dammam von Sicherheitskräften festgenommen und...

- Saudi-Arabien
Keine Normalisierung ohne Aufklärung
Zum Jahrestag des Mordes an Jamal Khashoggi fordert Reporter ohne Grenzen (ROG) Saudi-Arabien auf, endlich eine vollständige Aufklärung dieses Verbrechens durch eine unabhängige internationale...

#FreeThemAll: Wadschdi al-Ghassaui
In Saudi-Arabien sitzen gegenwärtig mehr als 30 Journalisten im Gefängnis. Einige von ihnen verbüßen Haftstrafen, die bereits unter dem früheren König Abdullah sowie dem Kronprinzen Salman...

Gewinner aus Saudi-Arabien, Malta und Vietnam
In Berlin sind am Abend die 27. internationalen Press Freedom Awards von Reporter ohne Grenzen verliehen worden. Für ihren Mut wurde die saudi-arabische Bloggerin und Journalistin Eman al-Nafjan...

ROG kritisiert Polizeikooperation mit Riad
Angesichts der geplanten Wiederaufnahme der Polizeikooperation zwischen Deutschland und Saudi-Arabien drückt Reporter ohne Grenzen sein Unverständnis aus. Der Spiegel hatte am Samstag zuerst darüber...

ROG gibt Nominierte bekannt
Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der deutschen Sektion von Reporter ohne Reporter ohne Grenzen werden die renommierten Press Freedom Awards am 12. September erstmals in Berlin verliehen. Die...

ROG-Reise nach Riad
Anlässlich einer globalen Konferenz für Pressefreiheit in London, die am heutigen Mittwoch (10. Juli 2019) beginnt, informiert Reporter ohne Grenzen (ROG) über eine Saudi-Arabien-Reise im April....

- Saudi-Arabien
Künftiger G20-Präsident inhaftiert Medienschaffende
Vor dem G20-Gipfel in Osaka am 28. und 29. Juni ruft Reporter ohne Grenzen (ROG) Saudi-Arabien auf, alle inhaftierten Journalistinnen und Journalisten freizulassen. Derzeit sitzen in dem Königreich...

ROG entsperrt drei zensierte Online-Medien
Zum heutigen Welttag gegen Internetzensur hat Reporter ohne Grenzen (ROG) drei zensierte Webseiten in Saudi-Arabien, Pakistan und China wieder zugänglich gemacht. Mit der Aktion...
