Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Mit dem Sturz von Baschar al-Assad im Dezember 2024 endete auch die fünf Jahrzehnte währende brutale Unterdrückung der Presse durch die Assad-Dynastie. Die neu gewonnene Freiheit der Journalisten bleibt jedoch aufgrund der anhaltenden politischen Instabilität und des zunehmenden wirtschaftlichen Drucks fragil.
MEDIEN
Medien, die zuvor in von den Rebellen kontrollierten Gebieten oder im Exil tätig waren, stehen nun wieder im Vordergrund. Radio Rozana, Enab Baladi, Al-Dschumhuria und Aks al-Seir gehören zu den meistgehörten. Mit Katar verbundene Sender wie Syria TV und Al-Dschasira sind nach wie vor einflussreich, und die meisten internationalen Nachrichtenagenturen senden nach dem Sturz des Regimes wieder aus Damaskus. Die frühere staatliche Propagandaagentur SANA hat inzwischen eine redaktionelle Linie angenommen, die mit der neuen Regierung übereinstimmt.
POLITIK
Ein halbes Jahrhundert lang haben Baschar al-Assad und die Baath-Partei den größten Teil der syrischen Medien kontrolliert. Nach der Revolution von 2011 versuchte die Assad-Regierung, den Journalismus in den von ihr kontrollierten Gebieten zum Schweigen zu bringen, ließ Medienschaffende ermorden und inhaftieren. In den von den Rebellen kontrollierten Gebieten schüchterten bewaffnete Gruppen Journalist*innen ein und sperrten sie weg. Das Schicksal vieler von ihnen bleibt unbekannt. Nach dem Sturz des Regimes hat der politische Druck auf Journalist*innen nachgelassen. Lokale Medienorganisationen arbeiten nun daran, tragfeste Arbeitsbedingungen für eine unabhängige Presse zu schaffen.
GESETZE
Mit dem Fall Assads endete die juristisch unterlegte Repression gegenüber den Medien. Neben den autoritären Gesetzen des Landes griff das Regime häufig auf willkürliche Verhaftungen, erzwungenes Verschwindenlassen, Folter und außergerichtliche Hinrichtungen zurück. Der Informationsminister der neuen Regierung, Mohamed al-Omar, hat zugesagt, sich für eine „freie Presse“ und die „freie Meinungsäußerung“ einzusetzen. Syrische Journalist*innen, Medienunternehmen und lokale Pressefreiheitsgruppen fordern derweil eine neue Verfassung, die ihr Recht auf Information garantiert.
WIRTSCHAFT
Zu Assad-Zeiten wurden die meisten syrischen Medien – allesamt betroffen von den internationalen Sanktionen gegen das Land – entweder vom Staat oder von dem Regime nahestehenden Personen finanziert. Einige dieser Medien haben ihren Betrieb dauerhaft oder vorübergehend eingestellt; noch ist unklar, wie sich die Medienlandschaft wirtschaftlich umstrukturieren wird. Aus dem Ausland finanzierte Exilmedien, etwa Syria TV, das der katarischen Gruppe Fadaat gehört, verlagern ihre Teams zurück in die syrische Hauptstadt.
GESELLSCHAFT
Nach über 15 Jahren Krieg und Konflikt hat die Polarisierung der syrischen Gesellschaft nachhaltige Auswirkungen auf die Presse. Journalist*innen aus dem Norden Syriens, die gegen das Assad-Regime opponierten und als „Medienaktivist*innen“ bezeichnet wurden, arbeiten nun im Herzen der syrischen Hauptstadt. Ihre persönlichen Social-Media-Accounts haben sich zuvor über Jahre hinweg als eigenständige Medien etabliert.
SICHERHEIT
Verhaftungen, Entführungen, Folter, Ermordungen – die unerbittliche Verfolgung syrischer Medienschaffender durch das Assad-Regime zwang sie oft ins Exil, um Misshandlungen oder dem Tod zu entgehen. Die Übergangszeit hat eine Periode relativer Sicherheit und Freiheit für Journalist*innen in den von der Gruppe Hayat Tahrir al-Sham (HTS) kontrollierten Gebieten gebracht. Die Situation bleibt jedoch unbeständig, insbesondere für Reporterinnen der Angehörige der religiösen Minderheiten.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- Syrien
#FreeThemAll: Ahmad Soufi
Im Norden Syriens sind in den vergangenen Wochen mindestens drei Journalisten festgenommen worden, darunter auch der Reporter Ahmad Soufi. Laut Informationen des Syrian Network for Human Rights (SNHR)...

- Syrien
Hunderte Journalisten tot, gefangen, geflohen
Im Krieg in Syrien sind mehr Journalistinnen und Journalisten getötet worden als in bislang jedem anderen Konflikt weltweit. Zum zehnten Jahrestag des Aufstands gegen das Regime von Präsident...

#FreeThemAll: Hala Jerf
In der syrischen Hauptstadt Damaskus ist am 30. Januar die Journalistin Hala Jerf festgenommen worden. Jerf, die als Moderatorin für den staatlichen Fernsehsender Syrian TV arbeitet, hatte sich vor...

#FreeThemAll: Nada Mashraki
In Syrien befindet sich die Journalistin Nada Mashraki, die als Redakteurin für die Facebook-Nachrichtenseite Latakia News Network (LNN) arbeitet, in Haft. Laut Informationen der Organisation Reporter...

- Syrien
Sicherheit von Journalisten gewährleisten
Angesichts der eskalierenden Gewalt in Idlib und Aleppo im Norden Syriens ist Reporter ohne Grenzen (RSF) besorgt über die Risiken für Journalistinnen und Journalisten, die vor Ort über die Kämpfe...

Dschihadisten bedrohen Journalisten in Idlib
Reporter ohne Grenzen verurteilt die anhaltenden Drohungen von Dschihadisten gegen Medien in der Region Idlib im Nordwesten Syriens. Ein mutmaßlicher Anführer der militanten Gruppe Hajat Tahrir...

- Syrien / Türkei
Journalisten müssen geschützt werden
Seit dem Start der türkischen Militäroffensive in Nordsyrien verschlechtert sich zusehends die Sicherheitslage von Journalistinnen und Journalisten, die aus dem Grenzgebiet berichten. Nach dem Tod von...

Akut bedrohte Journalisten gerettet
In mehr als einjährigen intensiven Bemühungen ist es Reporter ohne Grenzen gelungen, zwölf besonders gefährdete syrische Journalistinnen und Journalisten mit ihren Familien nach Deutschland in...

#FreeThemAll: Austin Tice
Als einer der wenigen ausländischen Journalisten vor Ort berichtete der Amerikaner Austin Tice seit Anfang 2012 über den Bürgerkrieg in Syrien. Seine Fotos, Interviews und Reportagen erschienen...

#FreeThemAll: Ameer Gharaibeh
Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien verschwinden in dem Land immer wieder Journalisten. So auch der jordanische Fotoreporter Ameer Gharaibeh, der im Februar dieses Jahres während einer privaten...

- Türkei / Syrien
Türkei schiebt nach Syrien ab
Reporter ohne Grenzen ist äußerst beunruhigt darüber, dass die Türkei begonnen hat, aus Syrien geflüchtete Journalistinnen und Journalisten in ihre Heimat abzuschieben. Seit Juni haben die...

Assad-treue Journalisten im Visier
In Syrien wendet die Regierung von Präsident Baschar al-Assad ihre Repression zunehmend sogar gegen regimetreue Journalistinnen und Journalisten. Eine ganze Reihe von Fällen zeigt, dass das Regime...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2018
Weltweit 80 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 80 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, 15 mehr als im Vorjahr....

Journalisten im Visier organisierter Kriminalität
Kritische Berichterstattung über organisierte Kriminalität bringt Journalisten weltweit in Lebensgefahr. Seit Anfang 2017 wurden mehr als 30 Medienschaffende von Verbrecherorganisationen getötet....

- Syrien
UN müssen Journalisten retten
Reporter ohne Grenzen (ROG) ist in großer Sorge um mehrere Dutzend Journalisten, die im Südwesten Syriens auf der Flucht vor der Regierungsarmee festsitzen. Nach Informationen von ROG haben 69...
