Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Nach dem Ende der 22-jährigen Herrschaft des Diktators Yahya Jammeh hat Gambia große Fortschritte im Bereich der Pressefreiheit gemacht. Seit 2018 ist der Straftatbestand der Verleumdung verfassungswidrig, die Angriffe auf Journalist*innen sind zurückgegangen, und neue Medien sind entstanden.
MEDIEN
Seit dem Amtsantritt von Präsident Adama Barrow im Januar 2017 hat der staatliche Rundfunk sein Monopol verloren, und viele private und bürgernahe Radio- und TV-Stationen sind entstanden. In Gambia gibt es 45 Radiosender, darunter einen staatlichen, sowie fünf Fernsehsender, davon vier private. Außerdem existieren vier Tageszeitungen, von denen The Point die größte ist und die Zeitung Gambia Daily, die dreimal pro Woche erscheint.
POLITIK
Die Medien sind vergleichsweise unabhängig und frei von staatlicher Einmischung. Sie werden nicht zensiert und spiegeln die unterschiedlichen Meinungen in der Gesellschaft adäquat wider. Dennoch übt die Regierung gelegentlich Druck auf einzelne Medien aus. Im Oktober 2024 wurde der Chefredakteur der Zeitung The Voice, Musa Sheriff, verhaftet und anschließend vor das Oberste Gericht in Banjul geladen, nachdem der Präsident wegen eines Artikels über ihn Beschwerde eingereicht hatte. Es besteht kein politischer Wille, einen Gesetzesrahmen durchzusetzen, der Medienschaffende schützt.
GESETZE
2021 wurde ein Informationsfreiheits-Gesetz verabschiedet – ein historischer Akt, denn zum ersten Mal wurde das Recht auf Zugang zu Informationen als Menschenrecht anerkannt. Bereits 2018 hatte der Oberste Gerichtshof den Straftatbestand der Verleumdung für verfassungswidrig erklärt, ebenso wie die Kriminalisierung von im Internet geäußerter Kritik an Regierungsbeamten. Dieser Fortschritt wird jedoch dadurch gedämpft, dass unter Jammeh verabschiedete drakonische Mediengesetze weiter in Kraft sind und nach wie vor Freiheitsstrafen für Journalist*innen vorsehen. Aufgrund dieses Drucks zensieren sich selbst führende bisweilen selbst.
WIRTSCHAFT
Angesichts fehlender staatlicher Subventionen, hoher Steuern und der hohen Preise für Druckmaschinen stehen die Medien in Gambia vor erheblichen finanziellen Schwierigkeiten. Die Corona-Pandemie und die durch sie ausgelöste Finanzkrise haben zu einem Rückgang der Werbeeinnahmen geführt. Aus diesem Grund gewährte die Regierung den Medien im Juli 2020 – zum ersten Mal seit der Unabhängigkeit 1965 – Subventionen in Höhe von rund 270.000 Euro.
SICHERHEIT
Willkürliche Verhaftungen und Festnahmen, ja sogar gewaltsame Verschleppungen waren unter Yahya Jammeh an der Tagesordnung. Nach dem Machtwechsel ist die Zahl der Übergriffe stark zurückgegangen. Dennoch können Journalisten weiterhin mit rechtlichen Schritten bedroht werden. Die Wahrheits-, Gerechtigkeits- und Versöhnungskommission (TRRC) hat dafür gesorgt, dass die Täter und Drahtzieher der unter dem Regime von Yahya Jammeh begangenen Menschenrechtsverletzungen zur Rechenschaft gezogen werden. Im November 2023 verurteilte ein deutsches Gericht einen an der Ermordung des RSF-Korrespondenten Deyda Hydara im Jahr 2004 Beteiligten zu lebenslanger Haft – ein historisches Urteil. Im Jahr darauf verurteilte ein Schweizer Gericht den ehemaligen gambischen Innenminister Ousman Sonko wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit, einschließlich Folterungen an zwei Journalisten, zu zwanzig Jahren Haft. Der frühere Diktator Jammeh lebt jedoch weiter unbehelligt im sicheren Exil.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- Rangliste der Pressefreiheit 2015
Weltweites Schlusslicht der Pressefreiheit
Unter den Flüchtlingen, die übers Mittelmeer nach Europa kommen, sind auffallend viele Männer und Frauen aus Eritrea, die dem menschenverachtenden System des Diktators Isaias Afewerki entkommen...

- Gambia
Radiojournalist unverzüglich freilassen
Reporter ohne Grenzen fordert die unverzügliche Freilassung von Alagie Ceesay, dem geschäftsführenden Direktor des unabhängigen Radiosenders Teranga FM in Gambia. In dieser Woche wurde der bereits...

- International
Rangliste der Pressefreiheit 2015 veröffentlicht
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die Rangliste der Pressefreiheit 2015. In der Mehrzahl der 180 bewerteten Länder ist die Lage für Journalisten und unabhängige Medien im vergangenen Jahr...

- International
Jahresbilanz 2014: Deutlich mehr Entführungen
Journalisten müssen immer öfter damit rechnen, bei ihrer Arbeit entführt zu werden: Im zu Ende gehenden Jahr hat Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit 119 Entführungen von Journalisten gezählt – 37...

- International
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Sie zeigt, wie stark die Dominanz der Sicherheitsbehörden die Arbeit von Journalisten in vielen Ländern...

- International
ROG-Jahresbilanz: Doppelt so viele Journalisten entführt wie 2012
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mehr als doppelt so viele Journalisten entführt worden wie 2012. Ihre Zahl stieg auf 87 im Vergleich zu 38 im Vorjahr. Das geht aus der heute veröffentlichten...

- International
ROG veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Besonders in den arabischen Ländern wird nach den Umbrüchen und Protesten des Jahres 2011 erkennbar, ob...

Jahresbilanz: 88 Journalisten und 47 Blogger getötet
88 Journalisten sowie 47 Blogger und Bürgerjournalisten wurden 2012 bei ihrer Arbeit getötet – mehr als je zuvor, seit Reporter ohne Grenzen 1995 die erste Jahresbilanz veröffentlichte. Das geht aus...

- Rangliste der Pressefreiheit
Aufstände in den arabischen Ländern verändern Rangliste stark / Wachsende Gegensätze in Europa
Wie eng Demokratie und Medienfreiheit zusammenhängen, zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (ROG) in diesem Jahr zum 10. Mal herausgibt. Die Liste spiegelt die...

- ROG-Bilanz 2011
66 Journalisten getötet / Zahl der Festnahmen und Übergriffe wieder gestiegen
Mindestens 66 Journalisten sind bereits in diesem Jahr während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs getötet worden. Das sind neun Reporter mehr als im Vorjahr (2010: 57 Journalisten). Auch die Zahl...

- ROG-Bilanz 2010
57 Journalisten in 25 Ländern getötet / Zahl der entführten Medienmitarbeiter gestiegen
Mindestens 57 Journalisten und ein Medienassistent sind im Jahr 2010 während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs getötet worden. Das sind 19 Medienmitarbeiter weniger als im Vorjahr (2009: 76...

- Rangliste der Pressefreiheit 2010
Europäische Staaten fallen weiter zurück / Wachsende Gegensätze innerhalb der EU / Keine Bewegung auf den hintersten Rängen
Die Lage der Medienfreiheit in Europa hat sich weiter verschlechtert. Dies zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2010 von Reporter ohne Grenzen (ROG). Der bereits bei der...

- Rangliste der Pressefreiheit 2009
Rangliste der Pressefreiheit 2009: Vorreiterrolle der europäischen Staaten in Gefahr
Mit Sorge betrachtet Reporter ohne Grenzen (ROG) die sukzessive Verschlechterung der Situation von Medien und Journalisten in einigen europäischen Ländern. Anlässlich der Veröffentlichung der neuen...

ROG besorgt um sechs inhaftierte Journalisten
Reporter ohne Grenzen (ROG) ist besorgt um sechs inhaftierte Journalisten in Gambia, die am 6. August zu jeweils zwei Jahren Gefängnis wegen angeblicher „Beleidigung der Regierung“ und ...

- Rangliste der Pressefreiheit 2009
ROG-Bericht zur Pressefreiheit: Bulgarien ist Schlusslicht in der EU
Die Informationsvielfalt und der investigative Journalismus sind in Bulgarien ernsthaft bedroht. Dies ist das Ergebnis eines neuen Berichtes von Reporter ohne Grenzen (ROG) zur Lage der Pressefreiheit...
