Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Südsudan
Zentral- und südliches AfrikaDie Pressefreiheit im Südsudan ist in großer Gefahr. Journalist*innen und Medien werden regelmäßig bedroht und eingeschüchtert, Zensur ist omnipräsent.
MEDIEN
Das beliebteste Medium im Südsudan ist das Radio; in den zehn Bundesstaaten des Landes sind über 40 Sender aktiv. Die wichtigsten – Miara, Eye Radio, Catholic Radio Network – sehen sich Einschüchterung und Zensur durch die Behörden ausgesetzt. Es gibt zwei staatliche Fernsehsender, die South Sudan Broadcasting Corporation (SSBC) auf nationaler Ebene und das Regionalfernsehen EBC. Von den sechs Zeitungen sind vier englisch- und zwei arabischsprachig. Nur zwei der englischsprachigen Tageszeitungen – No. 1 Citizen und City Review – sind frei von staatlichem Einfluss.
POLITIK
Viele Politiker*innen üben großen Druck auf die Medien aus und versuchen, ihnen ihre Agenda aufzuzwingen. Der staatliche Rundfunk ist wenig unabhängig, die Mitarbeitenden müssen mit Drohungen und Sanktionen rechnen, wenn ihre Berichterstattung nicht der Linie der Regierung entspricht. Mit der Einrichtung der Medien- und Regulierungsbehörde 2017 werden weniger Medien geschlossen. Häufig greifen Kräfte des Nationalen Sicherheitsdienstes (NSS) direkt in die Entscheidungen von Redaktionen oder Druckereien ein, um bestimmte Inhalte zu zensieren.
GESETZE
2013 und 2014 verkündete Präsident Salva Kiir ein Gesetz über die Medienbehörde, ein Gesetz über den Rundfunk und ein Gesetz über das Recht auf Zugang zu Informationen. Diese drei Gesetze bilden den rechtlichen Rahmen für die Förderung der Pressefreiheit und den Zugang zu Informationen. Sie verhindern jedoch nicht die wiederholten Verstöße gegen die Pressefreiheit durch Vertreter*innen der Regierung und des NSS.
WIRTSCHAFT
Die Medien konzentrieren sich in den Händen einiger weniger Personen, einiger dieser Medien dominieren dadurch die Branche landesweit. Staatliche Medien und solche, die von Politiker*innen unterstützt werden, erhalten in der Regel mehr Werbeeinnahmen als private. Die Steuern und Kosten für die Registrierung eines Medienorgans bei den Behörden sind sehr hoch. Die dadurch fehlenden finanziellen Mittel öffnen der Korruption in den Redaktionen Tür und Tor. In den vergangenen Jahren mussten mehrere Medien aufgrund wirtschaftlicher Zwänge schließen.
GESELLSCHAFT
Der im Dezember 2013 ausgebrochene Bürgerkrieg zwischen den Anhänger*innen des Präsidenten und denen des Vizepräsidenten hat ethnische Konflikte neu entfacht, die sich auf die Tätigkeit von Journalist*innen auswirken. Reporter*innen, die einer bestimmten ethnischen Gruppe angehören, können nicht über Ereignisse in Teilen des Landes berichten, in denen eine andere ethnische Gruppe dominiert. In der Vergangenheit wurde einigen weiblichen Medienschaffenden untersagt, Interviews zu führen oder über Ereignisse zu berichten.
SICHERHEIT
Seit 2014 sind mindestens zehn Journalist*innen ums Leben gekommen, darunter der unabhängige britisch-amerikanische Kriegsreporter Christopher Allen. Der von den Behörden als „weißer Rebell“ bezeichnete Reporter wurde 2017 von Angehörigen der Armee erschossen. Erst sechs Jahre später kündigten die Behörden an, den Fall untersuchen zu wollen. In fast allen Fällen von Gewalt gegen Journalist*innen wurde niemand belangt oder verurteilt. Einheimische und ausländische Medienschaffende, die sich um unabhängige Informationen bemühen, müssen mit einem Arsenal in Repressionen rechnen – Hinrichtungen, Folter, Entführungen, willkürlichen Verhaftungen, Vergiftungen oder Belästigungen. Angesichts dieser Gefahren haben einige Medien ihr Erscheinen eingestellt, eine größere Zahl an Journalist*innen hat das Land verlassen.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- International
Rangliste der Pressefreiheit 2015 veröffentlicht
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die Rangliste der Pressefreiheit 2015. In der Mehrzahl der 180 bewerteten Länder ist die Lage für Journalisten und unabhängige Medien im vergangenen Jahr...

- International
Jahresbilanz 2014: Deutlich mehr Entführungen
Journalisten müssen immer öfter damit rechnen, bei ihrer Arbeit entführt zu werden: Im zu Ende gehenden Jahr hat Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit 119 Entführungen von Journalisten gezählt – 37...

- International
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Sie zeigt, wie stark die Dominanz der Sicherheitsbehörden die Arbeit von Journalisten in vielen Ländern...

- International
ROG-Jahresbilanz: Doppelt so viele Journalisten entführt wie 2012
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mehr als doppelt so viele Journalisten entführt worden wie 2012. Ihre Zahl stieg auf 87 im Vergleich zu 38 im Vorjahr. Das geht aus der heute veröffentlichten...

- International
ROG veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Besonders in den arabischen Ländern wird nach den Umbrüchen und Protesten des Jahres 2011 erkennbar, ob...

Jahresbilanz: 88 Journalisten und 47 Blogger getötet
88 Journalisten sowie 47 Blogger und Bürgerjournalisten wurden 2012 bei ihrer Arbeit getötet – mehr als je zuvor, seit Reporter ohne Grenzen 1995 die erste Jahresbilanz veröffentlichte. Das geht aus...

- Südsudan
ROG-Bericht: Ein Jahr nach der Unabhängigkeit. Südsudan zwischen Repression und Freiheit
Vor einem Jahr erlangte Südsudan seine Unabhängigkeit. In der Rangliste der Pressefreiheit steht der jüngste Staat Afrikas auf Platz 111 von 179 und damit am Scheideweg zwischen Repression und...

- Rangliste der Pressefreiheit
Aufstände in den arabischen Ländern verändern Rangliste stark / Wachsende Gegensätze in Europa
Wie eng Demokratie und Medienfreiheit zusammenhängen, zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (ROG) in diesem Jahr zum 10. Mal herausgibt. Die Liste spiegelt die...

- ROG-Bilanz 2011
66 Journalisten getötet / Zahl der Festnahmen und Übergriffe wieder gestiegen
Mindestens 66 Journalisten sind bereits in diesem Jahr während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs getötet worden. Das sind neun Reporter mehr als im Vorjahr (2010: 57 Journalisten). Auch die Zahl...

- ROG-Bilanz 2010
57 Journalisten in 25 Ländern getötet / Zahl der entführten Medienmitarbeiter gestiegen
Mindestens 57 Journalisten und ein Medienassistent sind im Jahr 2010 während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs getötet worden. Das sind 19 Medienmitarbeiter weniger als im Vorjahr (2009: 76...

- Rangliste der Pressefreiheit 2010
Europäische Staaten fallen weiter zurück / Wachsende Gegensätze innerhalb der EU / Keine Bewegung auf den hintersten Rängen
Die Lage der Medienfreiheit in Europa hat sich weiter verschlechtert. Dies zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2010 von Reporter ohne Grenzen (ROG). Der bereits bei der...

- Rangliste der Pressefreiheit 2009
Rangliste der Pressefreiheit 2009: Vorreiterrolle der europäischen Staaten in Gefahr
Mit Sorge betrachtet Reporter ohne Grenzen (ROG) die sukzessive Verschlechterung der Situation von Medien und Journalisten in einigen europäischen Ländern. Anlässlich der Veröffentlichung der neuen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2009
ROG-Bericht zur Pressefreiheit: Bulgarien ist Schlusslicht in der EU
Die Informationsvielfalt und der investigative Journalismus sind in Bulgarien ernsthaft bedroht. Dies ist das Ergebnis eines neuen Berichtes von Reporter ohne Grenzen (ROG) zur Lage der Pressefreiheit...

- Rangliste der Pressefreiheit 2008
Kritik an mangelndem öffentlichen Einsatz für Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) hat politischen Akteuren in aller Welt „Versagen und Doppelzüngigkeit“ bei der Verteidigung der Meinungsfreiheit vorgeworfen. „Das fehlende Rückgrat einiger westlicher...

- Rangliste der Pressefreiheit 2007
Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht
An Spitze und Schluss verändert sich wenig / Bewegungen im Mittelfeld. Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute zum sechsten Mal die Rangliste der Pressefreiheit. Sie vergleicht die Lage der...
