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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Zentralafrikanische Republik
Zentral- und südliches AfrikaIn einem Land, das sich nur schwer vom Erbe des Bürgerkriegs erholt, stehen Journalist*innen und Medien weiterhin zwischen zwei Fronten: bewaffneten Gruppen auf der einen Seite und den Behörden auf der anderen. Die Annäherung des Landes an Russland hat zu einer starken Zunahme von Desinformation geführt.
MEDIEN
Das Radio ist in der Zentralafrikanischen Republik mit mehreren Dutzend Sendern die wichtigste Informationsquelle; daneben gibt es nur zwei Fernsehsender. Radio Ndeke Luka ist eines der wenigen Medien, die fakten- und quellengetreue Informationen verbreiten, wird aber ebenso wie das Journalistennetzwerk für Menschenrechte (RJDH) und einige Blogger- und Journalistenvereinigungen, die Faktenchecks anbieten, regelmäßig unter Druck gesetzt. Die Printmedien umfassen rund 60 Publikationen, die außerhalb der Hauptstadt Bangui nicht vertrieben werden und leicht zu manipulieren sind. Ihr Inhalt besteht im Allgemeinen aus Meinungsartikeln, Gerüchten oder Verleumdungskampagnen.
POLITIK
Trotz ihrer seit Jahren bestehenden desolaten finanziellen Lage bleiben die der Regierung unterstehenden staatlichen Medien einflussreich. Der Hohe Rat für Kommunikation verhängt nach Aussage von Journalist*innen willkürliche Sanktionen. Strafen können auch von der Regierung selbst verordnet werden. Unabhängige Medien werden eingeschüchtert. Nachdem ein unabhängiger Radiosender die Regierung 2022 mehrfach für ihre mangelhafte Führung kritisiert hatten, drohte ihm der Kommunikationsminister.
GESETZE
2020 wurde ein neues Gesetz zur Kommunikationsfreiheit verabschiedet, das das aus dem Jahr 2005 ersetzt. In der Theorie bietet es Journalist*innen einen gewissen Schutz, in der Praxis ermöglicht es jedoch keinen unabhängigen Qualitätsjournalismus. Im Oktober 2022 schlug die Regierung ein neues Gesetz vor, dass ihr mehr Kontrolle über den Mediensektor gewähren und Journalismus kriminalisieren würde – vor dem Hintergrund ohnehin häufiger Angriffe auf Medienschaffende. Ein Gesetz über „ausländische Agenten“ nach russischem Vorbild, das darauf abzielt, angeblich „von ausländischen Mächten finanzierte“ Personen zu kontrollieren, wird seit Oktober 2024 geprüft. Bei Medienschaffenden steigt deshalb die Sorge.
WIRTSCHAFT
Armut und Krieg erschweren die Entwicklung des Mediensektors. Journalist*innen in der Zentralafrikanischen Republik leben in extrem prekären Verhältnissen. Tagegelder von Veranstaltern stellen oft ihre wichtigste Einnahmequelle dar. Seit dem Beginn der russischen Präsenz 2018 gründeten russische Akteur*innen einen Radiosender und übernahmen zahlreiche Medien und Blogs, die nun Propaganda und Falschinformationen verbreiten und sich hauptsächlich gegen die USA, Frankreich und französische Journalist*innen vor Ort richten.
SICHERHEIT
In einem Land, in dem sich die meisten Gebiete staatlicher Kontrolle entziehen, sind die Behörden zunehmend intolerant gegenüber Kritik. Journalist*innen, die die verschiedenen Konfliktparteien interviewen, werden regelmäßig als Spione oder Komplizen bewaffneter Gruppen beschimpft. Gewalt, Druck und Drohungen on- und offline gegenüber Reporter*innen sind an der Tagesordnung. Regierungskritische Medienschaffende können Drohungen, Angriffen und willkürlichen Verhaftungen ausgesetzt sein. Wer Verbrechen gegen Medienschaffende begeht, genießt völlige Straffreiheit.
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