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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Ecuador
AmerikaJournalist*innen in Ecuador bewegen sich in einem Klima zunehmender Feindseligkeit, körperlicher Gewalt und Selbstzensur. Kriminelle Banden und Drogenkartelle gewinnen an Einfluss, gleichzeitig steigt die Zahl der Drohungen, physischen Übergriffe und Morde.
MEDIEN
El Comercio und El Universo sind die beiden größten Zeitungen in Ecuador. Journalist*innen haben sowohl mit wirtschaftlichen Schwierigkeiten zu kämpfen als auch mit Gewalt. Investigative Recherchen werden zunehmend von Online-Medien übernommen, deren Wirtschaftsmodell allerdings nicht nachhaltig ist.
POLITIK
Die drei aufeinanderfolgenden Amtszeiten von Rafael Correa (2007 bis 2017) hatten dramatische Auswirkungen auf die Pressefreiheit. Der damalige Präsident kontrollierte die Medien systematisch und schreckte nicht davor zurück, kritische Journalist*innen persönlich und öffentlich anzugreifen, was zu zahllosen Konflikten zwischen Behörden und unabhängiger Presse führte. Nach einer staatlichen Krise unter der Regierung Lasso führten Neuwahlen, bei denen der Kandidat (und ehemalige Journalist) Fernando Villavicenci brutal ermordet wurde, 2023 Daniel Noboa an die Macht. Trotz der Rückkehr zu relativ normalen Beziehungen zwischen der Regierung und bestimmten Teilen der Presse, verschärfen sich die Spannungen und die politische Polarisierung erneut.
GESETZE
Das 2013 erlassene Kommunikationsgesetz wird als Waffe gegen Journalist*innen eingesetzt – zur Rechtfertigung von Entlassungen, Verleumdungsklagen oder Geldbußen gegen Medienschaffende. Die kritischsten Punkte wurden allerdings unter Lasso reformiert: Die Idee des „medialen Lynchens“, die Rolle des Medienaufsichtsbeamten und die Regulierung journalistischer Ethik wurden abgeschafft.
WIRTSCHAFT
Die Corona-Pandemie hat die Medienbranche schwer getroffen. Viele Zeitungen existieren nur noch online, wie La Hora oder der staatliche El Telégrafo. Viele Radiosender haben ihre Nachrichtensendungen aufgegeben, und sogar die führende Zeitung El Comercio musste viele Mitarbeitende entlassen. Die Zahl der Internetportale nimmt zu, aber ihnen fehlt ein nachhaltiges Wirtschaftsmodell.
SICHERHEIT
Aktuell herrscht ein Klima der Unsicherheit im Journalismus in Ecuador. Die Gewalt nimmt ebenso zu wie die Zahl der Verbrechen im Zusammenhang mit dem Drogenhandel. Häufige Morddrohungen und anderen Einschüchterungen gegen Medienschaffende zeigen, dass Gewalt und Straflosigkeit strukturelle Probleme sind. Im Jahr 2024 verließen mindestens 13 Journalist*innen das Land, nachdem sie Drohungen erhalten hatten. In Grenzregionen und Hafenstädten, in denen die Kartelle operieren, zensieren Lokaljournalist*innen sich zunehmend selbst. Im Jahr 2023 überfielen bewaffnete Männer den Fernsehsender TC Televisión in Guayaquil während einer Live-Übertragung und nahmen dabei Journalist*innen und andere Mitarbeitende als Geiseln.
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