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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Guatemala
AmerikaDie Pressefreiheit ist in Guatemala zwar in der Verfassung verankert, doch wird dieses Recht von Behörden und Politik regelmäßig verletzt. Journalist*innen und Medien, die zu Korruptionsfällen und Menschenrechtsverletzungen recherchieren oder kritische Meinungen äußern, werden häufig Opfer von Hetzkampagnen und strafrechtlicher Verfolgung.
MEDIEN
In Guatemala gibt es eine große Vielfalt an privaten und alternativen Medien und in geringerem Maße auch an staatlichen Medien. Obwohl es keine Auflagen für die Gründung oder den Betrieb eines Medienunternehmens gibt, führt das Fehlen einer eigenen Regulierungsinstanz für lokale Radiosender dazu, dass diese regelmäßig als illegal eingestuft und geschlossen werden – dies betrifft vor allem kleine Radiostationen, die von und für lokale und indigene Gemeinschaften betrieben werden. Die Wirtschaftskrise der vergangenen Jahre hat traditionelle Medien veranlasst, mehr auf digitale Verbreitungswege zu setzen, zugleich wurden eine Reihe unabhängiger investigativer Online-Medien und anderer Informationsplattformen gegründet.
POLITIK
Guatemala hat zwischen 2016 und 2023 eine gesellschaftspolitische Krise erlebt, die zu einem Anstieg der Angriffe auf regierungskritische Medienschaffende geführt hat. Die Enthüllung von Korruptionsfällen, Menschenrechtsverletzungen oder illegaler Praktiken privater Unternehmen hat Reporter*innen zur Zielscheibe vielfältiger Angriffe gemacht: von Hetzkampagnen in den sozialen Netzwerken bis hin zu Schikanen durch die Polizei. Der 2023 gewählte Präsident Bernardo Arévalo setzt sich für die Wiederherstellung der Demokratie im Land ein. Jedoch sind mehrere staatliche Institutionen weiter von Korruption geprägt, und die Risiken für Journalist*innen sind weiterhin hoch.
GESETZE
Das Recht auf freie Meinungsäußerung ist in der Verfassung und im „Gesetz über die Verbreitung von Gedankengut“ garantiert. 2008 verabschiedete der Kongress das Gesetz über den Zugang zu öffentlichen Informationen, um es Medien und Bevölkerung einfacher zu machen, die Aktivitäten des Staates zu kontrollieren. Allerdings sind Verstöße gegen dieses Gesetz durch Behörden an der Tagesordnung. In den vergangenen Jahren gab es Versuche, Kritik am Staat im Internet und öffentliche Demonstrationen zu kriminalisieren, doch wurden diese Gesetzesentwürfe nicht vom Kongress verabschiedet. Gerichtsverfahren gegen Journalist*innen und Zensur durch Gerichtsbeschlüsse haben zugenommen. Derzeit sind drei Medienschaffende inhaftiert. Der Gründer der Zeitung El Periódico und prominente Regierungskritiker Jose Rubén Zamora wurde im Juli 2022 unter anderem wegen vermeintlicher Geldwäsche inhaftiert und im Juni 2023 zu sechs Jahren Haft verurteilt. Es ist zu befürchten, dass in Zukunft weitere Journalist*innen strafrechtlich verfolgt werden.
WIRTSCHAFT
Die wirtschaftliche Lage des Landes und die sinkenden Werbeeinnahmen haben viele Redaktionen zu einem erheblichen Personalabbau und einer Verlagerung von Inhalten ins Internet gezwungen, wo sie zum Teil kostenpflichtig sind. Die Pandemie hat die Situation noch verschärft und unter anderem dazu geführt, dass die Zeitung La Hora nur noch in digitaler Form erscheint. Die Verfolgung von José Rubén Zamora zwang die Zeitung El Periódico dazu, viele ihrer Mitarbeitenden zu entlassen und ihre Printversion einzustellen. Viele digitale Medien, die auf internationale Finanzhilfen angewiesen sind, sind aktuell von den Budgetkürzungen von US-Präsident Donald Trump betroffen.
GESELLSCHAFT
Trotz Diffamierungskampagnen und stigmatisierenden Äußerungen genießen Medien und Journalist*innen in der Bevölkerung großes Vertrauen, was vor allem ihren investigativen Enthüllungen geschuldet ist. Es gibt jedoch einige Medien und Journalist*innen, die aufgrund ihrer Nähe zur Regierung oder ihrer Haltung zu Frauenrechten, sexueller Vielfalt und zur Verteidigung der Menschenrechte im Allgemeinen an Vertrauen eingebüßt haben.
SICHERHEIT
Die Regierung Arévalo will staatliche Schutzmaßnahmen für Journalist*innen verbessern, dennoch hat sich die Sicherheit von Medienschaffenden in den vergangenen Jahren verschlechtert. Verleumdungskampagnen, Schikanen durch die Polizei sowie verbale und körperliche Angriffe sind die häufigsten Angriffe. Viele Journalist*innen sind ins Exil geflohen, weil sie um ihr Leben und das ihrer Familien fürchten.
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Aktuelles
- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
Weltweit 50 Medienschaffende getötet
Mindestens 50 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende weltweit sind in diesem Jahr in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die weitaus meisten von ihnen wurden...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2020
387 Journalistinnen und Journalisten in Haft
Die Zahl inhaftierter Medienschaffender bleibt weltweit auf sehr hohem Niveau. Zum Jahresende 2020 sitzen weltweit mindestens 387 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende wegen...

- International
Umweltjournalismus: Gefährliche Recherchen
Umweltjournalistinnen und Umweltjournalisten geraten in vielen Ländern der Welt zunehmend unter Druck. Weltweit wurden mindestens zehn Medienschaffende, die zu Umweltthemen berichteten, laut...

- Rangliste der Pressefreiheit 2020
Journalisten unter Druck von vielen Seiten
Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2019
Weltweit 389 Medienschaffende im Gefängnis
Zum Jahresende 2019 sitzen weltweit 389 Journalistinnen, Journalisten und andere Medienschaffende in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit im Gefängnis, zwölf Prozent mehr als vor einem Jahr. Fast...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2018
Weltweit 80 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 80 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, 15 mehr als im Vorjahr....

- Rangliste der Pressefreiheit 2018
Immer mehr Hetze gegen Journalisten in Europa
In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Journalistinnen und Journalisten sind dort zunehmend medienfeindlicher...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2017
Weltweit 65 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Fast die Hälfte von ihnen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2017
Medienfreiheit in Demokratien bedroht
Medienfeindliche Rhetorik führender Politiker, restriktive Gesetze und politische Einflussnahme in Demokratien haben zu einer Verschlechterung der Lage für Journalisten und Medien weltweit...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit 74 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit getötet worden. Fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen....

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit mindestens 348 Journalisten in Haft
Die Repressionswelle seit dem Putschversuch in der Türkei hat die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten in diesem Jahr deutlich in die Höhe getrieben. Das geht aus dem heute veröffentlichten...

- Rangliste der Pressefreiheit 2016
Journalisten weltweit unter zunehmendem Druck
Journalisten und unabhängige Medien stehen weltweit unter zunehmendem Druck. In allen Weltregionen ist im vergangenen Jahr ein Rückgang ihrer Freiräume zu beobachten gewesen. Das geht aus der...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2015
67 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit 110 Journalisten getötet worden. Mindestens 67 von ihnen starben nach Recherchen von Reporter ohne Grenzen wegen ihrer Arbeit – einer mehr als im Jahr 2014....

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2015
Weltweit derzeit 54 Journalisten entführt
Weltweit sind derzeit 54 Journalisten entführt, ein Drittel mehr als zum gleichen Zeitpunkt Ende 2014. Das geht aus dem heute veröffentlichten ersten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit von...

- Guatemala
Straflosigkeit konsequent bekämpfen
Reporter ohne Grenzen ist besorgt über die zunehmende Zahl von Übergriffen und Repressionen gegen Journalisten in Guatemala. Immer öfter werden Journalisten bedroht oder unter Druck gesetzt, um Themen...
