Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Mexiko
AmerikaMexiko bleibt das gefährlichste Land für Journalist*innen außerhalb von Kriegsgebieten. Die Verstrickung von Politik und organisiertem Verbrechen macht es lebensgefährlich, über sensible Themen wie Korruption oder Drogen- und Menschenhandel zu berichten, und lähmt die juristische Verfolgung von Straftaten gegen Medienschaffende. Sie werden systematisch bedroht, verschleppt oder ermordet. Viele flüchten aus dem Land. Die Medienlandschaft, vor allem der Fernsehsektor, ist sehr konzentriert.
MEDIEN
Mexiko ist eines der Länder mit der höchsten Medienbesitzkonzentration der Welt, was es kleinen, unabhängigen Medien sehr schwer macht, am Markt zu bestehen. Der Telekommunikationssektor wird von Telmex beherrscht, der Radio- und Fernsehsektor von Televisa und TV Azteca. Ein weiterer wichtiger Akteur ist die Organización Editorial Mexicana (OEM), die 32 Tageszeitungen, 24 Radiosender und über 40 Webseiten betreibt. Immer mehr unabhängige Medienschaffende veröffentlichen ihre eigenen Inhalte daher in den sozialen Netzwerken.
POLITIK
Bei den Wahlen in 2024 wurde Claudia Sheinbaum zur Präsidentin gewählt. Sie ist die Nachfolge von Andrés Manuel López Obrador, der der gleichen Partei (Morena) angehörte. Während des Wahlkampfs versprach Claudia Sheinbaum gegenüber Reporter ohne Grenzen (RSF), eine Reihe von Maßnahmen, die Journalismus stärken und Gewalt gegen die Presse bekämpfen sollen. Konkrete Fortschritte lassen jedoch auf sich warten. Sheinbaum ist im Allgemeinen zurückhaltender im Ton und weniger konfrontativ gegenüber den Medien.
GESETZE
Die Pressefreiheit ist in der mexikanischen Verfassung festgeschrieben und durch ein entsprechendes Gesetz von 1917 geschützt. Es gibt keine Gesetze, die die Berichterstattung übermäßig einschränken. Zensur erfolgt zwar eher durch Drohungen oder gewalttätige Übergriffe, doch Journalist*innen und Redaktionen sind auch Ziel von Gerichtsverfahren, die zu Untersuchungshaft und Verurteilungen führen können.
WIRTSCHAFT
Die mexikanische Wirtschaft ist divers und umfasst Hightech-Industrien, Erdölförderung, Mineralienabbau und verarbeitendes Gewerbe. Das Land ist nach Brasilien die zweitgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas, wurde aber von der Corona-Pandemie schwer getroffen: Mehr als zwei Millionen Arbeitsplätze gingen verloren. Journalist*innen mussten sich nach alternativen Einkommensquellen umsehen, während sie versuchten, ihre freiberufliche Tätigkeit fortzusetzen. Von der prekären wirtschaftlichen Lage sind besonders diejenigen betroffen, die ihre eigenen kleinen Medienunternehmen betreiben. Das liegt vor allem daran, dass es keine Gesetze gibt, die eine faire und transparente Verteilung der staatlichen Werbemittel garantieren.
GESELLSCHAFT
Mexiko ist ein bevölkerungsreiches Land mit großen Ballungszentren wie Mexiko-Stadt und mindestens sieben weiteren Städten mit mehr als einer Million Einwohner*innen. Das Vertrauen in die Medien ist laut Reuters Institute erheblich gesunken und liegt bei etwa 36 Prozent. Viele Menschen beziehen ihre Nachrichten lieber über soziale Netzwerke als über klassische Medien. Ein Grund dafür ist, dass ein Teil des Publikums der Berichterstattung misstraut – etwa weil Medien als einseitig wahrgenommen werden oder unter Verdacht stehen, politischen oder wirtschaftlichen Interessen zu folgen. Einige Angebote – vor allem im öffentlich-rechtlichen Bereich – decken zwar ein breites Spektrum an Themen und Meinungen ab, erreichen aber noch nicht die gewünschte Vielfalt.
SICHERHEIT
Absprachen zwischen den lokalen Behörden und dem organisierten Verbrechen stellen eine ernsthafte Bedrohung für die Sicherheit von Medienschaffenden dar und lähmen das Justizsystem auf allen Ebenen. Journalist*innen, die insbesondere auf lokaler Ebene über heikle politische Themen oder Kriminalität berichten, werden eingeschüchtert, bedroht, immer wieder auch kaltblütig ermordet. Andere werden entführt und verschwinden spurlos. Viele fliehen zu ihrem eigenen Schutz in andere Teile des Landes oder ins Ausland. Seit 2000 wurden in Mexiko mehr als 150 Medienschaffende ermordet und 28 verschwanden spurlos.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
- Lateinamerika
Schon jetzt mehr getötete Journalisten als 2024
Sie berichteten über Korruption, organisiertes Verbrechen oder Umweltthemen: Seit Januar wurden mindestens 13 Journalisten in Lateinamerika getötet. Das sind vier mehr als im vergangenen Jahr...

- Rangliste der Pressefreiheit 2025
Wirtschaftlicher Druck schwächt Pressefreiheit
Die Pressefreiheit ist weltweit auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (RSF) am 2. Mai 2025 veröffentlicht hat. In 90 von 180...

- Mexiko
Journalist entführt und ermordet
Raúl Irán Villarreal Belmont, mexikanischer Journalist und Anwalt, wurde in San Luis de la Paz, der Hauptstadt des Bundesstaates Guanajuato, erschossen. Einige Tage vor seiner Ermordung, am 11....

Wieder Journalist trotz Schutzprogramm ermordet
Er ist bereits der dritte Journalist, der in diesem Jahr in Mexiko ermordet wurde: Der Gründer und Leiter der Facebook-Nachrichtenseite El Silaoense Mx Kristian Zavala wurde am frühen Sonntagmorgen...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2024
Weltweit 54 Journalisten getötet und 550 in Haft
Sie berichten über Kriege, organisierte Kriminalität und Proteste und bezahlen mit ihrem Leben: In diesem Jahr sind 54 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden. Besonders...

- Journalismus in Zeiten von #MeToo
Trotz Gewalt mehr Berichte zu Frauenrechten
Seit Beginn der #MeToo-Bewegung vor sieben Jahren, im Oktober 2017, hat die Berichterstattung zu Frauenrechten und geschlechtsspezifischer Gewalt deutlich zugenommen. Das ist ein Ergebnis des neuen...

Journalist Minuten nach Interview erschossen
Erneut ist ein Journalist in Mexiko getötet worden. Der 25-jährige Reporter Mauricio Cruz Solís wurde am Dienstag (29.10.2024) in Uruapan im Bundesstaat Michoacán erschossen. Cruz Solís arbeitete beim...

- Mexiko
Trotz Polizeischutz erschossen
Der mexikanische Journalist Alejandro Alfredo Martínez Noguez wurde am Sonntag, den 4. August 2024, in Celaya im Bundesstaat Guanajuato erschossen – obwohl er von Sicherheitskräften in einem...

- Rangliste der Pressefreiheit 2024
Gewalt bedroht Berichterstattung über Wahlen
Mehr Übergriffe im Umfeld von Wahlen und eine Rekordzahl von Ländern mit katastrophalen Bedingungen für Medienschaffende: Die Lage der Pressefreiheit hat sich im weltweiten Vergleich weiter deutlich...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Mexiko
Mord an Miroslava Breach weiter straffrei
Miroslava Breach, eine mexikanische Journalistin, die über den Einfluss des organisierten Verbrechens im Bundesstaat Chihuahua berichtete, wurde vor sieben Jahren ermordet, die Verantwortlichen...

- Internationaler Frauentag
Immer längere Haftstrafen für Journalistinnen
Das Schicksal von Maryna Zolatava steht beispielhaft für viele Frauen, die für ihren Mut einen hohen Preis bezahlen: Die belarussische Journalistin wurde zu zwölf Jahren Straflager verurteilt. Das...

Gewalt gegen Journalisten im Superwahljahr
Rund die Hälfte der Weltbevölkerung - 4,1 Milliarden Menschen - ist im Jahr 2024 zu Wahlen aufgerufen. Gewählt wird in mehr als 60 Staaten, darunter Russland, die USA, Deutschland und Indien. Um...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2023
Weniger Getötete trotz der Tragödie in Gaza
In diesem Jahr sind 45 Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das sind so wenige wie seit 2002 nicht mehr – trotz des Krieges zwischen Israel und der Hamas. In diesem...

Sicherheit muss Wahlkampfthema sein
Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert die neu gekürten Präsidentschaftskandidatinnen in Mexiko auf, den Schutz von Medienschaffenden zu einer Priorität in ihren Programmen zu machen. Mexiko ist seit...
