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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Südafrika
Zentral- und südliches AfrikaSüdafrika garantiert die Pressefreiheit, investigativer Journalismus ist weit verbreitet. Zuletzt häuften sich jedoch verbale Angriffe von Politiker*innen oder politischen Aktivist*innen auf Medienschaffende.
MEDIEN
Die Medienlandschaft in Südafrika ist robust, divers und dynamisch. Die Medien scheuen sich nicht, die Verwicklungen einflussreicher Persönlichkeiten in Skandale aufzudecken. Da viele Webseiten wie das populäre News 24 zu einem Bezahlmodell übergegangen sind, hat ein Teil der Bevölkerung, der sich die Gebühren nicht leisten kann, immer weniger Zugang zu Online-Artikeln. The Sunday Times ist nach wie vor die meistverkaufte Zeitung. Die unabhängige Daily Maverick ist ebenfalls sehr beliebt und nach wie vor kostenlos zugänglich.
POLITIK
Insbesondere in den sozialen Netzwerken weiten sich politische Spannungen mitunter zu Desinformations- oder Diffamierungskampagnen gegen Medienunternehmen aus. Der seit 1994 regierende African National Congress (ANC) greift gelegentlich auf solche Methoden zurück, doch die Kampagnen der Oppositionspartei EFF (Economic Freedom Fighters) sind bei weitem die heftigsten. Ihre Anführer*innen und Anhänger*innen schrecken nicht vor Aufrufen zur Gewalt zurück und bezichtigen bestimmte Medienschaffende des Rassismus.
GESETZE
Die Verfassung von 1996 schützt die Pressefreiheit. Allerdings werden Gesetze aus der Zeit der Apartheid und zur Terrorismusbekämpfung zur Einschränkung der Berichterstattung über Institutionen genutzt, die angeblich von „nationalem Interesse“ sind. 2021 ordnete das Verfassungsgericht eine Änderung des Gesetzes über das Abhören von Kommunikation an, um die Vertraulichkeit von Telefongesprächen zu gewährleisten und journalistische Quellen besser zu schützen.
WIRTSCHAFT
Die hohen Betriebskosten hemmen die Entwicklung kleiner unabhängiger Medien, deren Zahl sich durch die schlimmste Rezession seit Jahrzehnten aufgrund der Corona-Pandemie ohnehin schon dezimiert hat. Die Regierung hat erhebliche Macht, bevorzugte Medien durch Werbeausgaben zu unterstützen und damit zu begünstigen; eine Praxis, die sich auch die Präsidentschaft Cyril Ramaphosas vorwerfen lassen muss.
GESELLSCHAFT
Die Öffentlichkeit schätzt die Berichterstattung der Medien – möglicherweise ein Relikt aus der Zeit der Apartheid, als Journalist*innen häufig auf Missstände aufmerksam machten. Generell besteht ein großes öffentliches Interesse an Politik, Kriminalität, Justiz und gesellschaftlichen Fragen. Einige Themen gelten nach wie vor als heikel, und Journalist*innen werden bei der Berichterstattung über Proteste oft behindert.
SICHERHEIT
Journalist*innen werden selten verhaftet. Dennoch wurde der Journalist Thomo Nkgadima im Dezember 2023 für mehr als 48 Stunden festgehalten. Gefährdet ist vor allem, wer über die endemische Korruption berichtet. Im Jahr 2023 führte das Wirtschaftskonglomerat Moti Group einen erfolglosen Rechtsstreit gegen das investigative Medienunternehmen amaBhungane, nachdem dieses über Interessenkonflikte in Motis Bergbauunternehmen berichtet hatte. Ein weiterer besorgniserregender Trend ist die Polizeigewalt gegen Journalist*innen und die Überwachung von investigativen Reporter*innen.
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