Mexiko

Nach Morddrohungen: Lokaljournalist erschossen

Nach Morddrohungen: Lokaljournalist erschossen
© Facebook / Noticias San Martin Texmelucan
Der getötete Journalist Josué Martínez Contreras.

Die tödliche Gewalt an Journalist*innen in Mexiko nimmt kein Ende: Am Donnerstag, den 16. Juli 2026, wurde Josué Martínez Contreras, Leiter des digitalen Nachrichtenportals Noticias San Martín Texmelucan, erschossen. Laut Medienberichten konnten die Täter auf einem Motorrad unerkannt fliehen. Der Journalist starb nicht weit von seinem Haus in San Martín Texmelucan im Bundesstaat Puebla vor den Augen seines 13-jährigen Sohnes. Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert die mexikanischen Behörden auf, den Fall unverzüglich aufzuklären und den Schutz von Journalist*innen dringend zu verbessern. 

„Sechs Journalist*innen wurden seit Jahresbeginn in Mexiko ermordet – wie viele müssen noch sterben, bis die Behörden Medienschaffende endlich besser schützen und solche Verbrechen konsequent bestrafen“, sagt Maren Pfalzgraf, RSF-Pressereferentin für Lateinamerika. „Die Versäumnisse der mexikanischen Regierung machen solche Verbrechen immer wieder möglich. Sie muss endlich konkrete Maßnahmen vorlegen, um solche Tötungen künftig zu verhindern.“

Bereits im Vorfeld Drohungen 

Der Journalist leitete die Facebook-Seite Noticias San Martín Texmelucan, wo er für seine über 155.000 Follower*innen unter anderem über Sicherheitsthemen, die Kommunalverwaltung und Umwelt- sowie Katastrophenschutz berichtete. Dabei thematisierte er insbesondere den Umgang mit öffentlichen Geldern. 

In der Vergangenheit erhielt Contreras bereits Morddrohungen: In einem Interview mit dem Nachrichtenportal A Tiempo Noticias, das er acht Monate vor seiner Ermordung gab, berichtete er, dass er telefonisch bedroht worden sei. Er fügte hinzu, dass dies mit seiner Berichterstattung über illegale Wasserleitungen zusammenhänge. 

Journalist vermisst und tot aufgefunden

Mexiko gehört zu den gefährlichsten Ländern für Medienschaffende. Auch im Bundesstaat Puebla kommt es immer wieder zu Gewalt gegenüber Journalist*innen. Die lokale Menschenrechtsorganisation Article 19 dokumentierte 39 Angriffe auf Journalist*innen und Medienhäuser im Jahr 2025 – die zweithöchste Zahl im Land nach Mexiko-Stadt. Erst kürzlich wurde Manuel Alejandro Moreno Serna ermordet. Auch er berichtete über Umweltthemen und wurde zuvor über anonyme Social-Media-Accounts bedroht.