Er berichtete über Umweltzerstörung, Wassermanagement und mutmaßliche Korruption lokaler Behörden und Unternehmen: Der mexikanische Umweltjournalist Manuel Alejandro Moreno Serna, bekannt als Alex Serna, ist ermordet worden. Der 39-jährige freie Journalist aus der Gemeinde Zihuatanejo de Azueta im südlichen Bundesstaat Guerrero galt bereits seit dem 20. Juni als vermisst. Am 3. Juli bestätigte die Menschenrechtskommission des Bundesstaates Guerrero den Fund der menschlichen Überreste am Rand einer Autobahn. Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert die mexikanischen Behörden auf, den Fall umgehend unabhängig und umfassend aufzuklären und dabei vorrangig zu prüfen, ob der Mord mit seiner journalistischen Arbeit zusammenhängt. Serna ist bereits der fünfte Journalist, der in Mexiko seit Jahresbeginn ermordet wurde.
„Der Mord an Alex Serna zeigt, dass Journalist*innen in Mexiko weiterhin auf grausamste Weise zum Schweigen gebracht werden. Und das nur, weil sie ihre Arbeit machen und die Öffentlichkeit über Missstände informieren“, sagt Maren Pfalzgraf, RSF-Pressereferentin für Lateinamerika. „Die mexikanischen Behörden müssen die Täter unbedingt zur Rechenschaft ziehen, damit die grassierende Straflosigkeit endlich ein Ende nimmt.“
Nach Umweltrecherchen: Journalist erhielt Morddrohungen
Serna veröffentlichte seine Berichte hauptsächlich auf Facebook, YouTube und Instagram. In seinem letzten Beitrag erhob er Vorwürfe gegen ein ausländisches Unternehmen, das Mangos trocknet. Seinen Recherchen zufolge soll das Unternehmen Wasser aus einem Fluss in der Region um Zihuatanejo entnehmen, ohne über die erforderlichen Umweltgenehmigungen zu verfügen.
Obwohl Serna bereits Morddrohungen erhalten hatte, stand er nicht unter staatlichem Schutz. Vor seinem Verschwinden hatte er öffentlich gemacht, dass er über anonyme Social-Media-Accounts bedroht worden war. Die Absender behaupteten, seinen Aufenthaltsort zu kennen, und forderten ihn auf, seine Recherchen einzustellen. Wenige Tage nach seinem Verschwinden veröffentlichte das Nachrichtenmedium Al Punto Guerrero eine Tonaufnahme, in der Serna um Hilfe bittet und sagt, er werde gegen seinen Willen festgehalten – als Vergeltung für seine Recherchen zu schweren Umweltschäden in der Region.
Entführte Journalistin ebenfalls ermordet
Die wiederholten Angriffe zeigen, dass Journalist*innen in Mexiko trotz der Schutzversprechen der Behörden massiv gefährdet sind. Auch die Journalistin Roxana Guzmán wurde am 2. Juni entführt und ihr Tod Anfang Juli bestätigt. Sie filmte, wie Unbekannte sie bedrohten und ihre Haustür aufbrachen.
Besonders Recherchen zu Korruption, organisierter Kriminalität und Umweltverbrechen bringen Medienschaffende in Lebensgefahr. Im Bundesstaat Guerrero wurden im Jahr 2025 bereits die Journalisten José Carlos González Herrera und Ronald Paz Pedro erschossen.
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