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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.

Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.

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Trotz der Dynamik einiger Mediengruppen ist der Ruf dieses pazifischen Inselarchipels als regionales Vorbild für Pressefreiheit in den vergangenen Jahren durch Druck von Regierungen untergraben worden, die mit politischer Instabilität konfrontiert sind.

MEDIEN

Der Kampf für Pressefreiheit wird seit langem durch den Samoa Observer symbolisiert, eine unabhängige Tageszeitung, die 1978 gegründet wurde und Drohungen, Schikanen sowie die Brandstiftung an ihrem Hauptsitz überstanden hat und daher bei Redaktionen im gesamten Pazifik hohes Ansehen genießt. Die andere wichtige Zeitung ist Savali, eine staatseigene, zweisprachige (Samoanisch/Englisch) Wochenzeitung, die sich auf eine positive Berichterstattung über Regierungsaktivitäten konzentriert. Der wichtigste Fernsehsender, TV1, entstand aus der Privatisierung der staatlichen Samoa Broadcasting Corporation. Die Talamua-Gruppe betreibt SamoaFM und weitere Medienangebote, während sich der nationale Radiosender 2AP als „Stimme der Nation“ bezeichnet. Im Jahr 2024 wurde mit The New Atoll ein neues unabhängiges Online-Magazin gegründet.

POLITIK

Obwohl Samoa eine parlamentarische Demokratie mit freien Wahlen ist, war die Human Rights Protection Party (HRPP) fast vier Jahrzehnte lang an der Macht – eine Zeit, in der rechtlicher Druck und restriktive Gesetzgebung die Pressefreiheit wiederholt untergruben. Seit dem Jahr 2021 und dem Ende der HRPP-Herrschaft haben aufeinanderfolgende Regierungen den Druck auf Journalist*innen verstärkt und den Zugang zu politischen Veranstaltungen weitgehend eingeschränkt, häufig indem sie staatliche Informationen nicht öffentlich zugänglich machen. Der Samoa Observer, die einzige unabhängige Tageszeitung des Landes, ist dabei besonders wiederkehrender Kritik von Regierungsvertreterinnen und starken Zugangsbeschränkungen ausgesetzt.

GESETZE

Lokale Organisationen, insbesondere die Journalists Association of (Western) Samoa (JAWS), fordern die Abschaffung von Abschnitt 117A des Verleumdungsgesetzes. Dieses Gesetz sieht Haftstrafen und hohe Geldstrafen vor und ermöglicht den Einsatz von missbräuchlichen Klagen zur Einschüchterung von Journalist*innen – auch SLAPP genannt, Strategic Lawsuits Against Public Participation. Im Jahr 2013 entkriminalisierten die Behörden die Verleumdung, was echte Hoffnungen auf Pressefreiheit weckte, die jedoch im Dezember 2017 zunichtegemacht wurden, als das Parlament das Gesetz unter Druck des damaligen Premierministers Tuila’epa Sa’ilele Malielegaoi wieder einführte. Er nutzte es, um diejenigen Journalist*innen anzugreifen, die es wagten, Mitglieder seiner Regierung zu kritisieren. Medienschaffenden ist kein Zugang zu öffentlichen Informationen garantiert. Die forwährende Weigerung der Regierung, Daten mit Journalist*innen zu teilen und sich ihrer Kontrolle zu stellen, wurde während zweier Gesundheitskrisen deutlich: eines schweren Masernausbruchs 2019 sowie der COVID-19-Pandemie 2020 und 2021.

WIRTSCHAFT

Das wirtschaftliche Umfeld für Medien in Samoa ist fragil und angespannt: Trotz etablierter Medien wie dem Samoa Observer schränken sinkende Werbeeinnahmen, ein schwieriger digitaler Wandel und mangelnde institutionelle Unterstützung die finanzielle Tragfähigkeit der Medienorganisationen ein. Die prekäre Lage hat erhebliche Auswirkungen auf redaktionelle Unabhängigkeit, die Fähigkeit zur Produktion qualitativ hochwertigen Journalismus und die Medienvielfalt im gesamten Archipel.

GESELLSCHAFT

Die samoanische Gesellschaft ist zu 98 Prozent christlich. Sowohl protestantische als auch katholische Kirchen sind stark in den Medien präsent, was seit dem Jahr 2017 deutlich zugenommen hat, als das Christentum in der Präambel der Verfassung zur Staatsreligion erklärt wurde. Themen wie geschlechtsspezifische Gewalt, Rechte von Homosexuellen und Abtreibung werden aus der öffentlichen Debatte ausgeklammert. Der Machtantritt der FAST-Partei im Jahr 2021 hat diese Tabus bestätigt.

SICHERHEIT

Die Journalists Association of (Western) Samoa (JAWS) ist die wichtigste Verfechterin der Pressefreiheit in Samoa. 2020 drohte der damalige Premierminister Tuila’epa, Facebook zu verbieten, als Reaktion auf journalistische Inhalte, die ihm missfielen. Anschließend verklagte er persönlich einen Blogger wegen Verleumdung. Anfang 2025 wurden Journalist*innen und ihre Familien Ziel von Online-Todesdrohungen, woraufhin die Samoan Alliance of Media Practitioners for Development (SAMPOD) die Schikanen als „Angriffe auf die vierte Gewalt und die Demokratie“ verurteilte.

Ihre Ansprechperson


Fabio Niewelt (keine Pronomen oder they/them)
Assistenz Kommunikation
[email protected]

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