Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Tadschikistan
Europa - ZentralasienUnter der repressiven Herrschaft von Emomali Rachmon verschlechtert sich der Zustand der Pressefreiheit im ärmsten Land Zentralasiens kontinuierlich. Aktuell baut der seit 1994 regierende Präsident Tadschikistan von einer Autokratie zu einem repressiven Überwachungsstaat um. Berichterstattung wird behindert und zensiert. Selbstzensur ist weit verbreitet. Dutzende Medienschaffende haben das Land verlassen.
MEDIEN
Die meisten unabhängigen Medien mussten wegen zunehmenden Drucks schließen. Kritische Nachrichtenportale und soziale Netzwerke werden blockiert. Asia-Plus ist das letzte große unabhängige Onlinemedium, das noch im Land existiert. Fernsehen ist das beliebteste Medium. Es gibt mehr als ein Dutzend privater TV-Sender sowie russische Kanäle. In abgelegenen Gebieten ist Radio oft die einzige Informationsquelle. Printmedien erscheinen in niedrigen Auflagen. Regierungskritische Medien werden aus dem Ausland betrieben. Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung hat Zugang zum Internet. Ausländischen Medienschaffenden kann die Akkreditierung verweigert oder entzogen werden..
POLITIK
Die Regierung überwacht Radio und Fernsehen und baut die digitale Überwachung immer weiter aus. Medienschaffende werden eingeschüchtert, erpresst und vom Geheimdienst schikaniert. Viele zensieren sich selbst. Einige wurde offiziell als Terroristen eingestuft. Trollfabriken bekämpfen im Auftrag der Regierung kritische Kommentare im Internet. Über die brutale Niederschlagung der im Sommer 2022 ausgebrochenen Unruhen im Autonomiegebiet Berg-Badachschan darf nicht berichtet werden.
GESETZE
Um kritische Berichterstattung zu verhindern, missbraucht das Regime Gesetze gegen Hass und Hetze und die Verbreitung von Fake News. Auf Präsidentenbeleidigung stehen bis zu fünf Jahre Haft. Während der Corona-Pandemie machte ein Gesetz gegen die Verbreitung von Falschinformationen über Epidemien kritische Berichte unmöglich. Medienschaffende sind gesetzlich verpflichtet, bei jeder Erwähnung von Präsident Rachmon dessen offiziellen Titel „Gründer von Frieden und Einigkeit und Anführer der Nation“ zu verwenden.
WIRTSCHAFT
Rechtliche und bürokratische Hürden behindern den wirtschaftlichen Erfolg tadschikischer Medien. Dazu kommen hohe Steuern. Zudem ist der Werbemarkt nur schwach entwickelt: Einnahmen aus Reklame spielen bei der Finanzierung von Medien daher nur eine geringe Rolle. Die Gehälter in der Medienbranche sind niedrig. Viele erfahrene Medienschaffende drängen in andere Berufe.
GESELLSCHAFT
Behörden beantworten Anfragen unabhängiger Medien nicht. Themen wie gleichgeschlechtliche Ehe, Homosexualität und außereheliche Beziehungen sind für Medienschaffende tabu. Gleiches gilt für Geschäfte des Präsidenten und seiner Familie sowie die verbotene Partei der Islamischen Wiedergeburt. Nach dem Ausbruch eines Grenzkonflikts mit dem benachbarten Kirgistan im Jahr 2021 wurden Kirgisinnen und Kirgisen von tadschikischen Medien und im Internet beschimpft und beleidigt.
SICHERHEIT
Kritisieren Medienschaffende die Regierung, riskieren sie Belästigung durch den Geheimdienst, körperliche Angriffe und Haft. Doch were über der Regierung mißliebige Themen recherchiert, bringt nicht nur sich selbst in Gefahr: Auch Angehörige und Freunde werden zum Ziel von Repressionen. In den vergangenen Jahren wurden mehrere Medienschaffende zu hohen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren verurteilt.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
Jahresbilanz: 88 Journalisten und 47 Blogger getötet
88 Journalisten sowie 47 Blogger und Bürgerjournalisten wurden 2012 bei ihrer Arbeit getötet – mehr als je zuvor, seit Reporter ohne Grenzen 1995 die erste Jahresbilanz veröffentlichte. Das geht aus...

- Rangliste der Pressefreiheit
Aufstände in den arabischen Ländern verändern Rangliste stark / Wachsende Gegensätze in Europa
Wie eng Demokratie und Medienfreiheit zusammenhängen, zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (ROG) in diesem Jahr zum 10. Mal herausgibt. Die Liste spiegelt die...

Absurde Forderung der Regierung nach Auslieferung von Journalisten
Reporter ohne Grenzen (ROG) kritisiert die Versuche der tadschikischen Regierung, die Rückkehr eines exilierten Journalisten zu erzwingen. Die derzeitigen Bemühungen der Regierung um eine...

- Rangliste der Pressefreiheit 2009
Rangliste der Pressefreiheit 2009: Vorreiterrolle der europäischen Staaten in Gefahr
Mit Sorge betrachtet Reporter ohne Grenzen (ROG) die sukzessive Verschlechterung der Situation von Medien und Journalisten in einigen europäischen Ländern. Anlässlich der Veröffentlichung der neuen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2009
ROG-Bericht zur Pressefreiheit: Bulgarien ist Schlusslicht in der EU
Die Informationsvielfalt und der investigative Journalismus sind in Bulgarien ernsthaft bedroht. Dies ist das Ergebnis eines neuen Berichtes von Reporter ohne Grenzen (ROG) zur Lage der Pressefreiheit...

- Jahresbericht 2008
ROG-Jahresbericht: Kritik an mangelndem öffentlichen Einsatz für Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) hat politischen Akteuren in aller Welt „Versagen und Doppelzüngigkeit“ bei der Verteidigung der Meinungsfreiheit vorgeworfen. „Das fehlende Rückgrat einiger westlicher...

- Rangliste der Pressefreiheit 2007
Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht
An Spitze und Schluss verändert sich wenig / Bewegungen im Mittelfeld. Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute zum sechsten Mal die Rangliste der Pressefreiheit. Sie vergleicht die Lage der...

- Rangliste der Pressefreiheit 2006
Demokratien müssen sich stärker für Pressefreiheit einsetzen
„Die Lage der Pressefreiheit ist weltweit alarmierend“, so das Fazit von Reporter ohne Grenzen (ROG) zu dem heute erscheinenden Jahresbericht der Organisation. „Erschreckend viele Journalisten und...

- Rangliste der Pressefreiheit 2005
Nord-Korea ist Schlusslicht westliche Demokratien rutschen ab
Nordkorea ist auch in diesem Jahr Schlusslicht der heute veröffentlichten vierten Rangliste zur weltweiten Situation der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (167. und letzter Rang). Es folgen...

Bilanz 2004: Tödlichstes Jahr für Journalisten seit einem Jahrzehnt
Berlin/Paris, 5. Januar 2005. Im vergangenen Jahr sind mindestens 53 Journalistinnen und Journalisten während oder wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Dies sind die höchsten Zahlen seit 1995;...

- Rangliste der Pressefreiheit 2004
Dritte Rangliste zur Pressefreiheit weltweit
Mittlerer Osten und Ostasien schneiden am schlechtesten ab EU-Länder rangieren unter den ersten 40; Russland, Zentralasien und der Kaukasus hinken hinterher Die heute von Reporter ohne Grenzen (RoG)...

- Tadschikistan
„Nicht ohne meine Zeitung“ – Rückkehr nach Tadschikistan aus dem Exil
Der Journalist Dododjon Atovulloev kehrt morgen nach elf Exil-Jahren in seine Heimat Tadschikistan zurück. 1993 floh er nach Russland, später nach Deutschland, weil sein Leben bedroht war: Seine...

- Rangliste der Pressefreiheit 2003
Schlusslichter Nordkorea und Kuba - Kritik auch an USA und Israel
Journalisten und Medien kämpfen überall auf der Welt mit politischen Schwierigkeiten. Unabhängige Presse ist häufig verboten und Vielfalt durch Medienkonzentration, staatliche Monopole oder Zensur...

- Rangliste der Pressefreiheit 2002
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Index zur weltweiten Situation der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute zum ersten Mal einen Index zur weltweiten Situation der Pressefreiheit in 139 Staaten. Dabei zeigen sich überraschende Ergebnisse für die westlichen...
