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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Italien
Europa - ZentralasienDie Pressefreiheit in Italien wird weiterhin durch mafiöse Strukturen – insbesondere im Süden – und durch gewaltbereite extremistische Kleingruppen bedroht. Journalist*innen kritisieren zudem Versuche von Politiker*innen, ihre freie Berichterstattung über Gerichtsverfahren durch die sogenannte legge bavaglio einzuschränken. Dieses „Knebelgesetz“ verschärft den Druck zusätzlich zu strategischen Klagen gegen öffentliche Beteiligung – missbräuchlichen Verfahren, sogenannten SLAPPs –, die in Italien weit verbreitet sind.
MEDIEN
Die italienische Medienlandschaft umfasst ein breites Spektrum an Medien, die echte Meinungsvielfalt garantieren. Im Rundfunksektor gibt es mehrere öffentlich-rechtliche TV-Sender (z. B. Rai 1) und Radioprogramme sowie zahlreiche private Anbieter. Auch die Printmedien sind vielfältig: Rund 20 Tageszeitungen (Corriere della Sera, La Repubblica), etwa 50 Wochenmagazine (L’Espresso, Famiglia Cristiana), zahlreiche Zeitschriften und Online-Nachrichtenportale prägen das Angebot. Dennoch bestehen Gefahren für den Medienpluralismus – insbesondere durch Übernahmeversuche im Mediensektor, welche die redaktionelle Unabhängigkeit untergraben könnten.
POLITIK
Italienische Medienschaffende arbeiten insgesamt in einem Klima der Freiheit. Allerdings zensieren sie sich mitunter selbst – teils aus Rücksicht auf die redaktionelle Linie ihres Hauses, teils aus Angst vor Verleumdungsklagen oder anderen juristischen Folgen. Besonders betroffen sind Gerichts- und Kriminalreporter*innen, da das von der Regierung Meloni verabschiedete legge bavaglio ihnen verbietet, über Haftbeschlüsse vor Ende der Vorverhandlung zu berichten. Journalist*innenverbände kritisieren zudem die wachsende politische Einflussnahme auf öffentlich-rechtliche Medien. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk RAI – der wichtigste Sender des Landes – sieht sich erneut direkter Einflussnahme ausgesetzt, mit dem Ziel, ihn in ein politisches Propagandainstrument im Dienst der Regierung zu verwandeln.
GESETZE
Ein legislativer Stillstand blockiert derzeit mehrere Gesetzesinitiativen, welche die journalistische Freiheit schützen oder stärken sollen. Dies trägt dazu bei, dass Journalist*innen bei ihrer Arbeit auf erhebliche Einschränkungen stoßen. Die strafrechtliche Verfolgung von Verleumdung und die häufige Anwendung von SLAPP-Klagen schränken die Pressefreiheit zusätzlich ein.
WIRTSCHAFT
Italiens Medien sind zunehmend von Werbeeinnahmen und staatlichen Subventionen abhängig. Die Auflagenzahlen im Printbereich sinken stetig. Besorgniserregend ist zudem die geplante Übernahme der Nachrichtenagentur Agenzia Giornalistica Italiana durch Antonio Angelucci – Abgeordneter der Regierungsmehrheit und bereits Eigentümer mehrerer großer Tageszeitungen. Diese Entwicklung verstärkt die Gefahr der Medienkonzentration und Interessenkonflikte. Die wachsende wirtschaftliche Unsicherheit gefährdet die Unabhängigkeit und Innovationskraft des Journalismus massiv.
GESELLSCHAFT
Die zunehmende Polarisierung der italienischen Gesellschaft entzündet sich vor allem an politischen und ideologischen Fragen des aktuellen Zeitgeschehens. Das wirkt sich unmittelbar auf Journalist*innen aus, die bei politischen Kundgebungen immer wieder verbal und körperlich angegriffen werden.
SICHERHEIT
Medienschaffende, die über das organisierte Verbrechen, Korruption und die Mafia recherchieren, werden systematisch bedroht und mitunter körperlich angegriffen. In manchen Fällen ist es sogar zu Brandanschlägen auf ihre Autos oder Häuser gekommen. Daneben sollen Einschüchterungskampagnen im Internet Journalist*innen „bestrafen“, die den Mut haben, so heikle Themen wie geheime Absprachen zwischen Mafia-Clans und Lokalpolitiker*innen aufzudecken. Rund 20 Medienschaffende erhalten aufgrund von Einschüchterungen, Morddrohungen oder Angriffen dauerhaft rund um die Uhr Polizeischutz.
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Aktuelles
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Kritik an mangelndem öffentlichen Einsatz für Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) hat politischen Akteuren in aller Welt „Versagen und Doppelzüngigkeit“ bei der Verteidigung der Meinungsfreiheit vorgeworfen. „Das fehlende Rückgrat einiger westlicher...

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Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht
An Spitze und Schluss verändert sich wenig / Bewegungen im Mittelfeld. Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute zum sechsten Mal die Rangliste der Pressefreiheit. Sie vergleicht die Lage der...

Mafiaattentat auf sizilianischen Journalisten nur knapp verhindert
Reporter ohne Grenzen verurteilt den Attentatsversuch auf den italienischen Journalisten Lirio Abbate auf das Schärfste. In der Nacht vom ersten auf den zweiten September entkam der Journalist nur...

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Demokratien müssen sich stärker für Pressefreiheit einsetzen
„Die Lage der Pressefreiheit ist weltweit alarmierend“, so das Fazit von Reporter ohne Grenzen (ROG) zu dem heute erscheinenden Jahresbericht der Organisation. „Erschreckend viele Journalisten und...

Zeitungsredaktionen durchsucht
Ein Dutzend Polizisten durchsuchte am 11. August elf Stunden lang die mailändische Redaktion der Tageszeitung La Repubblica. Der verantwortliche Staatsanwalt Giancarlo Tarquini aus Brescia ermittelt...

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Nord-Korea ist Schlusslicht westliche Demokratien rutschen ab
Nordkorea ist auch in diesem Jahr Schlusslicht der heute veröffentlichten vierten Rangliste zur weltweiten Situation der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (167. und letzter Rang). Es folgen...

Bilanz 2004: Tödlichstes Jahr für Journalisten seit einem Jahrzehnt
Berlin/Paris, 5. Januar 2005. Im vergangenen Jahr sind mindestens 53 Journalistinnen und Journalisten während oder wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Dies sind die höchsten Zahlen seit 1995;...

- Rangliste der Pressefreiheit 2004
Dritte Rangliste zur Pressefreiheit weltweit
Mittlerer Osten und Ostasien schneiden am schlechtesten ab EU-Länder rangieren unter den ersten 40; Russland, Zentralasien und der Kaukasus hinken hinterher Die heute von Reporter ohne Grenzen (RoG)...

- Freedom of the Press throughout the World
Rangliste der Pressefreiheit 2004
"Freedom of the Press throughout the World"An jedem 3. Mai, dem internationalen Tag der Pressefreiheit, erscheint unser Jahresbericht "Freedom of the Press throughout the world", in dem wir die...

- Gipfel in Mexiko: Staaten sollen sich für Pressefreiheit einsetzen
Kuba ist von 58 teilnehmenden Staaten Schlusslicht in Sachen Pressefreiheit
Berlin/Paris, 28. Mai 2004. Reporter ohne Grenzen fordert die derzeit im mexikanischen Guadalajara versammelten Staats- und Regierungschefs auf, die kubanische Delegation zur Wahrung der...

Medienkonzentration in Italien gesetzlich verankert - Italienisches Parlament verabschiedet Mediengesetz Gasparri
Berlin, 5.Mai 2004. Der italienische Senat hat am 29. April das so genannte Mediengesetz Gasparri verabschiedet. Das Gesetz – benannt nach dem italienischen Kommunikationsminister – soll den Weg zum...

Mediengesetz Gasparri gestoppt
Die internationale Menschenrechtsorganisation Reporter ohne Grenzen hat die Entscheidung des italienischen Staatspräsidenten Carlo Azeglio Ciampi, dem Mediengesetz Gasparri seine Unterschrift zu...

- Italien
Reporter ohne Grenzen fordert den italienischen Staatspräsidenten auf, das neue Mediengesetz nicht zu unterschreiben
Das italienische Parlament hat am Dienstagabend das Gesetz Gasparri - ein neues Mediengesetz - verabschiedet. Das Gesetz sei ein schwerwiegender Verstoß gegen die Pressefreiheit, erklärt Reporter ohne...

- Rangliste der Pressefreiheit 2003
Schlusslichter Nordkorea und Kuba - Kritik auch an USA und Israel
Journalisten und Medien kämpfen überall auf der Welt mit politischen Schwierigkeiten. Unabhängige Presse ist häufig verboten und Vielfalt durch Medienkonzentration, staatliche Monopole oder Zensur...

Interessenkonflikt in der Medienlandschaft: Der Sonderfall Italien
Medienkonzentration ist kein neues Phänomen in Europa; Berlusconis Kombination von politischer Macht und Medienbesitz ist jedoch einzigartig. Der Konflikt zwischen Berlusconis wirtschaftlichen...
