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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.

Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.

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Trotz einer pluralistischen Medienlandschaft ist der kosovarische Medienmarkt durch seine geringe Größe und ethnische Spaltung in seiner Entwicklung eingeschränkt. Politische Einflussnahme, Einschüchterungsklagen, unzureichender Informationszugang und ernsthafte Gefahren für Journalist*innen gefährden die Pressefreiheit.

MEDIEN

Trotz seiner geringen Größe und der ethnischen Spaltungen verfügt der Kosovo über eine pluralistische und dynamische Medienlandschaft. Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt RTK spielt eine wichtige Rolle; dominiert wird der stark konzentrierte Fernsehsektor jedoch von privaten Sendern mit Sitz in Pristina. Starke Online-Nachrichtenportale sind KOHA, BIRN, Kossev oder Kosovo 2.0. Letzteres berichtet als eines der wenigen Medien sowohl auf Albanisch als auch auf Serbisch. 

POLITIK

Obwohl Medien politische Verantwortung einfordern können, bleiben Journalist*innen Ziel politischer Angriffe. Die Medienaufsicht, die Independent Media Commission (IMC), gilt als ineffektiv; eine gesetzliche Reform wurde vom Verfassungsgericht als verfassungswidrig eingestuft. Vor den Parlamentswahlen Anfang 2025 boykottierte die Regierung mehrere private Medien. Auch die Unabhängigkeit des öffentlich-rechtlichen Senders RTK geriet unter Druck. Serbischsprachige Medien berichten zudem von Diskriminierung beim Zugang zu öffentlichen Informationen – besonders in ihrer Sprache, die zur verfassungsrechtlich geschützten Minderheit gehört.

GESETZE

Meinungsfreiheit, Quellenschutz und das Recht auf Information sind gesetzlich garantiert, Verleumdung und üble Nachrede wurden entkriminalisiert. Zudem behandelt die Justiz Fälle mit Bezug zu Journalist*innen inzwischen vorrangig. In jüngster Zeit sind jedoch immer mehr Journalist*innen zur Zielscheibe von SLAPP-Klagen durch Wirtschaftskonzerne und Politiker*innen geworden. Der Zugang zu öffentlichen Informationen scheitert oft an mangelnder Umsetzung der Gesetze, das Urheberrecht wird in der Praxis kaum durchgesetzt.

WIRTSCHAFT

Medien finanzieren sich überwiegend durch Werbung aus dem Privatsektor, gelegentlich durch kommunale Mittel oder Parteien. Politische und wirtschaftliche Einflussnahme auf Redaktionen ist über Medieneigentümer weit verbreitet. Serbischsprachige Medien sind von einem kleinen Markt abhängig; einige beziehen Mittel aus Serbien, während unabhängige Redaktionen ohne internationale Förderung kaum überlebensfähig wären.

GESELLSCHAFT

Obwohl Journalist*innen grundsätzlich angesehen sind, werden unabhängige Medien und investigative Reporter*innen häufig zur Zielscheibe von Beleidigungen und Falschmeldungen in den sozialen Netzwerken. Sie werden der „Kollaboration mit dem Feind“ beschuldigt – eine Rhetorik, die sich politische und religiöse Gruppen zu eigen gemacht haben.

SICHERHEIT

Seit Ende des Kosovo-Kriegs (1998–2005) wurden keine Journalist*innen mehr getötet, doch bleiben Morde und Verschwindenlassen aus jener Zeit straflos. In den letzten Jahren kam es vermehrt zu Bedrohungen und tätlichen Angriffen, häufig im Kontext organisierter Kriminalität oder der Spannungen zwischen Pristina und Belgrad. Einige Medienschaffende wurden zudem überwacht. Einige jüngere Angriffe auf Journalist*innen haben zu Verurteilungen geführt.

Ihre Ansprechpartnerin 


Katharina Weiß (sie/ihr)
Referentin Presse
[email protected]

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