Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Palästinensische Gebiete
Naher Osten und NordafrikaDer Gazastreifen ist für Journalist*innen der gefährlichste Ort der Welt geworden. Seit dem 7. Oktober 2023 wurden mehr als 220 von ihnen bei Angriffen der israelischen Armee getötet, 70 im Zusammenhang mit ihrer Arbeit. Im Westjordanland, wo Journalist*innen bereits Opfer von Übergriffen sowohl der Palästinensischen Autonomiebehörde als auch der israelischen Besatzungstruppen waren, hat sich der israelische Druck seit dem 7. Oktober 2023 verstärkt; Verhaftungen und Repressionen haben zugenommen.
MEDIEN
Die Berichterstattung über den Krieg im belagerten Gazastreifen übernehmen sowohl professionelle als auch durch nichtprofessionelle Medienschaffende. Sie nutzen ihre Accounts in den sozialen Medien, um die Welt über das tägliche Leben in Zeiten des Krieges zu informieren. Viele von ihnen arbeiten auch für lokale und internationale Medien. Die Medienlandschaft in Palästina besteht aus mehreren unabhängigen Medien wie Watan TV und Ajyal Radio sowie aus Medien, die der Palästinensischen Autonomiebehörde oder der Fatah angehören, wie Palestine TV und die Nachrichtenagentur Wafa. Der Inhalt unterliegt der politischen Kontrolle. In Gaza gibt es Medien, die mit der Hamas verbunden sind, wie die Shehab News Agency und das Al-Aqsa Media Network.
POLITIK
Im Gazastreifen war die Pressefreiheit schon seit vielen Jahren besonders gefährdet. Journalist*innen, die verdächtigt werden, mit Israel zu kollaborieren, werden von Hamas und Islamischem Dschihad in ihrer Arbeit behindert, während sie gleichzeitig ihren Lebensalltag im von Israel blockierten Gebiet organisieren müssen. Seit dem 7. Oktober 2023 hat sich die Blockade verschärft, ebenso die Gewalt. Wer sich zuvor dem Druck der Hamas in Gaza widersetzt hatte, sah sich nun mit der israelischen Propaganda konfrontiert, die sie beschuldigte, für die Hamas zu arbeiten. Journalist*innen sind häufig das Ziel von Verleumdungskampagnen und Drohungen. Mehrere israelische Politiker*innen haben die Bestrafung aller Medienschaffenden im Gazastreifen gefordert.
GESETZE
Das Grundgesetz der Palästinensischen Autonomiebehörde sieht zwar Presse- und Meinungsfreiheit vor, doch in der Praxis kollidieren diese Freiheiten mit den tatsächlichen Interessen der Regierung. Das von Präsident Mahmud Abbas im Juli 2017 erlassene Gesetz zur Cyberkriminalität schränkt sowohl Meinungsäußerungs- als auch Pressefreiheit ein. In Gaza hat der Legislativrat seit 2007 keine neuen Gesetze mehr ausgearbeitet.
WIRTSCHAFT
Die wirtschaftliche Lage im Gazastreifen hat erhebliche Auswirkungen auf unabhängige und halbautonome Medienunternehmen. Die meisten von ihnen sind finanziell instabil. Seit dem 7. Oktober 2023 haben israelische Luftangriffe einen Großteil der Telekommunikations- und Medieninfrastruktur im Gazastreifen zerstört. Das Gebiet ist blockiert, humanitäre Hilfe wird von der israelischen Regierung häufig ausgesetzt, um Druck auf die Hamas auszuüben. Da mehr als 80 Prozent der Bevölkerung des Gazastreifens, darunter Hunderte Journalist*innen, vertrieben wurden, in Zelten leben und so gut wie keine humanitäre Hilfe erhalten, hat sich die wirtschaftliche Lage stark verschlechtert.
GESELLSCHAFT
Die Religion, besonders die islamistischen Ansichten von Hamas und Islamischem Dschihad, stehen der unabhängigen Arbeit der Medien entgegen. Insbesondere Journalistinnen sind immer wieder Opfer von geschlechtsspezifischer Diskriminierung. Seit Beginn des Krieges sind diese Themen jedoch in den Hintergrund getreten. Die Reporter*innen vor Ort sind das Fenster der Welt nach Gaza, internationalen Berichterstattenden verweigern die israelischen Behörden den Zugang.
SICHERHEIT
Die Palästinensischen Gebiete sind für Journalist*innen der gefährlichste Ort der Welt geworden. Seit dem 7. Oktober 2023 wurden mehr als 220 von ihnen bei Angriffen der israelischen Armee getötet, 70 im Zusammenhang mit ihrer Arbeit. Dutzende weitere saßen oder sitzen in israelischen Gefängnissen. Journalist*innen in Gaza fehlt es an allem, einschließlich Unterkünften, Essen und Wasser. Im Westjordanland werden Medienschaffende routinemäßig sowohl von Siedlern als auch von israelischen Streitkräften schikaniert und angegriffen. Völlige Straffreiheit für Verbrechen gegen Journalist*innen ist die Regel.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- Israel / Palästinensische Gebiete
ROG-Bericht nach Gaza-Konflikt: Nachrichtenkontrolle war Teil der Militärstrategie
In einem neuen Bericht über die Verletzungen der Pressefreiheit während des Gaza-Konfliktes im Dezember 2008 und Januar 2009 übt Reporter ohne Grenzen sowohl an den israelischen Behörden als...

- Rangliste der Pressefreiheit 2009
ROG-Bericht zur Pressefreiheit: Bulgarien ist Schlusslicht in der EU
Die Informationsvielfalt und der investigative Journalismus sind in Bulgarien ernsthaft bedroht. Dies ist das Ergebnis eines neuen Berichtes von Reporter ohne Grenzen (ROG) zur Lage der Pressefreiheit...

- Israel / Palästinensische Gebiete
ROG-Petition an israelische Botschaft übergeben
Heute hat Reporter ohne Grenzen (ROG) seine Petition für einen ungehinderten Zugang ausländischer Journalisten in den Gazastreifen an Israel übergeben. Der Aufruf mit einer Liste der Unterzeichner...

- Rangliste der Pressefreiheit 2008
Nur Frieden schützt die Pressefreiheit
„Frieden, nicht wirtschaftlicher Wohlstand, garantiert Pressefreiheit“, stellt Reporter ohne Grenzen (ROG) in seiner siebten Rangliste zur Lage der Medienfreiheit in 173 Ländern fest. Demokratische...

- Palästina
ROG begrüßt Freilassung von ARD-Kameramann
Reporter ohne Grenzen hat die Freilassung des Palästinensers Sawah Abu Saif, der als Kameramann für die ARD arbeitet, begrüßt. Saif war im Rahmen einer Großrazzia nach einem Bombenattentat am 25. Juli...

- Jahresbericht 2008
ROG-Jahresbericht: Kritik an mangelndem öffentlichen Einsatz für Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) hat politischen Akteuren in aller Welt „Versagen und Doppelzüngigkeit“ bei der Verteidigung der Meinungsfreiheit vorgeworfen. „Das fehlende Rückgrat einiger westlicher...

- Rangliste der Pressefreiheit 2007
Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht
An Spitze und Schluss verändert sich wenig / Bewegungen im Mittelfeld. Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute zum sechsten Mal die Rangliste der Pressefreiheit. Sie vergleicht die Lage der...

Alan Johnston nach 114 Tagen Geiselhaft frei
Reporter ohne Grenzen (ROG) ist sehr erleichtert über die Freilassung des britischen BBC-Korrespondenten Alan Johnston. Nach 114 Tagen in der Gewalt militanter Palästinenser im Gazastreifen kam er...

- Palästinensische Gebiete
Seit 100 Tagen entführt: ROG und Medien weltweit fordern Freilassung von Alan Johnston
Seit 100 Tagen ist der britische BBC-Korrespondent Alan Johnston heute im Gazastreifen in Geiselhaft. Nie zuvor war ein Journalist in den Palästinensischen Autonomiegebieten so lange in der Gewalt...

‚Army of Islam’ droht mit Ermordung Alan Johnstons
Reporter ohne Grenzen ist zutiefst besorgt über die widersprüchlichen Signale von Vertretern der Hamas und von der militanten Gruppe ‚Army of Islam’ über das Schicksal des BBC-Korrespondenten Alan...

ROG fordert mehr Sicherheit für Journalisten
Reporter ohne Grenzen (ROG) appelliert anlässlich des Internationalen Tages der Pressefreiheit am 3. Mai an Regierungen weltweit, sich verstärkt für Pressefreiheit und die Sicherheit von...

- Palästinensische Gebiete
BBC-Korrespondent in Gaza entführt. Reporter ohne Grenzen fordert schnelle und entschlossene Reaktion.
Reporter ohne Grenze ist besorgt nach der Entführung des britischen Journalisten Alan Johnston, der seit über drei Jahren für die BBC aus dem Gazastreifen berichtet. Er wurde am Montagnachmittag in...

- Rangliste der Pressefreiheit 2006
Demokratien müssen sich stärker für Pressefreiheit einsetzen
„Die Lage der Pressefreiheit ist weltweit alarmierend“, so das Fazit von Reporter ohne Grenzen (ROG) zu dem heute erscheinenden Jahresbericht der Organisation. „Erschreckend viele Journalisten und...

AFP-Fotograf frei
Der peruanische Fotograf Jaime Razuri von der Nachrichtenagentur AFP ist gestern in Gaza-Stadt freigelassen worden. Vier bewaffnete Männer kidnappten Jaime Razuri am 1. Januar vor dem AFP-Gebäude, als...

Journalisten im Kreuzfeuer
Vertreter von ROG reisten vom 4. bis 7. Dezember nach Gaza und Israel, um die schwierige Situation der dort arbeitenden Journalisten zu untersuchen, Behördenvertreter zu treffen und Vorschläge für...
