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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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In der Union der Komoren werden Journalist*innen immer wieder eingeschüchtert und festgenommen. Vor allem im Wahlkampf kommt es zu Übergriffen auf Medienschaffende.
MEDIEN
Die private Tageszeitung La Gazette des Comores und die staatliche Al Watwan sind auf dem Archipel sehr beliebt. Die Nachrichten verlagern sich jedoch zunehmend ins Internet, insbesondere in soziale Netzwerke, in denen man sich freier ausdrücken kann. Hier bleibt die Berichterstattung allerdings oft weit hinter den journalistischen Standards zurück. Ein großes Publikum hat Office de Radio et Télé des Comores TV (ORTC-TV), der einzige öffentliche, kostenlos und landesweit ausgestrahlte Fernsehsender. Er gilt als sehr regierungsnah.
POLITIK
Die wechselnden Regierungen sind es gewohnt, die staatlichen Medien zu kontrollieren - dementsprechend haben sie sich nie mit der freien Meinungsäußerung in den privaten Medien abgefunden. Zensur sowie die Verhaftung von Journalist*innen und Blogger*innen sind an der Tagesordnung. Bei seinem Amtsantritt 2021 drohte der Finanzminister damit, „Schläger“ anzuheuern, um ihn kritisierende Medienschaffende „in Stücke zu reißen“. Einige Monate zuvor hatte der Kommunikationschef des Präsidenten, ein renommierter ehemaliger Journalist, eingeräumt, die herrschende politische Kultur müsse „sich radikal ändern“.
GESETZE
In der 2001 verabschiedeten und 2018 überarbeiteten Verfassung wird die Pressefreiheit zwar garantiert, doch ist Selbstzensur unter komorischen Medienschaffenden aufgrund der hohen Strafen für Verleumdung nach wie vor weit verbreitet. 2021 wurde ein neues Informationsgesetz verabschiedet und eine Kommission für journalistische Ethik eingesetzt. Dennoch werden Medienschaffende häufig unter Druck gesetzt, in Polizeigewahrsam ihre Quellen preiszugeben.
WIRTSCHAFT
Die mangelnde Rentabilität von Medienunternehmen behindert eine unabhängige Berichterstattung. Staatliche Subventionen gehen in erster Linie an staatliche und regierungsnahe Medien. Private Medien haben häufig Probleme, die eigenen Mitarbeitenden zu bezahlen. Dies begünstigt die Veröffentlichung parteiischer und einseitiger Informationen wie Advertorials und andere Formen gesponserter Inhalte.
GESELLSCHAFT
Der Einfluss eines gewissen religiösen Konservatismus, insbesondere bei Fragen, die mit Sex und Prostitution zu tun haben, geht tendenziell zurück. Solche Themen werden zunehmend und mit Unterstützung der Öffentlichkeit in der Presse besprochen.
SICHERHEIT
Journalist*innen sind Einschüchterungen, Angriffen, Verhaftungen, Drohungen und Zensur ausgesetzt. Im Februar 2023 wurden vier Medienschaffende von der Gendarmerie wegen angeblicher Verleumdung und Beleidigung verhört, nachdem sie einen mutmaßlichen Fall sexueller Gewalt öffentlich gemacht hatten. Angesichts der zunehmenden Zahl festgenommener Journalist*innen und Blogger*innen in den vergangenen Jahren hat die Journalistengewerkschaft auf den Komoren das systematische „Festhalten über Nacht“ öffentlich verurteilt.
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