Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Kanada
AmerikaKanada engagiert sich stark für den Schutz der Pressefreiheit weltweit. Im eigenen Land werden Journalist*innen jedoch besonders bei der Berichterstattung über die Rechte indigener Völker und die Nutzung ihrer Territorien Steine in den Weg gelegt.
MEDIEN
Die Toronto Star ist die auflagenstärkste Zeitung Kanadas; auch The Globe and Mail und die National Post erreichen landesweit viele Leser*innen. Die größte Rundfunkgesellschaft ist die steuerfinanzierte Canadian Broadcasting Corporation. Vor allem in Québec berichten zahlreiche Medien auf Französisch. Insgesamt schrumpfen jedoch Angebot und Vielfalt. Laut dem Local News Research Project mussten zwischen 2008 und 2025 mindestens 600 Medien ihre Arbeit einstellen. Gemeinnützige Medienhäuser stoßen oft auf bürokratische Hürden, weil Behörden sie nicht als zentrale Akteure anerkennen. Mit dem Online News Act wurde 2024 das Canadian Journalism Collective geschaffen, das jährlich 100 Millionen Dollar aus Mitteln des Suchmaschinenanbieters Google an Medien im ganzen Land verteilt.
POLITIK
Die kanadischen Medien sind in der Regel frei von Druck durch Politiker*innen, Parteien oder politischen Bewegungen. 2023 wurde der Online News Act verabschiedet, ein Gesetz, das große Online-Plattformen dazu verpflichtet, Medien für ihre Inhalte angemessen zu entschädigen. Als Reaktion hat Meta Nachrichteninhalte auf seinen Plattformen in Kanada blockiert.
GESETZE
Kanada hat wiederholt sein rechtliches Engagement für die Pressefreiheit unter Beweis gestellt, insbesondere durch die „shield laws“ zum Schutz von Journalist*innen und ihren Quellen. In einigen Fällen wurden Journalist*innen jedoch festgenommen, als sie über Demonstrationen berichteten, insbesondere bei Protesten für die Rechte der indigenen Bevölkerung. Die freie Fotojournalistin Amber Bracken wurde 2021 bei der Berichterstattung über einen Protest gegen eine Erdgas-Pipeline festgenommen. Im Januar 2024 wurde die Reporterin Brandi Morin festgenommen, als sie über eine Polizeirazzia in einem Obdachlosenlager berichtete. Diese Festnahmen und die gegen die Journalist*innen erhobenen Anklagen drohen einen gefährlichen Präzedenzfall zu schaffen und könnten abschreckend auf andere Journalist*innen wirken.
WIRTSCHAFT
Die Verkaufszahlen von Print-Titeln gingen bereits mehr als zehn Jahre lang zurück, bevor die Corona-Pandemie diesen Trend noch verschärfte. Die Branche ist größtenteils auf Online-Werbung und -Abonnements ausgewichen, doch viele kleinere Zeitungen mussten schließen und gut bezahlte Arbeitsplätze gingen verloren. Die Regierung unterstützt den Lokaljournalismus aktiv, indem sie die Gehälter von festangestellten Lokaljournalist*innen subventioniert, Steuergutschriften bietet und Anreize für Werbung in lokalen Medien schafft.
GESELLSCHAFT
Das Vertrauen der Kandier*innen in die Medien ist gesunken. Dieser Abwärtstrend betrifft die englisch- und französischsprachigen Märkte gleichermaßen.
SICHERHEIT
In Kanada können Journalist*innen im Allgemeinen sicher arbeiten. Allerdings wurden Reporter*innen, die 2022 über Proteste von Impfgegner*innen berichteten, mit dem Tod bedroht, bespuckt sowie körperlich und verbal belästigt. Im Internet werden Journalist*innen oft belästigt, das gilt besonders für Frauen und Angehörige von Minderheiten.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
- WM 2026
Überwachung, Polizeieinsätze, Grenzkontrollen: Was Journalist*innen bei der Fußball-WM beachten sollten
Zur Fußballweltmeisterschaft 2026 vom 11. Juni bis 19. Juli werden Tausende Journalist*innen in die Vereinigten Staaten, nach Mexiko und Kanada reisen, um über das größte Sportereignis des Jahres zu...

- RSF-Empfehlungen
Das sollten Demokratien aus der Rangliste der Pressefreiheit 2026 lernen
Die Kriminalisierung journalistischer Arbeit ist inzwischen eine der größten Bedrohungen für Demokratien weltweit. Das zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2026 von Reporter...

- Rangliste der Pressefreiheit 2026
Nur noch ein Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern mit „guter“ Pressefreiheit
Fünf Kernpunkte der Rangliste der Pressefreiheit 2026: Zum ersten Mal in der 25-jährigen Geschichte der Rangliste der Pressefreiheit fallen mehr als die Hälfte aller Länder und Territorien der Welt in...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Jahresbilanz 2025: 67 getötete Reporter*innen, über 500 in Haft
Journalist*innen weltweit waren auch im Jahr 2025 enorm gefährdet. Das liegt vor allem an bewaffneten Konflikten und dem organisierten Verbrechen: Mindestens 53 der 67 im Zeitraum 1. Dezember 2024 bis...

- Transnationale Repression
RSF fordert von G7 konkrete Schutzmaßnahmen
Vom 21. bis zum 23. November treffen sich die Innenminister*innen der G7-Staaten – darunter Deutschlands Vertreter Alexander Dobrindt – im kanadischen Ottawa, um über Sicherheitspolitik zu beraten....

- Rangliste der Pressefreiheit 2025
Wirtschaftlicher Druck schwächt Pressefreiheit
Die Pressefreiheit ist weltweit auf einem historischen Tiefstand. Das zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (RSF) am 2. Mai 2025 veröffentlicht hat. In 90 von 180...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2024
Weltweit 54 Journalisten getötet und 550 in Haft
Sie berichten über Kriege, organisierte Kriminalität und Proteste und bezahlen mit ihrem Leben: In diesem Jahr sind 54 Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet worden. Besonders...

- Journalismus in Zeiten von #MeToo
Trotz Gewalt mehr Berichte zu Frauenrechten
Seit Beginn der #MeToo-Bewegung vor sieben Jahren, im Oktober 2017, hat die Berichterstattung zu Frauenrechten und geschlechtsspezifischer Gewalt deutlich zugenommen. Das ist ein Ergebnis des neuen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2024
Gewalt bedroht Berichterstattung über Wahlen
Mehr Übergriffe im Umfeld von Wahlen und eine Rekordzahl von Ländern mit katastrophalen Bedingungen für Medienschaffende: Die Lage der Pressefreiheit hat sich im weltweiten Vergleich weiter deutlich...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Internationaler Frauentag
Immer längere Haftstrafen für Journalistinnen
Das Schicksal von Maryna Zolatava steht beispielhaft für viele Frauen, die für ihren Mut einen hohen Preis bezahlen: Die belarussische Journalistin wurde zu zwölf Jahren Straflager verurteilt. Das...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2023
Weniger Getötete trotz der Tragödie in Gaza
In diesem Jahr sind 45 Medienschaffende im Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Das sind so wenige wie seit 2002 nicht mehr – trotz des Krieges zwischen Israel und der Hamas. In diesem...

- Journalismus im Exil
Neue RSF-Karte zeigt Flucht- und Aufnahmeländer
Weltweit sind Journalistinnen und Journalisten wegen ihrer Arbeit bedroht oder gefährdet und müssen ins Ausland fliehen. Reporter ohne Grenzen (RSF) hat erstmals Migrationsbewegungen von...

- Rangliste der Pressefreiheit 2023
Unterdrückung von Berichterstattung nimmt zu
Krisen, Kriege und die anhaltende Ausbreitung des Autoritarismus haben dazu geführt, dass die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so instabil war wie seit langem nicht. Dies lässt sich aus der...

- Weltweit
1.657 Medienschaffende seit 2003 getötet
Am heutigen Freitag (07. April) vor genau 20 Jahren wurde der deutsche Journalist Christian Liebig im Irak getötet. Aus diesem Anlass blickt Reporter ohne Grenzen (RSF) auf zwei besonders tödliche...
