Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Kuba
AmerikaJahr für Jahr schneidet Kuba auf der Rangliste der Pressefreiheit unter allen Ländern Lateinamerikas am schlechtesten ab. Das seit 1959 autoritär regierende Regime besitzt ein beinahe vollständiges Medienmonopol. Seit 2021 wurde der Freiraum, der mit dem Aufkommen unabhängiger Online-Medien kurzzeitig entstand, nach und nach eingeschränkt. Die wenigen unabhängigen Journalist*innen und Blogger*innen werden von der Regierung eingeschüchtert, überwacht und regelmäßig verhört. Die Berichterstattung ausländischer Journalist*innen wird streng kontrolliert: Akkreditierungen werden selektiv vergeben. Wer regierungskritisch berichtet, wird ausgewiesen.
MEDIEN
Fernsehen, Radio und Zeitungen werden vom Staat streng überwacht; Medien in Privatbesitz sind laut Verfassung verboten. Tele Rebelde und Cubavision sind die größten Fernsehsender des Landes, Radio Reloj ist der beliebteste Radiosender, Granma die führende Zeitung – alle diese Medien stehen unter staatlicher Kontrolle. Die unabhängige Medienlandschaft, die mit dem Internetzugang Mitte der 2010er Jahre entstand und von einer neuen Generation von Journalist*innen vorangetrieben wurde, wurde nach und nach durch Repressionen unterdrückt. Das Regime überwacht Journalist*innen und schikaniert sie mit willkürlichen Festnahmen. Viele sind ins Ausland geflohen. Die meisten kubanischen Exilmedien berichten von den Vereinigten Staaten aus, haben jedoch mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen.
POLITIK
Miguel Díaz-Canel, ein Protegé von Raúl Castro, löste diesen 2019 als Präsident des Landes und anschließend als Erster Sekretär der Kommunistischen Partei Kubas ab. Da er mit der seit 1959 regierenden Castro-Familie in Verbindung steht, führt er ihre Tradition fort, eine nahezu vollständige Informationskontrolle auszuüben.
GESETZE
Das kubanische Gesetz über soziale Kommunikation (2024) erkennt nur Medien an, die mit der Kommunistischen Partei verbunden sind. Privat geführte Medien bleiben verboten. Journalist*innen und Blogger*innen können online publizieren, müssen sich jedoch an strenge Regeln halten. Der Staat kontrolliert die Online-Kommunikation. Unabhängige Journalist*innen werden von den Behörden regelmäßig belästigt, eingeschüchtert und etwa durch Hausarrest davon abgehalten, von relevanten Ereignissen zu berichten. Mit einer Überarbeitung des Strafgesetzbuchs wurde der repressive Kurs des Regimes bereits 2022 verschärft: Die vage formulierten Straftatbestände „Störung der öffentlichen Ordnung“, „Verachtung“ und „Gefahr für die verfassungsgemäße Ordnung“ können problemlos dafür genutzt werden, um Journalist*innen zu verfolgen.
WIRTSCHAFT
Mangel an lebensnotwendigen Gütern, hohe Inflation und begrenzter Zugang zu Devisen: Kuba befindet sich in einer schwierigen wirtschaftlichen Lage. Die neue Verfassung von 2019 erlaubt zwar Privateigentum und ausländische Investitionen, doch die Auswirkungen der COVID-19-Pandemie, neue US-Sanktionen und eine permanente Mangelwirtschaft behindern das Wachstum.
GESELLSCHAFT
Die Proteste im Land spiegeln eine tiefe soziale Unzufriedenheit wider. Im Juli 2021 und im März 2024 kam es in mehreren Regionen des Landes zu großen Demonstrationen. Sie führten zu einer Welle heftiger Repressionen, wie es sie seit dem Schwarzen Frühling 2003 nicht mehr gab. Innerhalb von zwei Jahren sind mehr als eine halbe Million Menschen ausgewandert.
SICHERHEIT
Willkürliche Festnahmen und Verhaftungen, Androhung von Gefängnisstrafen, Hausdurchsuchungen, Beschlagnahmung und Zerstörung von Arbeitsmaterialien und sonstige Schikanen gehören zum Alltag von Journalist*innen, die nicht der offiziellen Linie folgen.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
#FreeThemAll: Luz Escobar
Die kubanischen Behörden haben die Journalistin Luz Escobar innerhalb der vergangenen vier Wochen mehrmals willkürlich unter Hausarrest gestellt. So twitterte Escobar am 16. November erstmals, dass...

#FreeThemAll: Roberto Jesús Quiñones
Im Auftrag der Nachrichtenseite „CubaNet“ berichtete der Journalist Roberto Jesús Quiñones am 22. April dieses Jahres aus einem kubanischen Gerichtssaal, als er von Polizisten abgeführt wurde. Dabei...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit 74 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit getötet worden. Fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen....

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit mindestens 348 Journalisten in Haft
Die Repressionswelle seit dem Putschversuch in der Türkei hat die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten in diesem Jahr deutlich in die Höhe getrieben. Das geht aus dem heute veröffentlichten...

- Welttag gegen Straflosigkeit
Neue „Feinde der Pressefreiheit“ veröffentlicht
Zum heutigen UN-Welttag gegen Straflosigkeit für Verbrechen an Journalisten veröffentlicht Reporter ohne Grenzen eine neue Liste der „Feinde der Pressefreiheit“. Sie umfasst 35 Staats- und...

- Rangliste der Pressefreiheit 2016
Journalisten weltweit unter zunehmendem Druck
Journalisten und unabhängige Medien stehen weltweit unter zunehmendem Druck. In allen Weltregionen ist im vergangenen Jahr ein Rückgang ihrer Freiräume zu beobachten gewesen. Das geht aus der...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2015
67 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit 110 Journalisten getötet worden. Mindestens 67 von ihnen starben nach Recherchen von Reporter ohne Grenzen wegen ihrer Arbeit – einer mehr als im Jahr 2014....

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2015
Weltweit derzeit 54 Journalisten entführt
Weltweit sind derzeit 54 Journalisten entführt, ein Drittel mehr als zum gleichen Zeitpunkt Ende 2014. Das geht aus dem heute veröffentlichten ersten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit von...

- Rangliste der Pressefreiheit 2015
Weltweites Schlusslicht der Pressefreiheit
Unter den Flüchtlingen, die übers Mittelmeer nach Europa kommen, sind auffallend viele Männer und Frauen aus Eritrea, die dem menschenverachtenden System des Diktators Isaias Afewerki entkommen...

Steinmeier muss Pressefreiheit einfordern
Reporter ohne Grenzen (ROG) ruft Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier auf, bei seinen Gesprächen in Kuba auf tiefgreifende Verbesserungen der Pressefreiheit zu dringen. Insbesondere sollte er...

- International
Rangliste der Pressefreiheit 2015 veröffentlicht
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die Rangliste der Pressefreiheit 2015. In der Mehrzahl der 180 bewerteten Länder ist die Lage für Journalisten und unabhängige Medien im vergangenen Jahr...

- International
Jahresbilanz 2014: Deutlich mehr Entführungen
Journalisten müssen immer öfter damit rechnen, bei ihrer Arbeit entführt zu werden: Im zu Ende gehenden Jahr hat Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit 119 Entführungen von Journalisten gezählt – 37...

- International
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Sie zeigt, wie stark die Dominanz der Sicherheitsbehörden die Arbeit von Journalisten in vielen Ländern...

- International
ROG-Jahresbilanz: Doppelt so viele Journalisten entführt wie 2012
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mehr als doppelt so viele Journalisten entführt worden wie 2012. Ihre Zahl stieg auf 87 im Vergleich zu 38 im Vorjahr. Das geht aus der heute veröffentlichten...

ROG-Veranstaltung mit Yoani Sánchez per Live-Stream im Internet verfolgen
Aufgrund der großen Nachfrage für das Podiumsgespräch mit der kubanischen Bloggerin Yoani Sánchez am 8. Mai überträgt Reporter ohne Grenzen die Veranstaltung per Live-Stream im Internet (in...
