Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Paraguay
AmerikaDrohungen und Angriffe auf Journalist*innen sind in Paraguay weit verbreitet und können mit Mord enden. Sie werden von kriminellen Organisationen oder lokalen Behörden in Auftrag gegeben und in den seltensten Fällen strafrechtlich verfolgt. Die Lage ist besonders gefährlich in den Grenzgebieten zu Brasilien, wo Drogenhändler operieren.
MEDIEN
Digitale Medien haben in den letzten Jahrzehnten ein starkes Wachstum erlebt. Die Medienlandschaft konzentriert sich jedoch weiterhin auf vier große Konzerne: Zucolillo, Vierci, Albavisión und Cartes kontrollieren die traditionelle Presse und besitzen die meisten Zeitungen, Radio- und Fernsehsender. Kleine, bürgernahe Medien haben Mühe zu überleben. Die wichtigsten Zeitungen des Landes sind ABC Color, Diario La Nación, Canal Telefuturo, Canal 9 SNT, Radio Cardinal ABC, Radio Monumentalund Diario Última Hora.
POLITIK
Die Präsidentschaftswahlen 2023 endeten mit dem Sieg von Santiago Peña von der Colorado-Partei. Er wurde vom ehemaligen Präsidenten Horacio Cartes unterstützt, dessen Familie zahlreiche Medienunternehmen besitzt. Die Opposition, die hauptsächlich aus der Authentischen Radikalen Liberalen Partei (PLRA) und einer Reihe kleinerer Parteien besteht, verlor viele Sitze im Parlament und Gouverneursposten in den Departements. Das hohe Maß an politischer Korruption, die Zersplitterung der Parteien und die starke politische Polarisierung sind nicht förderlich für die Pressefreiheit im Land.
GESETZE
Die paraguayische Verfassung garantiert eine freie Ausübung des Journalismus. Sie sieht außerdem einen freien Zugang zu staatlichen Informationen, Medienpluralismus und ein Recht auf Quellenschutz vor. Es gibt kein Presse- oder Mediengesetz, aber der Senat hat einen Gesetzentwurf zum Schutz von Journalist*innen vorgelegt. Ein Gesetz, das Frauen vor sexistischer Gewalt schützen soll, wurde kürzlich als Grundlage für präventive Zensurmaßnahmen gegen journalistische Ermittlungen herangezogen.
WIRTSCHAFT
Obwohl Paraguay zu den ärmsten Ländern Südamerikas gehört, verzeichnet es seit einem Jahrzehnt ein anhaltend hohes Wachstum und gehört zu den offensten Volkswirtschaften der Mercosur-Länder. Die Wirtschaft lebt zum großen Teil von der Agrarindustrie, der informellen Wirtschaft und dem Handel mit Brasilien und Argentinien. Im Medienbereich beklagen Gewerkschaften seit Jahren die zunehmende Jobunsicherheit.
SICHERHEIT
Die Grenzregion zu Brasilien und Argentinien, in der Drogenhandel und Korruption weit verbreitet sind, ist für Journalist*innen besonders gefährlich. Medienschaffende, die dort recherchieren, bezahlen ihre investigative Arbeit unter Umständen mit dem Leben, wie im Fall des brasilianischen Journalisten Léo Veras, der im Februar 2020 ermordet wurde und der im September 2022 bzw. im Februar 2023 getöteten paraguayischen Journalisten Humberto Andrés Coronal Godoy und Alexander Alvarez. Alle drei wurden in Pedro Juan Caballero ermordet, einer Stadt an der brasilianischen Grenze, die ein regionales Zentrum des Drogenhandels ist. Journalist*innen sind außerdem Drohungen durch die Behörden und gerichtlicher Schikane ausgesetzt. Bei Demonstrationen werden Reporter*innen regelmäßig Opfer von Gewalt. Übergriffe bleiben in der Regel unbestraft.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
- International
ROG-Jahresbilanz: Doppelt so viele Journalisten entführt wie 2012
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mehr als doppelt so viele Journalisten entführt worden wie 2012. Ihre Zahl stieg auf 87 im Vergleich zu 38 im Vorjahr. Das geht aus der heute veröffentlichten...

- International
ROG veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Besonders in den arabischen Ländern wird nach den Umbrüchen und Protesten des Jahres 2011 erkennbar, ob...

Jahresbilanz: 88 Journalisten und 47 Blogger getötet
88 Journalisten sowie 47 Blogger und Bürgerjournalisten wurden 2012 bei ihrer Arbeit getötet – mehr als je zuvor, seit Reporter ohne Grenzen 1995 die erste Jahresbilanz veröffentlichte. Das geht aus...

- Rangliste der Pressefreiheit
Aufstände in den arabischen Ländern verändern Rangliste stark / Wachsende Gegensätze in Europa
Wie eng Demokratie und Medienfreiheit zusammenhängen, zeigt die Rangliste der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen (ROG) in diesem Jahr zum 10. Mal herausgibt. Die Liste spiegelt die...

- ROG-Bilanz 2011
66 Journalisten getötet / Zahl der Festnahmen und Übergriffe wieder gestiegen
Mindestens 66 Journalisten sind bereits in diesem Jahr während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs getötet worden. Das sind neun Reporter mehr als im Vorjahr (2010: 57 Journalisten). Auch die Zahl...

Journalisten im Visier des organisierten Verbrechens / ROG-Bericht
Das organisierte Verbrechen ist derzeit die größte Gefahr für unabhängige und kritische Journalisten in Paraguay. Dies ist das Ergebnis eines am 26. Juli 2011 veröffentlichten Berichts von Reporter...

- ROG-Bilanz 2010
57 Journalisten in 25 Ländern getötet / Zahl der entführten Medienmitarbeiter gestiegen
Mindestens 57 Journalisten und ein Medienassistent sind im Jahr 2010 während ihrer Arbeit oder wegen ihres Berufs getötet worden. Das sind 19 Medienmitarbeiter weniger als im Vorjahr (2009: 76...

- Rangliste der Pressefreiheit 2010
Europäische Staaten fallen weiter zurück / Wachsende Gegensätze innerhalb der EU / Keine Bewegung auf den hintersten Rängen
Die Lage der Medienfreiheit in Europa hat sich weiter verschlechtert. Dies zeigt die heute veröffentlichte Rangliste der Pressefreiheit 2010 von Reporter ohne Grenzen (ROG). Der bereits bei der...

- Rangliste der Pressefreiheit 2009
Rangliste der Pressefreiheit 2009: Vorreiterrolle der europäischen Staaten in Gefahr
Mit Sorge betrachtet Reporter ohne Grenzen (ROG) die sukzessive Verschlechterung der Situation von Medien und Journalisten in einigen europäischen Ländern. Anlässlich der Veröffentlichung der neuen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2009
ROG-Bericht zur Pressefreiheit: Bulgarien ist Schlusslicht in der EU
Die Informationsvielfalt und der investigative Journalismus sind in Bulgarien ernsthaft bedroht. Dies ist das Ergebnis eines neuen Berichtes von Reporter ohne Grenzen (ROG) zur Lage der Pressefreiheit...

- Rangliste der Pressefreiheit 2008
Kritik an mangelndem öffentlichen Einsatz für Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) hat politischen Akteuren in aller Welt „Versagen und Doppelzüngigkeit“ bei der Verteidigung der Meinungsfreiheit vorgeworfen. „Das fehlende Rückgrat einiger westlicher...

- Rangliste der Pressefreiheit 2007
Rangliste der Pressefreiheit veröffentlicht
An Spitze und Schluss verändert sich wenig / Bewegungen im Mittelfeld. Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute zum sechsten Mal die Rangliste der Pressefreiheit. Sie vergleicht die Lage der...

- Rangliste der Pressefreiheit 2006
Demokratien müssen sich stärker für Pressefreiheit einsetzen
„Die Lage der Pressefreiheit ist weltweit alarmierend“, so das Fazit von Reporter ohne Grenzen (ROG) zu dem heute erscheinenden Jahresbericht der Organisation. „Erschreckend viele Journalisten und...

- Rangliste der Pressefreiheit 2005
Nord-Korea ist Schlusslicht westliche Demokratien rutschen ab
Nordkorea ist auch in diesem Jahr Schlusslicht der heute veröffentlichten vierten Rangliste zur weltweiten Situation der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen (167. und letzter Rang). Es folgen...

Bilanz 2004: Tödlichstes Jahr für Journalisten seit einem Jahrzehnt
Berlin/Paris, 5. Januar 2005. Im vergangenen Jahr sind mindestens 53 Journalistinnen und Journalisten während oder wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Dies sind die höchsten Zahlen seit 1995;...
