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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Peru
AmerikaObwohl Pressefreiheit in Peru gesetzlich garantiert ist, werden Journalist*innen häufig von Sicherheitskräften schikaniert oder angegriffen. Online-Medien betreiben weiterhin investigativen Journalismus, während soziale Netzwerke zunehmend für die Berichterstattung über aktuelle Nachrichten genutzt werden. Desinformation hält weiterhin an.
MEDIEN
Die peruanische Medienlandschaft ist pluralistisch, auch wenn in der Hauptstadt Lima eine konservative redaktionelle Linie vorherrscht, die der seit Dezember 2022 regierenden autoritären Koalition nahesteht. In den vergangenen Jahren sind einst zuverlässige Medien in die Desinformation abgedriftet. Investigativen Journalismus praktizieren vor allem nicht gewinnorientierte Webseiten wie IDL-Reporteros oder Ojo Público. Das Boulevardblatt Trome ist die meistverkaufte Zeitung des Landes und Radioprogramas die wichtigste Nachrichtensendung im Radio. Seit Beginn der politischen Krise informiert sich ein Großteil der Bevölkerung über lokale Radiosender oder Online-Medien sowie über TikTok. Der Fernsehkonsum ist zurückgegangen.
POLITIK
Pedro Castillo wurde im Dezember 2022 als Präsident abgesetzt und durch Dina Boluarte abgelöst, die ein Bündnis mit den starken ultrakonservativen Kräften im Kongress einging. Ein Urteil des Verfassungsgerichts vom März 2023 beendete faktisch die Gewaltenteilung. Das Land ist politisch tief gespalten. Bei landesweiten Protesten für Neuwahlen Ende 2022 und Anfang 2023 töteten Sicherheitskräfte mit Billigung der Regierung 48 Zivilist*innen.
GESETZE
Die Verfassung von 1992 garantiert das Recht auf freie Meinungsäußerung und erklärt jede Maßnahme zur Straftat, die die freie Verbreitung von Zeitungen behindert. Das Transparenz- und Informationsfreiheitsgesetz ist aufgrund schwacher Institutionen und verschiedener politischer und wirtschaftlicher Konflikte in der Realität oft nur schwer umzusetzen. Als Reaktion auf die internationale Kritik an Schikanen gegen Journalist*innen durch Polizeikräfte bei den landesweiten Protesten hat die Regierung ein Regelwerk zur Nachrichtenberichterstattung erarbeitet, das allerdings die Pressefreiheit verletzt.
WIRTSCHAFT
Im Jahr 2020 schrumpfte die peruanische Wirtschaft um elf Prozent. Die Zahl der in Armut lebenden Menschen stieg aufgrund der Coronakrise auf 30 Prozent. Medienschaffende gehören zu den von der Pandemie am stärksten betroffenen Berufsgruppen, insbesondere außerhalb der Hauptstadt, wo sie ohne Vertrag, Unfall- oder Krankenversicherung arbeiten. Einige private Medien mussten aufgrund von Budgetkürzungen und Werbeeinbußen Personal entlassen, nicht gewinnorientierte digitale Medien ebenso. Die Zahl der freiberuflichen Journalist*innen hat sich erhöht, vor allem im Fotojournalismus.
GESELLSCHAFT
Die peruanische Öffentlichkeit schätzt die Arbeit von Journalist*innen, da diese – insbesondere in den vergangenen Jahren – eine Schlüsselrolle bei der Aufdeckung von Korruptionsfällen in Politik und Justiz gespielt haben. Allerdings haben die traditionellen Medien an Glaubwürdigkeit verloren, weil sie während der Pandemie pseudowissenschaftliche Informationen und während des Präsidentschaftswahlkampfs und der schweren politischen Krise 2022 und 2023 Falschinformationen verbreiteten.
SICHERHEIT
Seit dem Regierungswechsel im Dezember 2022 geht die Polizei verstärkt mit übermäßiger Gewalt gegen Journalist*innen vor, die über willkürliche Verhaftungen, Tötungen und Gewalt während Protesten berichten. In diesem Zusammenhang verbreitete die Armee Falschinformationen und schikanierte Journalist*innen, die sich nicht an das Narrativ der Regierung halten. Die Mainstream-Medien bezeichneten die Teilnehmer*innen der Proteste vom Dezember 2022 als Terrorist*innen, woraufhin Demonstrierende Reporter*innen angegriffen haben. Seit der Veröffentlichung journalistischer Recherchen zum internationalen Odebrecht-Korruptionsskandal 2018 greifen rechtsextreme Gruppen verstärkt Medienschaffende verbal und körperlich an.
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