Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Indonesien
Asien - PazifikSeit dem 1998 eingeleiteten Übergang zur Demokratie sind in Indonesien Hunderte von unabhängigen Medien entstanden, die das Land zu einem Vorreiter in Sachen Pressefreiheit in Südostasien gemacht haben. Diese Medien haben jedoch Mühe, den Bedürfnissen der 275 Millionen Indonesier*innen gerecht zu werden, die sich auf 12.000 Inseln verteilen und mehr als 800 Sprachen sprechen.
MEDIEN
Während der langen Herrschaft von Präsident Suharto von 1966 bis 1998 gab es keine Pressefreiheit. Seit 1999 profitiert Indonesien von einem Umfeld, das die Gründung und Expansion von Medienunternehmen begünstigt. Das gilt insbesondere für Online-Plattformen. Nach Angaben des indonesischen Presserats waren im Jahr 2024 mindestens 5.019 Medienunternehmen aktiv. Online-Medien dominierten mit 3.886 Medien (77,43 Prozent), von denen mehr als die Hälfte kleine Redaktionen sind. Es folgen Radio mit 549 Sendern (10,94 Prozent), dann die 527 Zeitungen des Landes (10,50 Prozent), 47 lokale Fernsehsender (0,95 Prozent) und 10 nationale Fernsehsender (0,2 Prozent). Die Mainstream-Medien befinden sich nach wie vor größtenteils in privater Hand. Die MNC Group, die Media Group und Trans Corp. kontrollieren sowohl auf nationaler als auch auf lokaler Ebene Multiplattform-Netzwerke. Diese privaten Akteure stehen im Wettbewerb mit den staatlich finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunksendern Televisi Republik Indonesia (TVRI) und Radio Republik Indonesia (RRI).
POLITIK
Der ehemalige Präsident Joko Widodo hat in seiner zehnjährigen Amtszeit seine Wahlversprechen in Bezug auf die Pressefreiheit nicht gehalten. Seit Oktober 2024 hat Indonesien einen neuen Präsidenten: der ehemalige General Prabowo Subianto, der in mehrere Vorwürfe von Menschenrechtsverletzungen verwickelt ist. Vizepräsident ist Joko Widodos ältester Sohn, Gibran Rakabuming Raka. Die bisherige Bilanz der neuen Regierung in Bezug auf die Pressefreiheit vermittelt wenig Zuversicht – die Sorgen um die Zukunft des unabhängigen Journalismus wachsen.
.
GESETZE
Das Pressegesetz von 1999 beendete die Zensur und die Kontrolle von Informationen in der Suharto-Ära und führte zur Gründung des Dewan Pers: Dieser von der Regierung unabhängige Presserat hat sich im Laufe der Jahre als Institution etabliert, die die meisten medienbezogenen Konflikte außergerichtlich beilegen kann. Journalist*innen müssen sich jedoch mit dem ITE-Gesetz (Informasi dan Transaksi Elektronik) arrangieren, das Verleumdung und Hassrede unter Strafe stellt, ohne diese klar zu definieren. Das im September 2022 verabschiedete Gesetz über personenbezogene Daten sieht keine Ausnahmen für journalistische Arbeit vor und stellt eine neue Bedrohung für die Pressefreiheit dar. Dies gilt auch für die Änderungen des Strafgesetzbuches, die 2026 in Kraft treten sollen und mit mehreren Bestimmungen zu Blasphemie und zur Bekämpfung von „Fake News“ neue Gefahren für den investigativen Journalismus mit sich bringen.
WIRTSCHAFT
Etwa zehn Konglomerate, darunter Global Mediacomm (MCM), die Jawa Pos Group (JPG) und die Kompas Gramedia Group (KGG), teilen sich den größten Teil des Marktes der Publikumsmedien. Die meisten Medien haben Schwierigkeiten, ein tragfähiges Wirtschaftsmodell zu finden, ihre Webeeinnahmen sinken. Mehrere Zeitungen mussten schließen oder auf digitale Formate umstellen, darunter Koran Sindo und Harian Republika. Online-Medien sind nach wie vor stark von Werbeeinnahmen abhängig, die von Social-Media-Plattformen generiert werden. Diese finanzielle Instabilität hat dazu geführt, dass Journalist*innen entlassen und Gehälter gekürzt wurden.
GESELLSCHAFT
Indonesien ist das Land mit der größten muslimischen Bevölkerung und eine Wiege der religiösen Toleranz. Doch das Land steht unter wachsendem Druck einiger radikalislamischer Bewegungen. Dies gilt insbesondere für die autonome Provinz Aceh im Westen des Archipels, in der eine sehr strenge Version der Scharia gilt und in der die Sittenpolizei vorschreibt, was Zeitungen veröffentlichen dürfen und was nicht. Im Rest des Landes hindert der Einfluss muslimischer Gelehrter Medienschaffende daran, bestimmte Tabuthemen wie LGBTIQA+-Rechte anzusprechen. Das Misstrauen der Öffentlichkeit gegenüber den Medien nimmt zu.
SICHERHEIT
Medienschaffende, die Fälle von Korruption auf lokaler Ebene untersuchen, sind häufig verschiedenen Formen der Einschüchterung durch die Polizei oder Soldaten der Streitkräfte TNI ausgesetzt. Die Einschüchterungen können von Verhaftung bis hin zu körperlicher Gewalt reichen. Das führt zu einem hohen Maß an Selbstzensur. Auch wird es immer gefährlicher, über Umweltthemen zu berichten, wenn diese die Interessen großer Privatunternehmen betreffen, die von lokalen Behörden unterstützt werden. Journalistinnen erleben nach wie vor sowohl online als auch offline sexuelle Belästigung.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2018
Weltweit 80 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 80 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden, 15 mehr als im Vorjahr....

- Rangliste der Pressefreiheit 2018
Immer mehr Hetze gegen Journalisten in Europa
In keiner anderen Weltregion hat sich die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so stark verschlechtert wie in Europa. Journalistinnen und Journalisten sind dort zunehmend medienfeindlicher...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2017
Weltweit 65 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 65 Journalisten, Bürgerjournalisten und andere Medienmitarbeiter in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Fast die Hälfte von ihnen...

- Rangliste der Pressefreiheit 2017
Medienfreiheit in Demokratien bedroht
Medienfeindliche Rhetorik führender Politiker, restriktive Gesetze und politische Einflussnahme in Demokratien haben zu einer Verschlechterung der Lage für Journalisten und Medien weltweit...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit 74 Medienschaffende getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mindestens 74 Journalisten, Bürgerjournalisten und Medienmitarbeiter wegen ihrer Arbeit getötet worden. Fast drei Viertel von ihnen wurden gezielt angegriffen....

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2016
Weltweit mindestens 348 Journalisten in Haft
Die Repressionswelle seit dem Putschversuch in der Türkei hat die Zahl der weltweit inhaftierten Journalisten in diesem Jahr deutlich in die Höhe getrieben. Das geht aus dem heute veröffentlichten...

- Rangliste der Pressefreiheit 2016
Journalisten weltweit unter zunehmendem Druck
Journalisten und unabhängige Medien stehen weltweit unter zunehmendem Druck. In allen Weltregionen ist im vergangenen Jahr ein Rückgang ihrer Freiräume zu beobachten gewesen. Das geht aus der...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2015
67 Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit 110 Journalisten getötet worden. Mindestens 67 von ihnen starben nach Recherchen von Reporter ohne Grenzen wegen ihrer Arbeit – einer mehr als im Jahr 2014....

- Jahresbilanz der Pressefreiheit 2015
Weltweit derzeit 54 Journalisten entführt
Weltweit sind derzeit 54 Journalisten entführt, ein Drittel mehr als zum gleichen Zeitpunkt Ende 2014. Das geht aus dem heute veröffentlichten ersten Teil der Jahresbilanz der Pressefreiheit von...

- Themenbericht
Tödliche Gefahren für Umweltjournalisten
Anlässlich des Weltklimagipfels in Paris macht Reporter ohne Grenzen auf die zunehmenden Gefahren für Umweltjournalisten aufmerksam. Seit 2010 wurden nach Recherchen der Organisation zehn...

- Rangliste der Pressefreiheit 2015
Weltweites Schlusslicht der Pressefreiheit
Unter den Flüchtlingen, die übers Mittelmeer nach Europa kommen, sind auffallend viele Männer und Frauen aus Eritrea, die dem menschenverachtenden System des Diktators Isaias Afewerki entkommen...

- International
Rangliste der Pressefreiheit 2015 veröffentlicht
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute die Rangliste der Pressefreiheit 2015. In der Mehrzahl der 180 bewerteten Länder ist die Lage für Journalisten und unabhängige Medien im vergangenen Jahr...

- International
Jahresbilanz 2014: Deutlich mehr Entführungen
Journalisten müssen immer öfter damit rechnen, bei ihrer Arbeit entführt zu werden: Im zu Ende gehenden Jahr hat Reporter ohne Grenzen (ROG) weltweit 119 Entführungen von Journalisten gezählt – 37...

- International
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen (ROG) veröffentlicht heute die aktuelle Rangliste der Pressefreiheit. Sie zeigt, wie stark die Dominanz der Sicherheitsbehörden die Arbeit von Journalisten in vielen Ländern...

- International
ROG-Jahresbilanz: Doppelt so viele Journalisten entführt wie 2012
Im zu Ende gehenden Jahr sind weltweit mehr als doppelt so viele Journalisten entführt worden wie 2012. Ihre Zahl stieg auf 87 im Vergleich zu 38 im Vorjahr. Das geht aus der heute veröffentlichten...
