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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.

Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.

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Das Königreich Tonga ist eine konstitutionelle Monarchie. Seit den ersten demokratischen Wahlen im Jahr 2010 haben sich die unabhängigen Medien schrittweise an ihre Rolle als Kontrollinstanz angepasst. Einige Politiker zögern jedoch nicht, gegen diejenigen vorzugehen, die ihnen unbequem sind.

MEDIEN

Angesichts der weiten Streuung der Inseln dieses pazifischen Archipels sind Printmedien praktisch nicht vorhanden. Diese Lücke wird von der staatlichen Tonga Broadcasting Commission (TBC) gefüllt, die Television Tonga und Radio Tonga betreibt. Im Bereich der Online-Nachrichten dominieren das Nachrichtenportal Matangi Tonga, das Medium Talanoa ‘O Tonga sowie die in Neuseeland ansässige Nachrichtenseite Kaniva Tonga.

POLITIK

In diesem kleinen Archipel mit etwas mehr als 100.000 Einwohnerinnen hängt der Zustand der Pressefreiheit direkt von politischen Entwicklungen ab. Nachdem Siaosi ʻOfakivahafolau Sovaleni im Dezember 2021 Premierminister wurde, hofften Journalist*innen auf konkrete Zusagen für volle redaktionelle Unabhängigkeit. Diese Hoffnungen wurden durch die zunehmende Einflussnahme des amtierenden Königs Tupou VI gedämpft, die im Dezember 2024 zum Rücktritt des Premierministers führte. Seit der König seine Macht wieder stärker geltend macht, wächst unter Journalist*innen die Sorge über zunehmenden Druck auf die Pressefreiheit.

GESETZE

Die Verfassung garantiert Pressefreiheit, doch ihre Umsetzung ist uneinheitlich. Das Jahrzehnt nach der Einführung der Demokratie 2010 war von einer schrittweisen Verschärfung medienbezogener Gesetze geprägt. Im Jahr 2015 richtete die Regierung eine Internetregulierungsbehörde ein, die Websites ohne richterliche Genehmigung sperren kann. Ab 2020 führte die Regierung restriktive Regelungen ein, etwa das Gesetz über Missbrauch elektronischer Kommunikation, das Cyberbelästigung mit bis zu drei Jahren Haft bestraft – obwohl keine klare Definition dieses Begriffs vorliegt. Ein Bündel von acht Regelungen sanktioniert zudem die Weitergabe „sensibler“ Informationen, ohne diesen Begriff zu präzisieren, was ein Klima fördert, das Selbstzensur begünstigt.

WIRTSCHAFT

Tonga’s Medien stehen vor einem äußerst instabilen wirtschaftlichen Umfeld. Unter der ständigen Gefahr finanziellen Zusammenbruchs zensieren sich manche Journalist*innen selbst, aus Angst, Werbekundinnen – einschließlich der Regierung – zu verärgern. Die Lage verschärfte sich Anfang der 2020er Jahre zusätzlich zu den wirtschaftlichen Folgen der COVID-19-Pandemie, als die Medieninfrastruktur des Archipels durch den Ausbruch des Vulkans Hunga Tonga-Hunga Ha’apai und den anschließenden Tsunami am 15. Januar 2022 schwer zerstört wurde.

GESELLSCHAFT

In den vergangenen zehn Jahren hat Tonga Fortschritte bei Frauenrechten und ihrer Rolle in den Medien sowie in Führungspositionen gemacht. Dennoch bleiben einige Themen für die Medien tabu, etwa die Anwendung von Folter durch die Polizei, die Abschaffung der Todesstrafe und das Fortbestehen von Kinderehen.

SICHERHEIT

Journalist*innen müssen bei ihrer Arbeit keine unmittelbare physische Gefahr befürchten und sind vergleichsweise selten von strafrechtlicher Verfolgung bedroht. Dennoch besteht in der engen nationalen Gemeinschaft weiterhin eine latente Selbstzensur. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld sind viele Journalist*innen vor allem um ihre finanzielle Existenz besorgt. Die Media Association of Tonga spielt eine wichtige Rolle bei der Verteidigung der Pressefreiheit.

Ihr Ansprechpartner

Sören Kittel (er/ihm)
Referent Presse
[email protected]

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