Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Spanien
Europa - ZentralasienDie politische Polarisation spiegelt sich in der spanischen Medienlandschaft wieder. Die Linie zwischen Information und Meinung verschwimmt zunehmend, was Angriffe auf die Presse fördert. Die Pressefreiheit wird auch durch eine Zunahme missbräuchlicher Klagen (SLAPPs) gegen Medien und Journalist*innen bedroht. Die angekündigte Umsetzung des European Media Freedom Act (EMFA) lässt bislang auf sich warten.
MEDIEN
Die spanische Medienlandschaft ist auf nationaler Ebene sehr konzentriert. Die privaten Medienkonzerne Atresmedia und Mediaset und der öffentlich-rechtliche Sender RTVE machen mehr als 75 Prozent des Marktes aus. Auf regionaler Ebene ist der Sektor durch eine starke Präsenz öffentlicher Rundfunkanstalten geprägt: Sie sind in der Föderation der regionalen Rundfunk- und Fernsehanstalten (FORTA) zusammengeschlossen, was das Risiko politischer Einflussnahme erhöht. Im Bereich der Printmedien ist die Vielfalt größer.
POLITIK
Ein Teil der Medien ersetzt zunehmend Berichterstattung durch Meinung. Die Regierung von Pedro Sánchez hat sich verpflichtet, den EMFA umzusetzen und Desinformation zu bekämpfen. Gesetze zur Transparenz bei Medienbesitz, staatlicher Werbung, Quellenschutz, Informationszugang und Regulierungsreform wurden verabschiedet – ihre Umsetzung bleibt abzuwarten. Viele dieser Maßnahmen könnten jedoch nie umgesetzt werden, da die Regierung auf instabile parlamentarische Bündnisse angewiesen ist.
GESETZE
Die politischen Spannungen greifen zunehmend auf die Justiz über. Nicht nur Politiker*innen zerren Journalist*innen wegen Geheimnisverrats oder Verleumdung vor Gericht, sondern auch Richter*innen. Dies zeigt, wie dringend die europäische Anti-SLAPP-Richtlinie umgesetzt werden muss. Zudem wurden die umstrittensten Bestimmungen des „Knebelgesetzes“ und die sogenannten „Meinungsdelikte“ im Strafgesetzbuch noch immer nicht abgeschafft – ein Versprechen, das die Regierung endgültig nicht einlösen zu können scheint. Die Leitungsgremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks werden weiterhin ohne Rücksicht auf die im EMFA empfohlenen Unabhängigkeitsstandards besetzt. In der Folge wird die redaktionelle Linie von RTVE zunehmend zugunsten der Regierung verzerrt.
WIRTSCHAFT
Der stark konzentrierte und geschwächte Medienmarkt hat den spanischen Journalismus in eine chronische Unsicherheit gestürzt. Viele Medienschaffende haben Schwierigkeiten, von ihrer Arbeit angemessen zu leben. Zugleich werden diese Medien, die sich in einer schweren Krise befinden, immer anfälliger für politischen und wirtschaftlichen Druck. Im Rahmen ihres Plans zur Umsetzung des EMFA hat die Regierung ein Projekt in Höhe von 70 Millionen Euro bewilligt, das die Digitalisierung von Printmedien unterstützen soll. Das Vorhaben wurde von der Europäischen Kommission genehmigt.
GESELLSCHAFT
Spanien ist eine offene, vielfältige Gesellschaft mit großem Respekt für Frauenrechte und LGBTIQ+. Druck auf Journalist*innen kommt meist nur von staatlicher Seite. Dennoch verstärken Polarisierung und Radikalisierung ein Klima der Feindseligkeit gegenüber der Presse – sie gehört zu den am wenigsten geschätzten Berufen.
SICHERHEIT
Cybermobbing hat durch den Aufstieg der extremen Rechten zugenommen; auch Angriffe vor Ort kommen häufig vor. Die rechtsextreme Partei Vox setzt „Pseudo-Journalist*innen“ ein, um Pressekonferenzen im Parlament zu stören und kritische Reporter*innen zu bedrängen – bis hinein in deren Privatleben.
Politiker*innen und digitale Medien mit Verbindungen zur extremen Rechten beteiligen sich an dieser Einschüchterung, die sich besonders gegen Journalistinnen richtet. Sie werden zudem Opfer von digitaler Gewalt, die zunehmend in die reale Welt überschwappt.
Ihre Ansprechpartnerin
Aktuelles
Bilanz 2004: Tödlichstes Jahr für Journalisten seit einem Jahrzehnt
Berlin/Paris, 5. Januar 2005. Im vergangenen Jahr sind mindestens 53 Journalistinnen und Journalisten während oder wegen ihrer Arbeit ums Leben gekommen. Dies sind die höchsten Zahlen seit 1995;...

- Rangliste der Pressefreiheit 2004
Dritte Rangliste zur Pressefreiheit weltweit
Mittlerer Osten und Ostasien schneiden am schlechtesten ab EU-Länder rangieren unter den ersten 40; Russland, Zentralasien und der Kaukasus hinken hinterher Die heute von Reporter ohne Grenzen (RoG)...

- Freedom of the Press throughout the World
Rangliste der Pressefreiheit 2004
"Freedom of the Press throughout the World"An jedem 3. Mai, dem internationalen Tag der Pressefreiheit, erscheint unser Jahresbericht "Freedom of the Press throughout the world", in dem wir die...

- Rangliste der Pressefreiheit 2003
Schlusslichter Nordkorea und Kuba - Kritik auch an USA und Israel
Journalisten und Medien kämpfen überall auf der Welt mit politischen Schwierigkeiten. Unabhängige Presse ist häufig verboten und Vielfalt durch Medienkonzentration, staatliche Monopole oder Zensur...

- Rangliste der Pressefreiheit 2002
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht Index zur weltweiten Situation der Pressefreiheit
Reporter ohne Grenzen veröffentlicht heute zum ersten Mal einen Index zur weltweiten Situation der Pressefreiheit in 139 Staaten. Dabei zeigen sich überraschende Ergebnisse für die westlichen...
