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Infolge der nahezu vollständigen Kontrolle des Staates über die Medien ist Laos ein „schwarzes Loch“ für Informationen, aus dem nur wenige verlässliche Informationen nach außen dringen.

MEDIEN

Die Regierung hat nahezu vollständige Kontrolle über die laotischsprachige Presse. Die 24 Zeitungen, 32 Fernsehsender und 44 Radiosender des Landes sind verpflichtet, der Parteilinie zu folgen, die vom Propaganda- und Schulungsausschuss der Revolutionären Volkspartei von Laos (LPRP) vorgegeben und von den drei von der Regierungspartei herausgegebenen Tageszeitungen Pathet Lao, Vientiane Mai und Paxaxon verbreitet wird. Englischsprachige Medien haben etwas mehr Handlungsspielraum: Während die Tageszeitung Vientiane Times 2025 ebenfalls der Aufsicht des Propaganda- und Schulungsausschusses unterstellt wurde, behält die Nachrichtenwebsite Laotian Times eine unabhängigere redaktionelle Linie bei. Im Bewusstsein der Einschränkungen der offiziellen Medien wenden sich immer mehr Laot*innen von der Propaganda staatlicher Medien ab und beziehen ihre Nachrichten über YouTube, Facebook und andere soziale Plattformen – inzwischen wichtige Informationsquellen – sowie über Fernsehsender aus Thailand.

POLITIK

Die Revolutionäre Volkspartei von Laos (LPRP) überwacht die Presse streng und macht die Gründung unabhängiger Medien in der Landessprache unmöglich. Die herrschende Elite — häufig Nachfahren der alten Aristokratie — hält Informationen unter Verschluss. Dieses politische Umfeld fördert Selbstzensur und erklärt, warum Journalist*innen sich darauf beschränken, Meldungen der offiziellen Nachrichtenagentur Kaosan Pathet Lao (KPL) zu übernehmen. Ausländische Medien werden seit 2016 unter der Bedingung geduldet, dass ihre Inhalte vorab von der LPRP genehmigt werden. Infolgedessen haben nur die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua und ihr vietnamesisches Pendant VNA Büros in Vientiane eröffnet. Themen wie Naturkatastrophen und große Investitionsprojekte mit Ländern wie Thailand, Vietnam und China gelten für das Regime als tabu.

GESETZE

Die Verfassung garantiert „freie Meinungsäußerung“, verbietet den Medien jedoch, „nationale Interessen“ und „traditionelle Kultur“ zu beeinträchtigen. Diese vage formulierte Bestimmung des Strafgesetzbuchs erlaubt den Behörden, Journalist*innen zu inhaftieren, wenn sie die Regierung kritisieren; im Jahr 2014 wurde diese Bestimmung auf sämtliche Internetnutzer*innen ausgeweitet. Als Reaktion auf die zunehmende Verbreitung sozialer Medien haben die Behörden ihre Kontrolle über Informationen ausgeweitet, indem sie Nachrichten-Seiten auf Facebook und anderen Plattformen verpflichten, sich bei den Behörden zu registrieren, andernfalls drohen Strafen. Darüber hinaus werden Internetanbieter angewiesen, den Behörden Namen, Berufe und Suchverläufe von Nutzer*innen zu melden.

WIRTSCHAFT

Ein Großteil der Medien ist im direkten Besitz der Regierung. Die schrittweise, aber eingeschränkte Entwicklung von Online-Medien wurde einerseits durch technologische Fortschritte ermöglicht – durch den Ausbau der Infrastruktur für mobile Telekommunikation sowie für Internetzugänge – wodurch die Zahl von Mobiltelefonnutzer*innen stiegen. Die Behörden arbeiten mit dem benachbarten China zusammen, das erheblichen Einfluss im Land ausübt, um die Internetüberwachung und die Kontrolle auf Nachrichten auszubauen. Hinzu kommt ein Abkommen beider Länder zum Austausch von Geheimdienstinformationen und eine ausgeweitete Ausrüstung mit Produkten chinesischer Technologieunternehmen.

GESELLSCHAFT

Die Die Regierungspartei unterdrückt alle Formen freier kollektiver Meinungsäußerung. Wegen der sprachlichen Nähe zwischen Laotisch und Thailändisch verfolgen insbesondere jüngere Laot*innen das Geschehen in den sozialen Netzwerken Thailands und starteten im Jahr 2020 sogar eine seltene Online-Protestbewegung, #IfLaoPoliticsWasGood (#ຖ້າການເມືອງລາວດີ). Diese Bewegung prangert unter anderem das Fehlen von Meinungsfreiheit im Land an. Das Regime reagierte mit der Einrichtung einer Taskforce, welche die Nutzung sozialer Medien „überwacht“ und Personen inhaftiert, die die Regierung kritisieren.

SICHERHEIT

Informationen werden in Laos so streng kontrolliert, dass Journalist*innen nur sehr wenig Handlungsspielraum haben. Im Jahr 2018 wurde vielen lokalen und ausländischen Reporter*innen untersagt, über den Einsturz eines Staudamms am Mekong zu berichten. Auch unabhängige Online-Medien werden hart unterdrückt: Die Bloggerin Muay Littlepig wurde 2019 zu fünf Jahren Haft verurteilt, weil sie ihre Landsleute über Versäumnisse der Regierung beim Krisenmanagement von Überschwemmungen am Mekong informiert hatte. Das Teilen von Informationen in sozialen Medien über Korruption von Behörden oder andere sensible Themen kann zu Inhaftierung, Gewalt und sogar Mord führen.

Ihr Ansprechpartner


Sören Kittel (er/ihm)
Referent Presse
[email protected]

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