Gerne würden wir Ihnen am 8. März, dem Weltfrauentag, Mut machende Geschichten internationaler Journalistinnen erzählen. Und es gibt sie: Denken wir an Sandra Muhoza, eine investigative Journalistin aus Burundi, die in dieser Woche ihren ersten Kampf gegen die Mühlen einer autokratischen Justiz gewonnen hat. Oder an Frenchie Mae Cumpio aus den Philippinen, die mit unbändigem Willen ihrer drohenden Haftstrafe trotzt. Oder an Elahe Mohammadi aus dem Iran, die dem diktatorischen Regime immer wieder die Stirn bietet.
Doch diese Stärke, dieser Erfolg hat auch einen Preis. Weltweit nimmt die Zahl der inhaftierten Journalistinnen zu; langsam, aber stetig. Aktuell sitzen 77 weibliche Medienschaffende wegen ihrer Arbeit im Gefängnis.
Ein besonders drastisches Beispiel ist der Iran. Es waren Frauen, die als erste über den gewaltsamen Tod der 22-jährigen Kurdin Jina Mahsa Amini im September 2022 schrieben: Nilufar Hamedi berichtete aus dem Krankenhaus über die Trauer von Aminis Eltern. Elahe Mohammadi schrieb über Aminis Begräbnis, das zu einem gewaltigen Protestschrei gegen die Gewaltherrschaft der Mullahs wurde. Auch durch die mutige Berichterstattung dieser Journalistinnen wurde die iranische „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung geboren. Hamedi und Mohammadi wurden dafür zu langen Haftstrafen verurteilt. Elahe Mohammadi wurde während der jüngsten Protestwelle erneut inhaftiert, ihre Zeitung verboten, auch wegen eines ihrer kritischen Artikel. Jetzt, im aktuellen Krieg mit den USA und Israel, werden die Karten neu gemischt – aber eines ist klar: Das Regime hat Angst. Vor den freien Medien, und besonders vor mutigen Journalistinnen.
Wir erinnern heute auch an Narges Mohammadi, der Friedensnobelpreisträgerin von 2023, die immer wieder für längere Zeit im Iran inhaftiert ist – erneut seit vergangenem Dezember. Wir erinnern an alle Reporterinnen, deren wichtige Stimmen in Gefängniszellen zum Verstummen gebracht werden sollen – in Aserbaidschan, in Belarus und überall auf der Welt.
