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Journalist aus Nicaragua droht Abschiebung

Journalist aus Nicaragua droht Abschiebung
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Am 14. September 2026 wurde der Journalist Luis Manuel Chavarría Galeano in Florida von der Zoll- und Grenzschutzbehörde CBP festgenommen. Galeano leitet die Online-Newsplattform Café con Voz und ist spanischer Staatsbürger mit nicaraguanischer Herkunft. Er verfügt über eine gültige Arbeitserlaubnis und lebt seit knapp acht Jahren im Exil in den USA. Sein Asylantrag ist noch nicht entschieden.

Laut Medienberichten floh Galeano im Dezember 2018 aus Nicaragua, wenige Tage nachdem die Polizei die Redaktion von 100% Noticias, für die er arbeitete, durchsucht und einen Haftbefehl gegen ihn erlassen hatte. 2023 entzog das nicaraguanische Regime ihm und über 90 weiteren Nicaraguaner*innen die Staatsbürgerschaft und bezeichnete sie als „Vaterlandsverräter“. Galeano ist inzwischen spanischer Staatsbürger. Die spanische Regierung verlieh ihm die Staatsbürgerschaft im Juni 2025 per königlichem Dekret. RSF fordert die spanischen Behörden auf, ihren Staatsbürger umgehend konsularisch zu unterstützen und bei den US-Behörden darauf hinzuwirken, dass er nicht nach Nicaragua abgeschoben wird. Sollte die US-Regierung dennoch seine Abschiebung anordnen, muss die spanische Regierung seine Überstellung nach Spanien ermöglichen.

Galeano soll am 2. Oktober vor einem Einwanderungsgericht erscheinen. Angesichts seiner Vorgeschichte ist eine Abschiebung nach Nicaragua besonders gefährlich. Das Regime von Daniel Ortega und Rosario Murillo hat unabhängigen Journalismus in Nicaragua weitgehend ausgelöscht und Hunderte Journalist*innen ins Gefängnis oder ins Exil gezwungen.

RSF wird die Situation von Luis Galeano weiterhin genau beobachten und fordert die spanische Regierung auf, Auskunft über die von ihr ergriffenen Maßnahmen zu seinem Schutz zu geben.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit stehen die USA derzeit auf Platz 64 von 180 Ländern. Nicaragua belegt Platz 168 und ist damit das Schlusslicht Lateinamerikas.