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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Ungarn
Europa - ZentralasienDer Wahlsieg von Péter Magyar bei den Parlamentswahlen 2026 eröffnet erstmals seit 16 Jahren die Chance, die Blockade der Pressefreiheit zu durchbrechen, die unter Ministerpräsident Viktor Orbán entstanden ist. RSF stuft ihn als größten "Feind der Pressefreiheit" ein.
MEDIEN
Der Markt ist stark konzentriert: Rund 500 nationale und lokale Medienorganisationen sind unter dem Dach der regierungsnahen KESMA-Stiftung gebündelt und agieren wie die öffentlich-rechtlichen Sender im Sinne der Regierung. Unabhängige Akteure wie RTL Klub, der YouTube-Kanal Partizán, die Tageszeitung Népszava, das Wochenmagazin HVG sowie die Onlineportale 24.hu, 444.hu und Telex halten jedoch bedeutende Marktanteile.
POLITIK
Während seinen 16 Jahren im Amt untergrub Viktor Orbán systematisch die Medienvielfalt. Öffentlich-rechtliche Sender wurden zu Sprachrohren der Regierung umgebaut, private Medien aufgekauft oder mundtot gemacht. Oligarchen mit Nähe zur Regierungspartei Fidesz kontrollieren heute 80 % der ungarischen Medien.
GESETZE
Die Medienaufsicht unterstand unter Orban vollständig der Regierung und verweigere sich jeder Kontrolle über die Eigentumskonzentration im Mediensektor. 2021 entzogen Behörden dem letzten großen unabhängigen Radiosender Klubrádió willkürlich die Sendelizenz. Der Europäische Gerichtshof verurteilte Ungarn dafür. Das 2023 geschaffene „Amtes für Souveränitätsschutz“ dient zudem als Instrument für Diffamierungskampagnen gegen Journalist*innen.
WIRTSCHAFT
Der mittelgroße Markt ist wenig auf zahlungspflichtige Inhalte ausgerichtet. Die Finanzierung unabhängiger Medien wird durch die einseitige Verteilung staatlicher Werbegelder gefährdet, die fast ausschließlich regierungsnahen Medien zufließen. 2020 wurde das reichweitenstarke Portal Index.hu durch regierungsnahe Unternehmer übernommen. Das gleiche Unternehmen kaufte im Jahr 2025 auch die größte Zeitung des Landes, Blikk.
GESELLSCHAFT
Kritische Medien wurden von der Orban-Regierung regelmäßig beschuldigt, Falschinformationen zu verbreiten oder vom US-amerikanischen Investor ungarisch-jüdischer Herkunft George Soros finanziert zu sein – eine Rhetorik, die von regierungsfreundlichen Medien übernommen wird. Konservative Kräfte nutzten die schwache Gesetzeslage zudem, um rechtlich gegen journalistische Inhalte vorzugehen, die sie als zu liberal empfinden.
SICHERHEIT
Körperliche Übergriffe oder polizeiliche Willkür sind selten, doch Ungarn ist das einzige EU-Land, das Medienschaffende nachweislich mit der Spähsoftware Pegasus überwacht hat. Gleichzeitig haben Diffamierungskampagnen stark zugenommen. Kritische Stimmen wurden im Netz gezielt von Anhänger*innen der Fidesz-Partei belästigt.
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