Weltkarte wird geladen...
Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
Klicken Sie auf ein Land, um detaillierte Informationen anzuzeigen. Verwenden Sie die Pfeiltasten zur Navigation, Enter zur Auswahl.
Iran ist nach wie vor eines der repressivsten Länder weltweit für Medienschaffende. Das Regime hat seit 2022 als Reaktion auf die weitreichenden Proteste und die US-israelische Offensive von 2026 sein hartes Vorgehen und die Medienzensur noch einmal verschärft.
MEDIEN
Da die Medien des Landes weitgehend vom Regime kontrolliert werden, stammen die wichtigsten Informationen von im Ausland ansässigen Medien. Unabhängige Journalist*innen und Medien sind in Iran tagtäglich Repressionen in Form von willkürlichen Verhaftungen und harten Strafen ausgesetzt, die nach äußerst unfairen Verfahren von den Revolutionsgerichten verhängt werden.
POLITIK
Der - im US-israelischen Krieg gegen Iran getötete - Oberste Führer Ali Chamenei hat den unabhängigen Medien regelmäßig vorgeworfen, sie seien durch ausländische Kräfte manipuliert. Unter seinem Sohn und Nachfolger Modschtaba Chamenei setzt sich das fort. Das Oberhaupt der wichtigsten politischen, militärischen und gerichtlichen Institutionen des Landes kann die Verhaftung und Verurteilung von Medienschaffenden zu langen Haftstrafen und sogar die Todesstrafe anordnen.
GESETZE
Artikel 24 der iranischen Verfassung garantiert die Pressefreiheit. Allerdings erlaubt das Pressegesetz von 1986 – mit Anpassungen von 2000 und 2009 hinsichtlich digitaler Medien – den Behörden, in die Medienarbeit einzugreifen. Sie sollen sicherstellen, dass Medienschaffende „die Islamische Republik nicht gefährden“, „den Klerus und den Obersten Führer nicht beleidigen“ und „keine falschen Informationen verbreiten“.
WIRTSCHAFT
Die wirtschaftliche Lage im von beispiellosen Sanktionen betroffenen und von korrupten Politiker*innen geplagten Iran ist schlecht. Die US-israelische Offensive von 2026 hat diese Situation noch verschärft. In den vergangenen Jahren mussten mehrere Redaktionen schließen, etwa 100 Medienschaffende verloren ihre Arbeitsplätze.
GESELLSCHAFT
Die iranische Zivilgesellschaft ist dynamisch und progressiv; vor allem die Jugend und die Frauen fordern mehr Freiheit und die Achtung von Grundrechten wie die Informationsfreiheit ein. Wer über Religion oder die Rechte von Frauen schreibt, steht jedoch weiter vor Tabus und Einschränkungen.
SICHERHEIT
Die Repression gegenüber Journalist*innen war bereits allumfassend, mit Verhaftungen, Verhören, Inhaftierungen, Überwachung, Schikanen und Drohungen, doch seit den Protesten der „Frau, Leben, Freiheit“-Bewegung nach dem Tod von Jina Mahsa Amini in Polizeigewahrsam sowie dem Krieg im Jahr 2026 hat sie sich noch erheblich verschärft. Schon alleine ein anonymes Gespräch mit der internationalen Presse kann Morddrohungen oder Verhaftungen nach sich ziehen. Seit 2022 wurden mehr als 100 Medienschaffende, darunter viele Frauen, wurden aus Angst der Behörden vor kritischer Berichterstattung über die Proteste verhaftet. Auch iranische Journalist*innen im Ausland werden unter Druck gesetzt.
Ihr Ansprechpartner
Aktuelles
- Vom Golf bis nach Jordanien
Verschärfte Repression und Zensur im Iran-Krieg
Die Offensive Israels und der USA gegen Iran sowie die iranischen Angriffe auf Staaten der Region haben auch Auswirkungen auf die Medien: Mehrere Regierungen haben seit Beginn des Kriegs die freie...

- Zum Internationalen Frauentag
Mut, Stärke – Gefängnis: Zum Internationalen Frauentag sitzen 77 Journalistinnen wegen ihrer Arbeit in Haft
Gerne würden wir Ihnen am 8. März, dem Weltfrauentag, Mut machende Geschichten internationaler Journalistinnen erzählen. Und es gibt sie: Denken wir an Sandra Muhoza, eine investigative Journalistin...

- Krieg in Nahost
Journalist*innen in Iran: Berichterstattung unter Bomben, Repression durch das Regime
Seit Beginn der US-israelischen Offensive gegen Iran sind Journalist*innen doppelt bedroht: Zum einen durch die Luftangriffe, zum anderen durch eine verstärkte Repression durch das iranische...

- Iran
Bundesregierung muss Zensur und Gewalt öffentlich verurteilen sowie Journalist*innen im deutschen Exil schützen
Seit dem 8. Januar blockieren die iranischen Behörden als Reaktion auf die landesweiten Proteste fast den gesamten Zugang zum Internet. Es ist nahezu unmöglich, iranische Journalist*innen und...

- Proteste in Iran
Regime in Teheran schränkt Medienfreiheit massiv ein
Im Zuge der landesweiten Proteste in Iran hat das Regime in Teheran in der Nacht zum 9. Januar Internet und Telefonleitungen abschalten lassen. Journalist*innen können nicht mit der Außenwelt...

- Iran
Narges Mohammadi wieder in Haft
Die iranische Journalistin, Menschenrechtsaktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist wieder in Haft. Sie hatte am 12. Dezember an einer Gedenkfeier für den verstorbenen Anwalt...

- Jahresbilanz der Pressefreiheit
Jahresbilanz 2025: 67 getötete Reporter*innen, über 500 in Haft
Journalist*innen weltweit waren auch im Jahr 2025 enorm gefährdet. Das liegt vor allem an bewaffneten Konflikten und dem organisierten Verbrechen: Mindestens 53 der 67 im Zeitraum 1. Dezember 2024 bis...

- Deutschland
Symbolpolitik statt humanitäre Aufnahme
„Die Bundesregierung will die seit mehreren Monaten ausgesetzte Vergabe von humanitären Visa wiederaufnehmen“, schreibt die FAZ am 25. August in ihrem Liveticker. Was nach schneller Hilfe für...

- Iran
Nobelpreisträgerin Narges Mohammadi bedroht
Die iranische Journalistin und Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi ist im Juni wiederholt mit dem Tode bedroht worden. Laut Informationen des “Free Narges Coalition Steering Committee”, dem...

- Iran
Trotz Waffenstillstand: Die Gefahr bleibt
Der Krieg mit Israel hat die Lage von Journalistinnen und Journalisten im Iran weiter verschärft. Auch seit dem Waffenstillstand geht das Regime in Teheran unnachgiebig gegen unliebsame...

Rangliste der Pressefreiheit 2024
Reporter ohne Grenzen (RSF) veröffentlicht am Freitag, 3. Mai 2024, die Rangliste der Pressefreiheit 2024. Sie spiegelt die Situation von Journalistinnen, Journalisten und Medien in 180 Ländern und...

- Iran
RSF-Bericht: Repression über Grenzen hinweg
Vor nicht einmal drei Wochen wurde ein iranischer Journalist in London auf offener Straße niedergestochen. Reporter ohne Grenzen (RSF) hat am Mittwoch, 17. April 2024, einen Bericht über die...

- Iran
Sicherheitskräfte verschleppen Journalisten
Iranische Sicherheitskräfte haben mehrere Medienschaffende vier Tage lang in den Räumen ihrer Redaktion festgehalten. Anschließend brachten sie vier von ihnen an einen unbekannten Ort und hielten...

- Iran
Entlassene Journalistinnen erneut angeklagt
Reporter ohne Grenzen (RSF) fordert ein Ende der gerichtlichen Schikanen gegen Nilufar Hamedi und Elahe Mohammadi. Die beiden bekannten iranischen Journalistinnen wurden nach 15 Monaten Haft am 14....

- Iran
Skandalöses Urteil eines Gewaltregimes
Über ein Jahr nach der Festnahme von Elahe Mohammadi und Nilufar Hamedi hat das Teheraner Revolutionsgericht am Sonntag (22.10.) seine Urteile verkündet: Die beiden Journalistinnen, die wegen ihrer...
