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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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Grundsätzlich können Journalist*innen im Senegal vergleichsweise unabhängig arbeiten. Allerdings haben die wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Medien und zunehmende Drohungen in den vergangenen Jahren Sorgen vor einer Verschlechterung genährt.
MEDIEN
Laut eines neuen Online-Registrierungsverfahrens des Ministeriums für Kommunikation gibt es im Senegal etwa 260 Medienunternehmen. Das Verfahren basiert auf dem Pressekodex, wurde jedoch von einem Teil der Branche kritisiert. Es gibt 48 Fernseh- und Web-TV-Kanäle, eine ebenso große Zahl von Online-Medien und fast 130 Radiosender. Die privaten Medien sind in ihrer Gesamtheit vielfältig. Seit dem Antritt der aktuellen Regierung im März 2024 bemühen sich auch die öffentlich-rechtlichen Medien um Pluralismus. Die Radio- und Fernsehsender von Futurs Médias, D-Média, Emedia und Sud Communication sind in der Hauptstadt Dakar die beliebtesten. Zeitungen werden nur in geringer Auflage gedruckt und außerhalb von Dakar kaum vertrieben.
POLITIK
Die meisten privaten Medien bemühen sich um eine unabhängige Berichterstattung, wollen staatliche Misswirtschaft aufdecken und politische Debatten anstoßen. Der Präsident hat das Recht, die Mitglieder des Rates zur Regulierung des Rundfunksektors (Haute Autorité de régulation de la communication audiovisuelle, HARCA) zu ernennen. Die HARCA soll jedoch durch eine unabhängige Verwaltungsbehörde ersetzt werden, die für die Regulierung der Nachrichtenmedien und der sozialen Medien zuständig sein soll. Während einer Protestwelle Anfang 2024 ließ die Regierung das Internet abschalten und den Fernsehsender Walfadjri stoppen. Häufig bestehen enge Beziehungen zwischen Medieneigentümern und politischen Persönlichkeiten. Vor allem rund um Wahlen nimmt die politische Einmischung in Redaktionen zu.
GESETZE
Der bestehende Rechtsrahmen begünstigt journalistische Arbeit grundsätzlich. Allerdings sieht das 2017 verabschiedete Pressegesetz hohe Freiheitsstrafen für einfache Pressevergehen vor. Der neue Präsident hat angekündigt, sie abschaffen zu wollen. In Ermangelung eines entsprechenden Gesetzes haben Medienschaffende nach wie vor Schwierigkeiten, Zugang zu öffentlichen Informationen zu erhalten.
WIRTSCHAFT
Abgesehen von den staatlichen Medien und einigen privaten Verlagen mangelt es fast allen Medien im Senegal an einem funktionierenden Geschäftsmodell. Der Verkauf von Zeitungen deckt die Betriebskosten nicht, die staatlichen Fördermittel sind nicht ausreichend und Werbung ist nach wie vor ungleich verteilt, da ein Großteil an die staatlichen Medien geht. Die führenden Sporttageszeitungen Stades und Sunu Lamb stellen im August 2024 ihr Erscheinen ein, Beschäftigte der großen Mediengruppen müssen mit Gehaltsrückständen rechnen. Im August 2024 protestierten Verlage mit einem „Tag ohne Presse“ gegen das schwierige wirtschaftliche Umfeld und den fehlenden Dialog.
GESELLSCHAFT
Aufgrund kultureller und religiöser Zwänge ist die Berichterstattung über LGBTIQ-Themen für Journalist*innen nach wie vor schwierig. Die Berichterstattung über Themen, die mit Religion zu tun haben, kann zu Spannungen und sogar Gewalt führen.
SICHERHEIT
Über mehrere Jahre hinweg nahmen Verhaftungen und Gewalt gegen Medienschaffende zu. Im Wahljahr 2024 hat RSF 20 zwanzig Angriffe registriert. Seit dem Amtsantritt der aktuellen Regierung hat sich die Sicherheitslage verbessert. Allerdings werden Journalist*innen weiterhin von der Polizei vorgeladen.
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