Gewalt in Mexiko

169 ermordete Journalist*innen in 20 Jahren – 98 Prozent davon Lokaljournalist*innen

169 ermordete Journalist*innen in 20 Jahren – 98 Prozent davon Lokaljournalist*innen
© RSF
169 Morde, kaum Aufklärung: In Mexiko geraten besonders Journalist*innen ins Visier, die über Korruption, organisierte Kriminalität und die Verstrickungen lokaler Behörden berichten. Die anhaltende Gewalt und die weit verbreitete Straflosigkeit gefährden die Pressefreiheit im ganzen Land.

In den vergangenen zwanzig Jahren wurden in Mexiko 169 Journalist*innen ermordet – durchschnittlich acht pro Jahr. 99 Prozent dieser Morde wurden nicht vollständig aufgeklärt. Organisierte Kriminalität und Korruption sind die Hauptursachen für diese Mordserie, zugleich versagen Justiz und staatliche Schutzmechanismen. Reporter ohne Grenzen (RSF) blickt auf zwei Jahrzehnte tödlicher Gewalt gegen die Presse zurück: Wieso bleiben die Verantwortlichen so oft unbestraft? Welche Bundesstaaten sind besonders gefährlich? Und warum geraten vor allem Lokaljournalist*innen ins Visier?

„In Mexiko reicht es den Tätern nicht, Journalist*innen zu ermorden. Die Botschaft muss um jeden Preis ankommen. Entführungen, Folter und Leichen mit Drohbotschaften sollen nicht nur die Betroffenen zum Schweigen bringen, sondern auch alle anderen einschüchtern“, sagt Maren Pfalzgraf, RSF-Pressereferentin für Lateinamerika. „Die organisierte Kriminalität trägt die Hauptverantwortung für die meisten dieser Morde. Doch solange der Staat nichts tut, um die Täter zu stoppen, trägt auch er Verantwortung. Präsidentin Claudia Sheinbaum muss ihre Zusagen endlich einlösen und Journalist*innen besser schützen.“

Die wichtigsten Zahlen

  • 169 Journalist*innen wurden seit 2006 ermordet – durchschnittlich acht pro Jahr

  • Die Hälfte aller getöteten Journalist*innen wurde in nur fünf Bundesstaaten ermordet: Veracruz, Oaxaca, Guerrero, Chihuahua und Tamaulipas

  • 166 der Ermordeten (98 Prozent) waren Lokaljournalist*innen

  • Mindestens 34 Journalist*innen wurden vor ihrer Ermordung gefoltert

  • In 168 von 169 Fällen wurden weder die Auftraggeber noch die Motive der Tat abschließend ermittelt. Die Aufklärungsquote liegt damit bei unter einem Prozent.

  • 59 Prozent der ermordeten Journalist*innen berichteten über organisierte Kriminalität, 46 Prozent über Politik.

Screenshot einer interaktiven Grafik, die die mexikanischen Bundesstaaten in gelb-roten Farbschattierungen zeigt. Links unten im Bild ist ein Kasten mit der Überschrift "Monitoring killings of journalists in Mexico".
© Screenshot RSF
Die Filterfunktion ermöglicht eine detaillierte Suche nach den 169 ermordeten Journalist*innen.

Interaktive Grafik

Eine interaktive Grafik dokumentiert, wo und wann die Journalist*innen ermordet wurden, wer sie waren und welche Fälle bis heute nicht vollständig aufgeklärt sind. Ein Klick auf die Figur öffnet einen kurzen Steckbrief zur jeweiligen Person und ihrer Geschichte.

In 20 Jahren wurden in Mexiko 168 von 169 Morden an Journalist*innen nicht vollständig aufgeklärt: Weder die Auftraggeber noch die Motive der Taten konnten abschließend ermittelt werden. Dabei weisen in vielen Fällen Spuren auf die Kartelle hin – teilweise reklamieren diese die Taten sogar für sich.

Ein Beispiel ist der Fall von Eliseo Barrón Hernández, der für das Nachrichtenmedium La Opinión de Torreón arbeitete. Der Journalist wurde in der Nacht vom 25. auf den 26. Mai 2009 im Bundesstaat Coahuila gefoltert und ermordet. Einer der festgenommenen Verdächtigen, Israel Sánchez Jaimes, erklärte bei seiner Vernehmung, der Mord sei vom Anführer des Zeta-Kartells, Lucio Fernández alias „Lucifer“, angeordnet worden, um den lokalen Medien eine Warnung zu erteilen. Kurz vor seiner Ermordung hatte Eliseo Barrón Hernández über die Entlassung lokaler Polizisten berichtet, denen Korruption vorgeworfen wurde. Zudem recherchierte er regelmäßig zum Drogenhandel.

Ermittlungen versagen von Anfang an

Laut der mexikanischen Organisation Propuesta Cívica bestehe das Problem nicht nur darin, dass Verdächtige nicht festgenommen oder Täter nicht verurteilt werden. Die Ermittlungen wiesen von Anfang an gravierende Mängel auf. Die Partnerorganisation von RSF unterstützt unter anderem die Angehörigen ermordeter Journalist*innen und hat zahlreiche Versäumnisse in der entscheidenden Anfangsphase der Ermittlungen dokumentiert: Beweismittel gehen verloren oder werden unsachgemäß aufbewahrt, Ermittlungsansätze werden nicht konsequent verfolgt, der Gesamtkontext wird unzureichend untersucht, die Behörden arbeiten schlecht zusammen. In vielen Fällen fehlt zudem der politische Wille, gegen diejenigen zu ermitteln, die hinter dem Angriff stehen könnten.

RSF hat diese Missstände wiederholt angeprangert, unter anderem 2017 in einem Schreiben an den ehemaligen Präsidenten Enrique Peña Nieto und zuletzt im August 2026, als sich RSF und mehr als 40 mexikanische Medien mit einer klaren Botschaft an die aktuelle Regierung wandten: „Wie viele von uns müssen noch sterben, bis der mexikanische Staat handelt?“

Weißer Text auf schwarzem Hintergrund - deutsche Übersetzung vom Spanischen: „Wie viele von uns müssen noch sterben, bis der Staat handelt?“
© Screenshot RSF
Zusammen mit mehr als 40 nationalen und lokalen Medien hat RSF einen Appell an die mexikanische Regierung gerichtet.

Schon 2006 richtete die damalige Regierung eine Spezialeinheit ein, die Verbrechen gegen Journalist*innen untersuchen sollte. 2010 wurde ihr Mandat erweitert und die FEADLE (Fiscalía Especial para la Atención de Delitos cometidos contra de la Libertad de Expresión) geschaffen, die Sonderstaatsanwaltschaft für Straftaten gegen die Meinungsfreiheit. Sie ist der Bundesstaatsanwaltschaft unterstellt und befugt, auch Verbrechen gegen Journalist*innen auf lokaler Ebene zu untersuchen, in Zusammenarbeit mit den Staatsanwaltschaften und Gerichten der Bundesstaaten. 2012 wurde zudem das staatliche Schutzprogramm eingerichtet. Nach Angaben der mexikanischen Regierung waren am 31. August 2026 701 Journalist*innen in dem Programm registriert.

Staatliche Schutzmechanismen

In Mexiko gibt es sowohl auf Bundesebene als auch in den einzelnen Bundesstaaten Schutzmechanismen für Journalist*innen. Je nach Situation ergänzen sie einander oder kommen alternativ zum Einsatz. In Veracruz können Journalist*innen beispielsweise gleichzeitig Schutz durch beide Systeme erhalten. Das Schutzprogramm auf Bundesebene wurde 2012 ins Leben gerufen.

  • 15 Prozent der seit 2012 in Mexiko ermordeten Journalist*innen standen unter staatlichem Schutz. Zu den Schutzmaßnahmen gehörten Überwachungskameras bis hin zu Polizeieskorten.

  • Laut aktuellen Angaben sind 701 Journalist*innen – 205 Frauen und 496 Männer – Teil des Schutzprogramms auf Bundesebene (Stand 31. August 2026). Insgesamt sind 2.047 Menschen in dem Programm registriert, darunter Journalist*innen und Menschenrechtsverteidiger*innen.

  • Seit dem Amtsantritt von Präsidentin Claudia Sheinbaum wurde der föderale Schutzmechanismus keiner systematischen Evaluation unterzogen. Eine solche Überprüfung könnte strukturelle Schwachstellen aufdecken und dabei helfen, einen Plan zu entwickeln, Journalist*innen umfassender zu schützen.

  • In Veracruz hat die staatliche Kommission zur Unterstützung und zum Schutz von Journalist*innen (CEAPP) insgesamt 106 Schutzmaßnahmen registriert (Stand 15. Juni 2026). Die Kommission hält das Programm „im Rahmen der geltenden gesetzlichen Bestimmungen“ für wirksam, räumt jedoch Einschränkungen ein. Dazu zählen die begrenzten Eingriffsmöglichkeiten des Bundesstaates in Gebieten, die von Kartellen kontrolliert werden, sowie die Korruption lokaler Amtsträger*innen.

Seit der Gründung der FEADLE ist die Zahl der Verurteilungen wegen Mordes an Journalist*innen deutlich gestiegen: Zwischen 2006 und 2016 ergingen fünf Urteile, im darauffolgenden Jahrzehnt waren es mindestens 33. Insgesamt wurden 21 Fälle teilweise aufgeklärt. Die Fortschritte beschränken sich jedoch weitgehend auf die unmittelbaren Täter. Diejenigen, die die Morde in Auftrag gegeben haben, entziehen sich in nahezu allen Fällen weiterhin der Strafverfolgung.

Propuesta Cívica kritisiert diesen Ansatz. Dass sich Justiz und Polizei vor allem auf die unmittelbaren Täter konzentrieren, verhindere, dass die Machtstrukturen hinter der Gewalt aufgedeckt werden, und trage dazu bei, dass diejenigen straflos bleiben, die weitere Angriffe in Auftrag geben können. Außerdem sind nicht weniger Journalist*innen ermordet worden. Im Gegenteil: Die Zahl der Mordfälle ist in den vergangenen zehn Jahren gegenüber dem Jahrzehnt zuvor um zwölf Prozent gestiegen.

Lokaljournalist*innen im Visier: „Sie wollten mich verschleppen und töten.“

Viele ermordete Journalist*innen waren zuvor bedroht worden. María Martínez Guardado überlebte, doch ihr Leben veränderte sich am 5. Juni 2022 für immer. Die Investigativjournalistin recherchierte zu mutmaßlichen Verbindungen zwischen der Partei Morena und dem Kartell Jalisco Nueva Generación (CJNG) im Bundesstaat Aguascalientes. Sie untersuchte, ob das Kartell die Partei im Wahlkampf unterstützte. „An diesem Tag erhielt ich Morddrohungen. Zunächst hatte ich das gar nicht bemerkt. Ich hatte den ganzen Tag über die Wahl berichtet und erst am Abend auf mein Handy geschaut. Da sah ich, dass ich eine, dann zwei sehr aggressive Nachrichten bekommen hatte. Es blieb nicht bei den Drohungen. Es folgten Anrufe. Sie wollten mich verschleppen und töten.“

Heute steht María Martínez unter staatlichem Schutz. Sie lebt im Verborgenen, fern von ihrer Familie. Ihr Fall steht exemplarisch für die Gefahr, der Journalist*innen ausgesetzt sind, wenn sie zu Politik und organisierter Kriminalität im Lokalen recherchieren.

Von den 169 Journalist*innen, die seit 2006 in Mexiko ermordet wurden, waren 166 Lokaljournalist*innen. Das entspricht 98 Prozent. Sie arbeiteten für unterschiedlichste Medien, darunter Radiosender, Online-Nachrichtenseiten, soziale Netzwerke und Printpublikationen. Alle acht Journalist*innen, die 2026 bislang ermordet wurden, berichteten über lokale Themen.

Zu ihnen gehörte Francisco Alejandro Leyva Aguilar, der am 22. Juli in San Pablo Etla im Bundesstaat Oaxaca erschossen wurde. Er schrieb eine eigene Kolumne, die er über seine Social-Media-Kanäle veröffentlichte, und berichtete für verschiedene Medien über die Landespolitik, Korruption und Sicherheitsthemen. Kurz vor seiner Ermordung hatte er den Gouverneur und mehrere Amtsträger öffentlich kritisiert. Obwohl er Drohungen gegen sich gemeldet hatte, erhielt er keinen staatlichen Schutz.

„Wir sind auf uns allein gestellt“

„In den Bundesstaaten sind wir auf uns allein gestellt. Wir haben nicht dieselbe Sichtbarkeit wie Journalist*innen, die in Mexiko-Stadt arbeiten“, sagt María Martínez. Die Investigativjournalistin beschreibt, wie Lokaljournalist*innen oft keine Anlaufstelle haben: „Wenn wir Vorfälle bei den lokalen Behörden melden, bringt das nichts, weil genau diese Behörden die kriminellen Aktivitäten schützen.“ Die Verstrickung lokaler Behörden mit der organisierten Kriminalität zählt zu den größten Gefahren für die Presse in Mexiko. Recherchen zu Korruption, öffentlicher Auftragsvergabe, illegalen Geschäften oder Verbindungen zwischen Behörden und kriminellen Gruppen können mehrere Akteure gleichzeitig treffen. Jede dieser Seiten könnte gewaltsam darauf reagieren. Von den in den vergangenen 20 Jahren ermordeten Journalist*innen berichteten 59 Prozent über organisierte Kriminalität und 46 Prozent über Politik.

Auch wenn lokale Behörden nicht direkt an den Verbrechen beteiligt sind, können sie ihre Macht nutzen, um Ermittlungen zu behindern, Verfahren zu verzögern und so die Straflosigkeit der Täter zu sichern. Ein Beispiel ist der Mord an Juan Atalo Mendoza Delgado. Der Journalist berichtete über mutmaßliche Verbindungen zwischen der organisierten Kriminalität und der lokalen Regierung unter dem damaligen Gouverneur Javier Duarte im Bundesstaat Veracruz. Am 30. Juni 2015 wurde er ermordet. Die Staatsanwaltschaft des Bundesstaates versuchte anschließend, seinen Tod als Unfall darzustellen und seine journalistische Arbeit zu diskreditieren – obwohl seine Leiche teilweise entkleidet und mit verbundenen Augen aufgefunden worden war und Folterspuren aufwies.

Auf Anfrage von RSF bestätigte die staatliche Kommission zur Unterstützung und zum Schutz von Journalistinnen in Veracruz CEAPP diese Einschätzung: „Journalist*innen sind in einem Ökosystem krimineller Herrschaft gefangen, aus dem sie sich nur schwer befreien können. Ein erheblicher Teil der Drohungen – ob persönlich ausgesprochen oder, häufiger, online verbreitet – geht von lokalen Behörden aus.“ Die Kommission wurde eigens für den Bundesstaat Veracruz eingerichtet, wo in den vergangenen 20 Jahren mindestens 32 Journalist*innen ermordet wurden.

Veracruz ist der gefährlichste Bundesstaat für Journalist*innen

Veracruz, Oaxaca, Guerrero, Chihuahua und Tamaulipas: In diesen fünf Bundesstaaten wurde seit 2006 die Hälfte aller getöteten Journalist*innen ermordet. Veracruz ist die gefährlichste Region für Journalist*innen. Dort wurde fast ein Fünftel (32) aller getöteten Medienschaffenden seit 2006 ermordet.

Die Kartelle sind in diesen Bundesstaaten stark präsent und maßgeblich an Angriffen auf Journalist*innen beteiligt. Einige der Bundesstaaten liegen auf dem sogenannten Drogenkorridor in Richtung USA, einer internationalen Schmuggelroute. Im Zusammenhang mit den 169 ermordeten Journalist*innen tauchen die Namen bestimmter Drogenkartelle immer wieder auf: Los Zetas, Jalisco Nueva Generación und das Sinaloa-Kartell.

Eine hohe Kriminalitätsrate und schwache staatliche Strukturen führen in diesen Regionen dazu, dass Journalist*innen aus Angst vor den Folgen über bestimmte Themen nicht mehr berichten, sich also selbst zensieren. Die Drogenkartelle kontrollieren den Informationsfluss, um ihre Macht über das Gebiet auszubauen und ungestört ihren Geschäften nachzugehen. Sie schreiben vor, was Medien berichten dürfen und was nicht. Wer dagegen verstößt, wird aus dem Weg geschafft. Teilweise dulden oder unterstützen die Behörden diese Verhältnisse, da sie selbst darin verstrickt sind. Dadurch entsteht eine Form krimineller Herrschaft, die dafür sorgt, dass Angriffe auf Journalist*innen, das Verschwindenlassen oder Morde keinerlei Konsequenzen haben.

Frauen werden häufiger gefoltert als Männer

Bei mindestens 20 Prozent der seit 2006 in Mexiko ermordeten Journalist*innen wurden Anzeichen extremer Gewalt festgestellt. Diese gezielte Grausamkeit soll Angst verbreiten und die Presse zum Schweigen bringen. Erneut sticht der Bundesstaat Veracruz hervor: Dort wurden die meisten ermordeten Journalist*innen aufgefunden, deren Leichen Folterspuren aufwiesen, 13 von insgesamt 34.

Frauen werden häufiger gefoltert als Männer: Mindestens fünf der ermordeten Journalistinnen wiesen Folterspuren auf. Das entspricht 36 Prozent der ermordeten Journalistinnen, gegenüber 19 Prozent der ermordeten Journalisten.

Mehr als die Hälfte der seit 2006 verschwundenen Journalist*innen wird weiterhin vermisst

Zwischen 2006 und 2026 sind in Mexiko mindestens 43 Journalist*innen verschwunden. Sieben von ihnen sind Opfer von gewaltsamem Verschwindenlassen. Das heißt, sie wurden im Auftrag, mit Unterstützung oder Duldung des Staates an unbekannte Orte verschleppt.

Von den 43 vermissten Journalist*innen wurden im Laufe der vergangenen 20 Jahre 19 wiedergefunden: 13 tot und sechs lebend. Die übrigen 24 gelten weiterhin als vermisst.

Der jüngste Fall ist der von Manuel Alejandro Serna, genannt Alex Serna. Er verschwand am 20. Juni 2026 im Bundesstaat Guerrero. Am 3. Juli 2026 wurde sein Tod bestätigt. Der Journalist recherchierte zu Immobilienprojekten, Umweltthemen, der Verwendung öffentlicher Gelder und möglichen Verbindungen zwischen Behörden und kriminellen Akteuren. Sein Leichnam wies Folterspuren auf. Die Täter wurden bislang nicht identifiziert.

Systematische Gewalt gegen Journalist*innen eindämmen

Zu Beginn ihrer Amtszeit verpflichtete sich Präsidentin Claudia Sheinbaum, den Schutz und die Sicherheit von Journalist*innen zu stärken. Angesichts der anhaltenden Morde müssen diesen Zusagen nun dringend konkrete Handlungen folgen. RSF fordert die mexikanische Regierung deshalb erneut auf:

  • einen nationalen Notfallplan gegen die Gewalt an Journalist*innen auf den Weg zu bringen. Dafür müssen die verschiedenen staatlichen Ebenen koordiniert zusammenarbeiten – von den Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden über die Staatsanwaltschaften bis zur Justiz.

  • gefährdeten Journalist*innen schnell und wirksam zu helfen, Verbrechen aufzuklären und Straflosigkeit zu bekämpfen. Dafür müssen sowohl die unmittelbaren Täter als auch die Auftraggeber der Morde identifiziert und zur Rechenschaft gezogen werden.

  • verbindliche Kontroll- und Rechenschaftsmechanismen einzuführen. Sie sollen Schwachstellen bei Prävention, Schutz und Ermittlungen aufdecken und verhindern, dass sich solche Versäumnisse wiederholen.

Mexiko belegt auf der Rangliste der Pressefreiheit Platz 122 von 180 Staaten.

Hinweis: Im Barometer der Pressefreiheit sind Stand heute (22.10.2026) 28 vermisste Journalist*innen vermerkt, der obige Text spricht jedoch von 24, da der Bericht den Zeitraum ab 2006 betrachtet. Vier weitere Journalisten sind bereits davor verschwunden.