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Interaktive Weltkarte mit Pressefreiheits-Ranglisten nach Ländern.
Länder sind farbkodiert von grün (beste) bis rot (schlechteste) basierend auf Pressefreiheits-Scores.
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USA
AmerikaSeit Jahrzehnten hat sich die Pressefreiheit in den USA kontinuierlich verbessert. Doch seit einigen Jahren ist ein signifikanter und anhaltender Rückschritt zu beobachten. Die Rückkehr von Donald Trump ins Präsidentenamt verschärft die Situation erheblich. Mit seiner Administration ist eine offen pressefeindliche Regierung an der Macht, die systematisch gegen unliebsame Medien vorgeht und die Medienlandschaft nachhaltig verändern will.
MEDIEN
Die Medienlandschaft in den USA ist vielfältig, insbesondere online. Viele populäre Medienunternehmen befinden sich jedoch im Besitz einer Handvoll reicher Persönlichkeiten. Die meisten Fernsehsender gehören zu großen Konzernen, wie Walt Disney, Paramount Global und die Comcast Corporation. Viele große Medienunternehmen streben Fusionen an, die oft mit einem Stellenabbau verbunden sind und die Vielfalt der Medienlandschaft schwächen könnten. Präsident Trump versucht unterdessen, Druck auf diese Unternehmen auszuüben, damit sie ihre Haltung ihm gegenüber abmildern und seine Verbündeten in Führungspositionen einsetzen. Vor allem lokale Nachrichtenangebote brechen zunehmend weg – laut der Medill Local News Initiative lebten 2025 bereits bis zu 50 Millionen Menschen in den USA in sogenannten „Nachrichtenwüsten“. Das Vertrauen der Menschen in die Medien ist auf einem bedrohlichen Tiefstand. So wie die Gesellschaft ist auch die Medienlandschaft stark polarisiert.
POLITIK
Seit Amtsantritt geht die Regierung unter Donald Trump systematisch gegen unabhängige Medien und kritische Berichterstattung vor. Die Angriffe folgen dabei einer erkennbaren Strategie: Unliebsame Medien sollen verunsichert, delegitimiert, im besten Fall zerschlagen werden. Die Medienaufsichtsbehörde FCC, eigentlich eine unabhängige Behörde, setzt Trump gezielt dazu ein, um Medien einzuschüchtern. Außerdem nutzt er Gerichtsklagen in Milliardenhöhe, um Redaktionen für ihre Berichterstattung zu bestrafen und finanziell zu schaden. Den in ihren Augen „linksradikalen“ Rundfunksendern National Public Radio (NPR) und Public Broadcast Service (PBS) ließ die Regierung die staatlichen Gelder kürzen. Vor allem kleine Sender in ländlichen Regionen sind davon stark betroffen. Noch mehr Amerikaner*innen könnten damit den Zugang zu lokalen Nachrichten verlieren.
Auch international hat das pressefeindliche Vorgehen der Trump-Administration Folgen – etwa durch die Abwicklung der Entwicklungsbehörde USAID, die Redaktionen in autoritären Ländern und Medien im Exil unterstützte, oder den radikalen Entzug finanzieller Hilfen für global tätige US-Auslandssender wie Voice of America und Radio Free Europe/Radio Liberty.
GESETZE
Der erste Zusatzartikel der US-Verfassung bietet der Presse einen umfassenden Schutz, dennoch sind weitere gesetzliche Regulierungen nötig, um Journalismus zu stärken. Ein Bundesgesetz zum besseren Schutz von Journalist*innen und ihren Quellen ist 2024 zum zweiten Mal gescheitert. Mehr als ein Dutzend Bundesstaaten und Kommunen haben Gesetze vorgeschlagen oder eingeführt, die den Zugang für Medienschaffende unter anderem zu Parlamentssitzungen einschränken. Die Regierung von Donald Trump nutzt staatliche Rechts- und Aufsichtsmechanismen gezielt, um Druck auf die Presse auszuüben.
WIRTSCHAFT
Die schlechte wirtschaftliche Lage der US-Medien ist ein Dauerproblem, das sich vermutlich weiter verschlechtern wird. Seit 2005 musste etwa ein Drittel der amerikanischen Zeitungen ihre Arbeit einstellen. Einige öffentlich-rechtliche Medien, insbesondere Radiosender, haben erfolgreich Wege gefunden, um weiter zu senden, zum Beispiel mithilfe von Online-Abonnementmodellen. Andere Medien setzen dagegen vermehrt auf individuelle Spenden als Einkommensquelle. In den vergangenen Jahren gab es massive Entlassungswellen, von denen sowohl Journalist*innen bei Lokalredaktionen als auch bei großen Medienunternehmen betroffen waren, darunter CNN, NBC, Buzzfeed, Vox und Washington Post. Das Schließen lokaler Nachrichtenredaktionen hat ein krisenhaftes Ausmaß erreicht.
GESELLSCHAFT
Jüngsten Studien zufolge ist das Misstrauen gegenüber den Medien in den USA so groß wie nie zuvor. Desinformation betrifft die gesamte amerikanische Gesellschaft und hat zu einer großen Verunsicherung in der Bevölkerung geführt, wem sie vertrauen kann. Online-Hetze ist ein ernstes Problem für Journalist*innen, besonders für Frauen und Minderheiten, und kann ein reales Sicherheitsrisiko darstellen.
SICHERHEIT
Die offene Verachtung des Präsidenten und anderer Politiker*innen für die Presse ist auch von Teilen der Bevölkerung zu spüren. Schikanen, Einschüchterungen und Übergriffe haben ein beunruhigendes Ausmaß angenommen. Bei Demonstrationen greifen Protestierende sowie Einsatzkräfte der Polizei und der Einwanderungsbehörde ICE Journalist*innen teils körperlich an oder sie werden zu Unrecht festgenommen. Nach Angaben des U.S. Press Freedom Tracker wurden 2025 mehr als 170 Angriffe auf Journalist*innen gezählt – fast doppelt so viele wie im Jahr zuvor. Die Inhaftierung und spätere Abschiebung des salvadorianischen Journalisten Mario Guevara hat diese ohnehin angespannte Sicherheitslage noch verschärft. Der letzte Journalist, der bei der Ausübung seiner Arbeit getötet wurde, war Dylan Lyons im Februar 2023. Er hatte über eine Schießerei berichtet.
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