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Türkei

Die Türkei gehört zu den Ländern mit den meisten inhaftierten Journalisten weltweit. Nach dem Putschversuch im Juli 2016 wurden weit über 100 Journalisten verhaftet, rund 150 Medien geschlossen und mehr als 700 Presseausweise annulliert. Kritische Journalisten stehen unter Generalverdacht. Die wenigen noch verbliebenen unabhängigen Medien arbeiten in ständiger Angst. Wiederholt wurde ausländischen Journalisten die Akkreditierung verweigert oder die Einreise verwehrt. Daneben ersticken die politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen vieler wichtiger Medienbesitzer eine kritische Berichterstattung im Keim.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 155 von 180
Türkei 12.10.2017

Nach Haftverlängerung: Mesale Tolu freilassen

Ein Gericht hat die Untersuchungshaft von Mesale Tolu verlängert. „Die Staatsanwaltschaft hat heute keine neuen glaubwürdigen Belege präsentiert, die die unangemessenen Anschuldigungen gegen Mesale Tolu rechtfertigen. Die Entscheidung zeigt erneut, dass von einer unabhängigen Justiz in der Türkei keine Rede sein kann", sagt Geschäftsführer Christian Mihr.

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Ukraine / Usbekistan / Türkei 01.10.2017

Interpol muss politischen Missbrauch abstellen

Reporter ohne Grenzen fordert Interpol zu schnellen Reformen auf, um den zunehmenden Missbrauch seiner Fahndungsaufrufe durch repressive Regierungen zu verhindern. Jüngste Anlässe sind die Fälle des türkischen Exil-Journalisten Can Dündar und des in der Ukraine inhaftierten usbekischen Journalisten Narsullo Achunschonow.

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Türkei 26.09.2017

Cumhuriyet-Mitarbeiter freisprechen

Reporter ohne Grenzen ist enttäuscht über die Entscheidung eines türkischen Gerichts, vier Mitarbeiter der Zeitung Cumhuriyet nicht aus der Haft zu entlassen. Zwar kommt der Kolumnist Kadri Gürsel bis zu einem Urteil unter Auflagen frei, Chefredakteur Murat Sabuncu, Herausgeber Akin Atalay, Investigativjournalist Ahmet Sik und Buchhalter Emre Iper bleiben aber weiter in Untersuchungshaft. Die nächste Anhörung ist am 31. Oktober.

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Reporter ohne Grenzen vor Ort: Istanbul

Ein Jahr nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei waren wir vor Ort und haben eine Bestandsaufnahme der aktuellen Lage der Pressefreiheit vorgenommen. Unsere Gesprächspartner: Erol Önderoglu, langjähriger ROG-Korrespondent in der Türkei; Kader Tonguç, Anwältin der inhaftierten deutschen Journalistin Meşale Tolu und Nazan Özcan, Redakteurin der Zeitung Cumhuriyet.

Pressegespräch mit Erol Önderoglu und Günter Seufert

Zwischen Angst und Widerstand - Journalismus in der Türkei in Zeiten des Ausnahmezustands. Eine Einladung von Reporter ohne Grenzen Deutschland zum Pressegespräch mit Erol Önderoğlu und Günter Seufert.
© picture alliance / AA
Bestandsaufnahme und Länderberichte

Ein schwarzes Jahr
für Journalisten

Nach dem Putschversuch im Sommer 2016 begann die türkische Regierung eine beispiellose Hexenjagd auf kritische Journalisten und Medien. Eine Zwischenbilanz nach einem Jahr.

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Media Ownership Monitor

Kontrolle durch
Verflechtung

Die politischen und wirtschaftlichen Verflechtungen vieler wichtiger Medienbesitzer ersticken eine kritische Berichterstattung im Keim. Ein ROG-Projekt hat die Besitzkonzentration untersucht.

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© picture alliance / abaca
Länderbericht

Der Kurdenkonflikt
und die Medienfreiheit

Das Ende des Waffenstillstands mit der militanten Kurdischen Arbeiterpartei PKK 2015 bedeutete neue Einschränkungen für die Medien.

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Kampf gegen Straflosigkeit

Bei Recherche verschwunden

Korrespondent Nazım Babaoğlu wollte 1994 einem Hinweis auf die Aktivitäten einer regierungstreuen Miliz nachgehen. Von der Recherche kehrte er nicht zurück.

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