#FreeThemAll: Hossam Moanis | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
Ägypten 26.09.2019

#FreeThemAll: Hossam Moanis

Hossam Moanis
Hossam Moanis © CC BY-NC-SA

Bei einer Verhaftungswelle im Juni dieses Jahres wurden in Ägypten gleich mehrere Personen festgenommen, darunter ein ehemaliger Parlamentarier der Ägyptischen Sozialdemokratischen Partei, mehrere Gewerkschafter und Geschäftsmänner sowie zwei Journalisten. Hossam Moanis ist einer dieser Journalisten.

Moanis wird vorgeworfen, eine terroristische Organisation unterstützt und Falschnachrichten verbreitet zu haben. Dem ägyptischen Innenministerium zufolge ist er Teil eines Unterstützernetzwerks der Muslimbruderschaft, die wiederum „gewalttätige Aktionen gegen staatliche Institutionen“ geplant habe. Tatsächlich gibt es bis heute jedoch keine Beweise dafür, dass Moanis und die anderen Opfer der Verhaftungswelle das Gesetz gebrochen haben. Vielmehr waren die meisten von ihnen an der Gründung der neuen „Partei der Hoffnung“ beteiligt, mit der sie im kommenden Jahr bei den ägyptischen Parlamentswahlen antreten wollten. Nicht zuletzt deshalb vermuten Kritiker, dass die Verhaftungen von Moanis und seinen Mitstreitern politisch motiviert sind.

Auf der Rangliste der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen liegt Ägypten auf Platz 163 von 180 Ländern.

In der Rubrik #FreeThemAll werden auch Fälle inhaftierter Medienschaffender vorgestellt, die nicht im ROG-Barometer der Pressefreiheit stehen. In das Barometer nimmt ROG nur Fälle auf, in denen die Organisation einen direkten Zusammenhang der Haft mit der journalistischen Tätigkeit belegen kann. In zahlreichen weiteren Fällen ist ein Zusammenhang wahrscheinlich, aber (noch) nicht nachzuweisen.

 

 



nach oben