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Nicaragua

Seit der Wiederwahl von Präsident Daniel Ortega im Jahr 2016 stehen unabhängige Medienschaffende unter ständigem Druck. Sie werden als vermeintliche Regierungsgegner*innen zur Zielscheibe von Hetzkampagnen, Morddrohungen und willkürlichen Festnahmen. Die Verfolgung unabhängiger Stimmen hat sich seit der Zuspitzung der politischen Krise im April 2018 deutlich verschärft. Viele Journalist*innen mussten ins Ausland fliehen, andere wurden wegen Terrorvorwürfen inhaftiert. Bei landesweiten Demonstrationen wurden viele Reporter*innen tätlich angegriffen. Aufgrund von behördlich angeordneter Materialverknappung erscheinen kaum noch gedruckte Zeitungen. Seit Anfang 2021 müssen sich Unternehmen und Personen, die Geld aus dem Ausland erhalten, beim Innenministerium als „ausländische Agenten“ registrieren – das gilt auch für ausländische Korrespondent*innen.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 158 von 180
Rangliste der Pressefreiheit 202303.05.2023

Unterdrückung von Berichterstattung nimmt zu

Krisen, Kriege und die anhaltende Ausbreitung des Autoritarismus haben dazu geführt, dass die Lage der Pressefreiheit im vergangenen Jahr so instabil war wie seit langem nicht. Dies lässt sich aus der neuen Rangliste der Pressefreiheit ablesen, die Reporter ohne Grenzen am 3. Mai 2023, dem Internationalen Tag der Pressefreiheit, veröffentlicht.

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Jahresbilanz der Pressefreiheit 202214.12.2022

So viele Journalisten in Haft wie nie zuvor

Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2022 auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen 533 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Zudem sind mindestens 57 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet worden. Das zeigt die Jahresbilanz der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen veröffentlicht hat.

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Nicaragua02.08.2022

Journalisten müssen ins Ausland fliehen

Reporter ohne Grenzen verurteilt die Verfolgung unabhängiger Medien durch den nicaraguanischen Präsidenten Daniel Ortega, die in den vergangenen Wochen einen neuen Höhepunkt erreicht hat. Die letzten Mitarbeitenden der Zeitung La Prensa sahen sich im Juli gezwungen, Nicaragua heimlich zu verlassen.

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