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Myanmar

Nach dem Militärputsch am 1. Februar 2021 wurde die Pressefreiheit in Myanmar in wenigen Tagen um zehn Jahre zurückgeworfen. Das Land hatte mit dem 2011 begonnenen Reformprozess zunächst erhebliche Fortschritte gemacht und kletterte zwischen 2013 und 2017 auf der Rangliste der Pressefreiheit um 20 Plätze nach oben. Doch bereits vor dem Militärputsch hat sich die Situation unter der Regierung von Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi vor allem seit Beginn der Rohingya-Krise wieder verschlechtert. Eine Rolle spielen auch Gesetze, mit denen teils schon die Militärdiktatur Kritiker*innen mundtot machte. Auch auf Grundlage von Artikel 66(d) des Telekommunikationsgesetzes von 2013, der Online-Diffamierung unter Strafe stellt, werden Journalist*innen verfolgt. Ein schwerer Schlag war 2018 die Verhaftung von zwei Reuters-Journalisten, die über ein Massaker an Rohingya berichtet hatten.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 176 von 180
Rangliste der Pressefreiheit 202203.05.2022

Krisen, Kriege und Gewalt bedrohen Pressefreiheit

Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit. Die Rangliste der Pressefreiheit 2022 zeigt, dass von ihnen nicht nur Gefahr für Leib und Leben von Medienschaffenden ausgeht – sie wurden auch von vielfältigen Repressionen begleitet, mit denen Regierungen die Informationshoheit zu gewinnen versuchen.

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Myanmars Machthaber General Min Aung Hlaing spricht am 27. März in einer Rede vor 8.000 Soldaten, die sich zum sogenannten Tag der Streitkräfte zu einer Militärparade in der Hauptstadt Naypyidaw versammelt hatten. © picture alliance / ASSOCIATED PRESS / Aung Shine Oo
Myanmar05.04.2022

Myanmar verschärft Verfolgung von Journalisten

Während der Chef der myanmarischen Militärjunta am „Tag der Streitkräfte“ angekündigt hat, jede Form von Opposition „endgültig auszulöschen“, werden Journalistinnen und Journalisten verschärft juristisch verfolgt. Angesichts der Entwicklungen der vergangenen drei Wochen fordert Reporter ohne Grenzen erneut, alle inhaftierten Medienschaffenden freizulassen.

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Myanmar14.01.2022

Dritter Journalist innerhalb eines Monats getötet

Reporter ohne Grenzen ist entsetzt über den Mord an dem Journalisten Pu Tuidim. Der Gründer einer lokalen Nachrichtenseite hatte versucht, die Bevölkerung über Kämpfe zwischen bewaffneten Rebellen und der Militärjunta zu informieren, bevor ihn Soldaten der Regierungentführten, als menschlichen Schutzschild nutzten und ermordeten.

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Länderbericht

Die Medien auf Reformkurs

Im Zuge der politischen Öffnung haben Myanmars Medien neue Freiheiten bekommen. Doch auch die neuen Machthaber schränken die Arbeit von Journalisten ein. Der Länderbericht analysiert die Situation im Jahr 2012, rund ein Jahr nach Beginn der Reformen.

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