Ungarn | Reporter ohne Grenzen für Informationsfreiheit
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Ungarn

Seit Viktor Orbán und seine Fidesz-Partei 2010 an die Regierung gekommen sind, haben sie Ungarns Medienlandschaft Schritt für Schritt unter ihre Kontrolle gebracht. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunksender wurden in der staatlichen Medienholding MTVA zentralisiert, zu der auch Ungarns einzige Nachrichtenagentur MTI gehört. Die regionale Presse ist seit dem Sommer 2017 vollständig im Besitz Orban-freundlicher Unternehmer. Im Herbst 2018 wurden fast 500 regierungsnahe Medienunternehmen in einer Holding zusammengefasst, um ihre Berichterstattung zentral zu koordinieren. Wichtige kritische Medien wie die überregionalen Zeitungen Népszabadság und Magyar Nemzet wurden eingestellt. Regierungskritische und investigative Berichte finden über Online-Portale nur noch geringe Verbreitung. Mehrmals haben regierungsnahe Medien „schwarze Listen“ mit den Namen unliebsamer Journalist*innen veröffentlicht.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 87 von 180
Viktor Orban bei einer Sitzung des Parlaments
Ungarn 30.03.2020

EU muss gegen Coronavirus-Gesetz einschreiten

Reporter ohne Grenzen ist zutiefst beunruhigt über das heute vom ungarischen Parlament verabschiedete Gesetz zur Bekämpfung des Coronavirus. "Dieses Gesetz droht, die letzten unabhängigen Journalistinnen und Journalisten im Land mundtot zu machen“, sagte der Geschäftsführer von Reporter ohne Grenzen, Christian Mihr.

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Pressefreiheit in der Corona-Krise 25.03.2020

RSF startet Themenseite zur Pandemie

Die Covid-19-Pandemie hat weltweit Auswirkungen auf die Pressefreiheit. Viele Länder reagieren mit Zensur, Desinformation und Repressalien gegen unabhängig berichtende Medienschaffende, sammeln flächendeckend digitale Daten oder bestrafen die Verbreitung "falscher" Nachrichten. RSF bündelt diese Entwicklungen jetzt auf einer Themenseite.

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Budapest
Ungarn 07.03.2020

#FreeThemAll: András Dezső

Dem Journalisten András Dezső droht in Ungarn wegen des Vorwurfs des „Datenmissbrauchs“ eine Haftstrafe von drei Jahren. Bereits im April 2019 war er freigesprochen worden. Der Prozess wurde jedoch wieder eröffnet, weil die Staatsanwaltschaft Einspruch gegen das Urteil einlegte.

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Alle Meldungen
Viktor Orbán spricht bei einer Versammlung
Digitales Live-Gespräch am 08.04.2020 bei Facebook ICS

Neue Einschränkungen für Medien in Ungarn

Warum ist das neue Notstandsgesetz in Ungarn ein gefährlicher Präzedenzfall für andere EU-Staaten? Wie können regierungskritische Berichte in Ungarn wieder an Bedeutung gewinnen? Über diese und weitere Fragen diskutiert RSF-Deutschland-Geschäftsführer Christian Mihr live auf Facebook mit dem Journalisten Márton Gergely.

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