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Slowakei

Die Ermittlungen nach dem Mord an dem Investigativreporter Ján Kuciak 2018 haben in der Slowakei korrupte Netzwerke in Politik, Justiz und Polizei ans Licht gebracht. Ein Geschäftsmann mit besten Verbindungen ließ mehr als zwei Dutzend Journalist*innen ausspähen. Für den Mord an Kuciak und seiner Verlobten Martina Kušnírová wurden inzwischen zwar die unmittelbar Tatbeteiligten, aber nicht die Auftraggeber*innen verurteilt. Einige Politiker*innen wie der frühere Ministerpräsident Robert Fico verunglimpfen unliebsame Journalist*innen routinemäßig; über bestimmte Medien und Internetportale findet diese Rhetorik ein breites Publikum. Viele slowakische Medien gehören Unternehmern mit verzweigten Geschäftsinteressen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk – einst ein Symbol journalistischer Integrität – ist durch Versuche politischer Einflussnahme in seiner redaktionellen Unabhängigkeit bedroht.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 27 von 180
Überwachung17.05.2022

Quasi-Verbot vertraulicher Kommunikation

Reporter ohne Grenzen ist alarmiert über den Entwurf einer EU-Verordnung zur verdachtsunabhängigen Überwachung vertraulicher Kommunikation. Die EU-Kommission hat einen Entwurf zur Regulierung von Plattformen und Messengern veröffentlicht, um den sexuellen Missbrauch von Kindern und die Verbreitung entsprechenden Bild- und Videomaterials zu bekämpfen.

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Rangliste der Pressefreiheit 202203.05.2022

Krisen, Kriege und Gewalt bedrohen Pressefreiheit

Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit. Die Rangliste der Pressefreiheit 2022 zeigt, dass von ihnen nicht nur Gefahr für Leib und Leben von Medienschaffenden ausgeht – sie wurden auch von vielfältigen Repressionen begleitet, mit denen Regierungen die Informationshoheit zu gewinnen versuchen.

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Porträt eines grauhaarigen Mannes im Halbprofil vor einem unscharfen Hintergrund
Niederlande/Europa16.07.2021

Vierter Journalistenmord in der EU in vier Jahren

Nach dem Tod von Peter R. de Vries fordert Reporter ohne Grenzen die Niederlande auf, den Mordanschlag auf den Kriminalreporter lückenlos aufzuklären und so mit gutem Beispiel voranzugehen. An die anderen Länder der Europäischen Union appelliert RSF, Journalistinnen und Journalisten besser vor organisierter Kriminalität zu schützen.

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