Folge 21

Sri Lanka: Die politischen Verflechtungen vieler Medienbesitzer wirken sich negativ auf die Pressefreiheit aus

Der nigerianische Journalist Philip Obaji jr.

© RSF

„Hoffentlich wird unsere Arbeit etwas bewirken.“ Das wünscht sich Aanya Wipulasena, wenn sie über ihren Alltag als Journalistin in Sri Lanka erzählt. Wie viele ihre Berufskolleg*innen hat sie im vergangenen Jahr über die Proteste in der Hauptstadt Colombo berichtet. Ihr Heimatland kämpfte mit der schlimmsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten. Der Bevölkerung fehlten Lebensmittel und Medikamente. Das Benzin war so knapp und teuer, dass es sogar schwierig wurde, für die Berichterstattung von A nach B zu kommen. Durch die Importbeschränkungen konnte Wipulasena zwischenzeitlich noch nicht mal mehr ein Aufnahmegerät kaufen. Inzwischen hat sich die Situation beruhigt, die Grundversorgung ist wiederhergestellt. Doch viele Probleme bleiben, etwa die Korruption.

Darüber zu berichten, ist nicht leicht. Auf der Rangliste der Pressefreiheit steht Sri Lanka auf Platz 135 von 180 Staaten. Unter anderem ein stark konzentrierter Medienmarkt und die politischen Verflechtungen vieler Medienbesitzer wirken sich negativ auf den Arbeitsalltag der Journalist*innen aus. Die zahlreichen Morde an Journalist*innen während der Herrschaft von Mahinda Rajapaksa zwischen 2005 und 2015 – von Medienschaffenden als „dunkles Jahrzehnt“ bezeichnet – sind bis heute ungestraft.

Wie können Medienschaffende unter diesen Bedingungen recherchieren? Welche Themen sind besonders heikel? Über diese und weitere Fragen sprechen wir in dieser Folge mit der Journalistin Aanya Wipulasena, die in Colombo für srilankische und internationale Medien arbeitet und kürzlich als Stipendiatin des Berliner Stipendienprogramms zur Stärkung von Journalist*innen im digitalen Raum bei uns zu Gast war.