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Griechenland

Nach Beginn der Wirtschaftskrise 2008 rutschte Griechenland auf der Rangliste der Pressefreiheit deutlich ab. Viele Medienhäuser mussten schließen, hunderte Redakteur*innen wurden arbeitslos. In den vergangenen Jahren verbesserte sich die wirtschaftliche Situation wieder. Seit 2018 gibt es aber ambivalente Entwicklungen: Die linke Syriza-Regierung vergab Lizenzen an fünf neue Fernsehsender, gleichzeitig musste der älteste Privatfernsehsender des Landes, Mega TV, schließen. Nach dem Wahlsieg der konservativen Nea Demokratia 2019 wurden der öffentliche Rundfunk ERT und die staatliche Nachrichtenagentur ANA-MPA per Präsidentialdekret direkt dem Premierminister unterstellt. Angriffe auf Journalist*innen, gerade auf Demonstrationen, sind häufig – von Rechts- wie von Linksextremen, aber auch von der Polizei. Immer wieder attackieren Anarchisten Redaktionsgebäude.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 65 von 180
Polizeiauto
Griechenland12.04.2021

RSF verurteilt Mord an Polizeireporter

Der griechische Polizeireporter Giorgos Karaivaz ist in der Nähe seines Hauses in einem Vorort von Athen erschossen worden. Laut Angaben von Augenzeugen und der Polizei trafen ihn zehn Kugeln, bevor die Täter auf einem Motorrad flüchteten. Die Behörden in Griechenland gehen von einem Auftragsmord aus.

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Zwischen zwei weißen Zelten steht ein Plastikstuhl auf einem Stück Plane, die langsam in der matschigen Erde versinkt; im Hintergrund sitzt ein Mann auf einem anderen Plastikstuhl, während er den Blick auf viele weitere Reihen weißer Zelte gerichtet hat
Griechenland18.12.2020

Recherchen über Geflüchtete behindert

Reporter ohne Grenzen fordert die griechischen Behörden erneut auf, eine freie Berichterstattung über die Lage von Geflüchteten auf Inseln wie Lesbos und Samos zuzulassen. Sicherheitskräfte hindern immer wieder Medienschaffende sowie Aktivistinnen und Aktivisten massiv daran, sich über die Situation der Geflüchteten vor Ort zu informieren.

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Drei Flaggen der EU wehen an langen Fahnenstangen vor dem Gebäude der Europäischen Kommission
EU-Aktionsplan für Demokratie27.11.2020

Zehn Empfehlungen an die EU

Bevor die Europäische Kommission am 2. Dezember ihren Aktionsplan für Demokratie vorstellt, legt Reporter ohne Grenzen den europäischen Institutionen zehn Empfehlungen vor, wie sie auf die aktuellen Herausforderungen für Demokratie und Grundrechte reagieren sollten - besonders im Hinblick auf die Pressefreiheit.

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©ddp images
Länderbericht

Auch Medien Opfer der Krise

Im Jahr 2011 gerieten Dutzende Reporter und Fotografen bei Demonstrationen gegen die Sparpolitik der Regierung zwischen die Fronten und erlitten Verletzungen. Medienhäuser schlossen, weil Anzeigen wegbrachen; Hunderte Journalisten verloren ihre Jobs.

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