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Griechenland

Angriffe auf Journalist*innen, gerade bei Demonstrationen, sind in Griechenland häufig. Sie gehen von Rechts- wie von Linksextremen, aber auch von der Polizei aus. Die Polizei setzt auch Gewalt und willkürliche Verbote ein, um die Berichterstattung über die Flüchtlingskrise auf den griechischen Inseln zu behindern. Nach dem Wahlsieg der konservativen Partei Nea Demokratia 2019 wurden der öffentliche Rundfunk ERT und die staatliche Nachrichtenagentur ANA-MPA per Präsidentialdekret direkt dem Ministerpräsidenten unterstellt. ERT sendete in der Folge zensierte Berichte über die Lage in den Flüchtlingslagern. Auch im Zusammenhang mit der Corona-Krise versuchte die Regierung, die Berichterstattung zu beeinflussen. Im April 2021 wurde in Athen ein Polizeireporter ermordet – der erste Journalistenmord in Griechenland seit elf Jahren.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 108 von 180
Jahresbilanz der Pressefreiheit 202214.12.2022

So viele Journalisten in Haft wie nie zuvor

Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2022 auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen 533 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Zudem sind mindestens 57 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet worden. Das zeigt die Jahresbilanz der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen veröffentlicht hat.

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Griechenland18.11.2022

Griechenland muss Spionageskandal aufarbeiten

13 Medienschaffende sind Berichten zufolge in Griechenland mit der Spionagesoftware Predator ins Visier genommen worden. Reporter ohne Grenzen fordert die griechischen Behörden auf, rasch eine unabhängige Untersuchung durchzuführen. Die europäischen Behörden müssen zudem ein Moratorium für den Einsatz von Spionagesoftware verhängen.

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Griechenland10.11.2022

Neue Enthüllungen im Überwachungsskandal

Reporter ohne Grenzen ist erschüttert über das Ausmaß der staatlichen Überwachung von Medienschaffenden in Griechenland. Personen des öffentlichen Lebens, darunter auch Medienschaffende, wurden mithilfe der illegalen Spähsoftware Predator ausgeforscht, wie durch investigative Recherchen in den vergangenen Monaten mehrfach belegt wurde.

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Länderbericht

Auch Medien Opfer der Krise

Im Jahr 2011 gerieten Dutzende Reporter und Fotografen bei Demonstrationen gegen die Sparpolitik der Regierung zwischen die Fronten und erlitten Verletzungen. Medienhäuser schlossen, weil Anzeigen wegbrachen; Hunderte Journalisten verloren ihre Jobs.

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