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Brasilien

Brasilien ist für Medienschaffende eines der gefährlichsten Länder Lateinamerikas. Immer wieder werden Journalist*innen ermordet. Meist hatten sie über Korruption, Missstände in den Behörden oder organisiertes Verbrechen berichtet – oft in kleineren oder mittleren Städten, wo sie besonders exponiert sind. Viele andere Journalist*innen werden bedroht, auf Demonstrationen körperlich angegriffen oder mit unfairen Gerichtsprozessen überzogen. Seit dem Wahlkampf, der Präsident Jair Bolsonaro 2018 ins Amt brachte, prägen Hetze, Desinformation und Gewalt das Klima gegenüber Journalist*innen. Die wichtigsten Fernseh-, Rundfunksender und Printmedien gehören wenigen, auch politisch einflussreichen Unternehmerfamilien. Der journalistische Quellenschutz ist ständigen Angriffen ausgesetzt, und etliche investigative Journalist*innen wurden wegen ihrer Recherchen angeklagt.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 107 von 180
Belarus / Brasilien12.03.2021

Digitale Bibliothek gegen Zensur wird erweitert

Zum Welttag gegen Internetzensur am 12. März eröffnet Reporter ohne Grenzen zwei neue Räume in der „Uncensored Library“. Sie sind zensierten Artikeln aus Belarus und Brasilien gewidmet und machen diese der Öffentlichkeit wieder zugänglich. Vor einem Jahr startete das Projekt mit einer digitalen Bibliothek innerhalb des Computerspiels Minecraft.

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Grafik mit der Überschrift "Für 85% der Angriffe auf Journalist*innen im Jahr 2020 sind Präsident Jair Bolsonaro und seine Söhne verantwortlich"; darunter sind vier bunte Kreise auf schwarzem Grund mit jeweils einem Foto von Bolsonaro oder einem seiner Söhne zu sehen; in den Kreisen steht jeweils die Anzahl der Übergriffe auf Journalist*innen durch die Person
Brasilien29.01.2021

Mehr als 580 Angriffe auf Medien im Jahr 2020

Im von der Corona-Krise beherrschten Jahr 2020 hat sich die Lage der Pressefreiheit in Brasilien weiter verschlechtert. Das Ausmaß der Pandemie im Land verharmloste das Bolsonaro-Lager konsequent, weshalb viele Medien offiziellen Quellen keinen Glauben mehr schenken. Medienschaffende werden juristisch verfolgt, staatliche Behörden benachteiligen unabhängige Medien.

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Die Regierungs- und Staatsoberhäupter nebeneinander; anstelle ihrer eigentlichen Gesichter sind jedoch die der in Saudi-Arabien inhaftierten Medienschaffenden zu sehen
G20-Gipfel20.11.2020

Mehr Pressefreiheit für Saudi-Arabien fordern

Vor dem digitalen G20-Gipfel in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad weist Reporter ohne Grenzen erneut auf die prekäre Lage der Pressefreiheit in Saudi-Arabien hin. Mit einer Social-Media-Kampagne ruft RSF die Öffentlichkeit dazu auf, die Staats- und Regierungsoberhäupter der G20 in die Pflicht zu nehmen.

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