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Bulgarien

Einige wenige Unternehmer besitzen in Bulgarien einen Großteil der Medien und bestimmen die Redaktionslinie in enger Abstimmung mit führenden Politikern. In vielen Fällen verhindern verschlungene Geschäftsmodelle und Mittlerfirmen Klarheit über die Besitzverhältnisse. Die Regierung erkauft sich über staatliche Zuschüsse, finanziert vor allem aus EU-Mitteln, loyale Berichterstattung. Recherchen zu heiklen Themen wie Korruption sind deshalb selten. Unabhängige Medien werden durch Justizschikanen wie Steuerverfahren, Verleumdungsklagen oder horrende Bußgelder drangsaliert, kritische Medienschaffende auch durch Schmutzkampagnen und Gewalt. Besonders gefährlich leben Journalist*innen, die über Korruption oder zur Veruntreuung von EU-Geldern berichten.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 91 von 180
Überwachung17.05.2022

Quasi-Verbot vertraulicher Kommunikation

Reporter ohne Grenzen ist alarmiert über den Entwurf einer EU-Verordnung zur verdachtsunabhängigen Überwachung vertraulicher Kommunikation. Die EU-Kommission hat einen Entwurf zur Regulierung von Plattformen und Messengern veröffentlicht, um den sexuellen Missbrauch von Kindern und die Verbreitung entsprechenden Bild- und Videomaterials zu bekämpfen.

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Rangliste der Pressefreiheit 202203.05.2022

Krisen, Kriege und Gewalt bedrohen Pressefreiheit

Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit. Die Rangliste der Pressefreiheit 2022 zeigt, dass von ihnen nicht nur Gefahr für Leib und Leben von Medienschaffenden ausgeht – sie wurden auch von vielfältigen Repressionen begleitet, mit denen Regierungen die Informationshoheit zu gewinnen versuchen.

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Das Justizgebäude in der bulgarischen Hauptstadt Sofia.©picture alliance / NurPhoto / Artur Widak
Bulgarien18.01.2022

SLAPP-Klagen gefährden die Medienfreiheit

Reporter ohne Grenzen verurteilt die juristischen Schikanen gegen zwei bulgarische Medienschaffende und fordert die neue Regierung des EU-Landes auf, die Medien per Gesetz vor SLAPP-Klagen zu schützen. Eine Redakteurin und ein Journalist des unabhängigen Mediums Mediapool waren zu einer hohen Geldstrafe verurteilt worden.

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Länderbericht

Schlusslicht beim Thema Pressefreiheit

In keinem anderen EU-Land ist es um die Pressefreiheit so schlecht bestellt wie in Bulgarien. ROG hat bereits 2009 auf Bedrohungen durch mafiöse Gruppen und auf Verquickungen von Politik, Wirtschaft und Medien hingewiesen. Hier der Bericht:

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