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Kirgistan

Kirgistan hat deutlich vielfältigere Medien als seine extrem autoritären Nachbarstaaten in Zentralasien. Doch das Land, das als Demokratie gilt, ist bis heute von Konflikten zwischen konkurrierenden Clans geprägt. Die Polarisierung der Gesellschaft schlägt sich auch in den Medien nieder. Selbstzensur zu Tabuthemen wie Spannungen zwischen den Volksgruppen oder Korruption bei ranghohen Beamt*innen ist weit verbreitet. Investigative Reporter*innen, die zu Geldwäsche, Schmuggel und Kapitalflucht recherchieren, werden mit Durchsuchungen und Gerichtsprozessen unter Druck gesetzt und müssen sogar mit Mordanschlägen rechnen. Auch während der Unruhen nach der Parlamentswahl im Oktober 2020 wurden mehrfach Reporter*innen angegriffen.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 72 von 180
Jahresbilanz der Pressefreiheit 202214.12.2022

So viele Journalisten in Haft wie nie zuvor

Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2022 auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen 533 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Zudem sind mindestens 57 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet worden. Das zeigt die Jahresbilanz der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen veröffentlicht hat.

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Der kirgisische Investigativjournalist Bolot Temirow wurde nach Russland abgeschoben.
Kirgistan29.11.2022

Kirgistan schiebt Journalist ab

Seine Videoreportagen drehen sich um Korruption und Vetternwirtschaft unter Regierungsbeamten: Bolot Temirow ist einer der bekanntesten Investigativjournalisten Kirgistans. Nun wurde der Medienschaffende überraschend nach Russland abgeschoben. RSF protestiert gegen den Schritt und fordert Temirows Rückkehr.

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Rangliste der Pressefreiheit 202203.05.2022

Krisen, Kriege und Gewalt bedrohen Pressefreiheit

Neue Krisen und Kriege sowie wiederaufgeflammte Konflikte gefährden die weltweite Pressefreiheit. Die Rangliste der Pressefreiheit 2022 zeigt, dass von ihnen nicht nur Gefahr für Leib und Leben von Medienschaffenden ausgeht – sie wurden auch von vielfältigen Repressionen begleitet, mit denen Regierungen die Informationshoheit zu gewinnen versuchen.

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