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Algerien

Strafverfolgung, willkürliche Festnahmen und Behördenschikanen machen unabhängigen Journalismus in Algerien riskant. Private Fernsehsender bekommen oft keine Lizenz und haben ihren Sitz im Ausland. Dies erschwert die Akkreditierung ihrer Journalist*innen und erleichtert willkürliche Beschlagnahmen und Schließungen. Viele Printmedien halten sich mit politischer Kritik zurück, um keine Werbeanzeigen zu verlieren, die ihre wirtschaftliche Basis bilden. Auch sind sie von staatlichen Strukturen für Druck und Vertrieb abhängig. Staatliche Medien konzentrierten sich lange auf die Aktivitäten des langjährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika und ließen die Opposition kaum zu Wort kommen. Im letzten Jahr vor Bouteflikas Rücktritt im April 2019 häuften sich Verhaftungen und Anklagen gegen Journalist*innen wegen angeblich verleumderischer Berichte.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 146 von 180
Demonstrierende fordern mit Bannern und Plakaten die Freilassung Drarenis
Algerien22.09.2020

#FreeThemAll: Khaled Drareni

Ein Berufungsgericht in der algerischen Hauptstadt Algier hat den Journalisten Khaled Drareni zu zwei Jahren im Gefängnis verurteilt. Die Haftstrafe wurde nicht zur Bewährung ausgesetzt. Das Komitee zum Schutz von Journalisten und Reporter ohne Grenzen verurteilten das Urteil scharf.

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Demonstrierende halten nach der Verhaftung Khaled Drarenis Plakate von ihm hoch
Algerien15.09.2020

Schockierende Strafe für RSF-Korrespondent

Reporter ohne Grenzen ist entsetzt über die zweijährige Haftstrafe ohne Bewährung, die ein Berufungsgericht in Algier gegen seinen Algerien-Korrespondenten Khaled Drareni verhängt hat. „Dieses empörende Urteil beweist, dass das algerische Regime in einer Logik blinder und gewaltsamer Repression gefangen ist“, sagte Geschäftsführer Christian Mihr.

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Demonstriernde halten nach der Verhaftung Drarenis in der algerischen Haupstadt Algier Plakate von ihm hoch
Algerien14.09.2020

RSF-Korrespondent drohen vier Jahre Haft

Vor dem Berufungsurteil für RSF-Korrespondent Khaled Drareni in Algerien fordert Reporter ohne Grenzen einen Freispruch. Alles andere wäre eine Schande für den algerischen Rechtsstaat, sagte Geschäftsführer Christian Mihr. Drareni wurde in erster Instanz zu drei Jahren Haft verurteilt. Die Staatsanwaltschaft verlangt nun sogar vier Jahre Gefängnis.

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