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Algerien

Strafverfolgung, willkürliche Festnahmen und Behördenschikanen machen unabhängigen Journalismus in Algerien riskant. Viele Printmedien halten sich mit politischer Kritik zurück, um keine Werbeanzeigen zu verlieren, die ihre wirtschaftliche Basis bilden. Auch sind sie von staatlichen Strukturen für Druck und Vertrieb abhängig. Die Regierung hat die gegen sie gerichteten Proteste der Hirak-Bewegung und die Corona-Pandemie zum Anlass genommen, die Pressefreiheit noch stärker einzuschränken. Dazu nutzt sie drakonische und vage formulierte Gesetze. Mehrere Journalist*innen sind wegen angeblicher „Staatsgefährdung“ oder „Bedrohung der öffentlichen Ordnung und der nationalen Sicherheit“ angeklagt und verurteilt worden. Der Zugriff auf Online-Medien wurde mehrfach blockiert. Private Fernsehsender erhalten häufig keine Lizenz und haben ihren Sitz im Ausland. Das erschwert die Akkreditierung ihrer Journalist*innen und erleichtert willkürliche Beschlagnahmen und Schließungen.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 134 von 180
Zwei Frauen auf einer Solidaritätskundgebung für die Pressefreiheit in Algerien.
Algerien27.01.2023

RSF-Petition zur Freilassung von Ihsane el-Kadi

Reporter ohne Grenzen startet eine Petition zur Freilassung von Ihsane el-Kadi. Der algerische Journalist und Leiter der Medien Radio M und Maghreb Émergent ist seit 29. Dezember willkürlich inhaftiert. Am 16. Januar bestätigte ein Gericht in Algier die Inhaftierung wegen angeblicher illegaler Geldbeschaffung und mutmaßlicher Gefährdung der Staatssicherheit.

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Ihsane el-Kadi vor schwarzem Hintergrund
Algerien06.01.2023

Den Behörden ist jede billige Ausrede recht

Reporter ohne Grenzen fordert die sofortige Freilassung von Ihsane el-Kadi. Der algerische Journalist war in der Nacht auf den 25. Dezember in Algier festgenommen worden und sitzt seit dem 29. Dezember in Haft. Der Vorwurf: El-Kadi unterstütze Organisationen, die den Staat und die Sicherheit Algeriens bedrohen. Darauf stehen bis zu sieben Jahre Haft.

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Jahresbilanz der Pressefreiheit 202214.12.2022

So viele Journalisten in Haft wie nie zuvor

Die Zahl inhaftierter Medienschaffender ist 2022 auf ein Rekordhoch angestiegen. Zum Stichtag 1. Dezember saßen 533 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit im Gefängnis. Zudem sind mindestens 57 Medienschaffende wegen ihrer Arbeit getötet worden. Das zeigt die Jahresbilanz der Pressefreiheit, die Reporter ohne Grenzen veröffentlicht hat.

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