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Algerien

Strafverfolgung, willkürliche Festnahmen und Behördenschikanen machen unabhängigen Journalismus in Algerien riskant. Private Fernsehsender bekommen oft keine Lizenz und haben ihren Sitz im Ausland. Dies erschwert die Akkreditierung ihrer Journalist*innen und erleichtert willkürliche Beschlagnahmen und Schließungen. Viele Printmedien halten sich mit politischer Kritik zurück, um keine Werbeanzeigen zu verlieren, die ihre wirtschaftliche Basis bilden. Auch sind sie von staatlichen Strukturen für Druck und Vertrieb abhängig. Staatliche Medien konzentrierten sich lange auf die Aktivitäten des langjährigen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika und ließen die Opposition kaum zu Wort kommen. Im letzten Jahr vor Bouteflikas Rücktritt im April 2019 häuften sich Verhaftungen und Anklagen gegen Journalist*innen wegen angeblich verleumderischer Berichte.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 146 von 180
Algerien08.07.2020

#FreeThemAll: Ali Djamel Toubal

Ali Djamel Toubal, der für die Tageszeitschrift Ennahar arbeitet, war am 17. Juni kurzfristig zu einem Gerichtstermin vorgeladen worden. Erst dort erfuhr er, dass die Staatsanwaltschaft gegen ihn ermittelte und wurde noch am selben Tag zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt.

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Algerien18.06.2020

#FreeThemAll: Khaled Drareni

Der Chefredakteur der polnischen Oppositionszeitung Gazeta Wyborcza, Adam Michnik, und mehrere andere Journalisten haben die algerischen Behörden dazu aufgefordert, den Journalisten Khaled Drareni umgehend freizulassen.

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Rangliste der Pressefreiheit 202021.04.2020

Journalisten unter Druck von vielen Seiten

Immer dreister auftretende autoritäre Regime, repressive Gesetze gegen vermeintliche Falschmeldungen, populistische Stimmungsmache und die Erosion traditioneller Medien-Geschäftsmodelle stellen die Pressefreiheit weltweit in Frage. Das macht die Rangliste der Pressefreiheit 2020 von Reporter ohne Grenzen deutlich.

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