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Indien

Polizeigewalt gegen Medienschaffende, Übergriffe durch maoistische Guerillas und Repressalien durch kriminelle Gruppen oder korrupte Politiker*innen prägen die Lage der Pressefreiheit in Indien. Die hohe Anzahl ermordeter Medienschaffender zeigt, wie gefährlich ihre Arbeit ist, insbesondere für jene, die in ländlichen Regionen für lokale Medien arbeiten. Vor den Wahlen 2019 hat die Zahl der Angriffe gegen Journalist*innen durch Unterstützer*innen von Premier Narendra Modi zugenommen. Hasskampagnen gegen Medienschaffende bis hin zu Aufruf zum Mord sind in sozialen Netzwerken alltäglich und werden von Trollarmeen aus dem Umfeld der hindunationalistischen Regierung befeuert. Insbesondere Frauen sind von den Kampagnen betroffen. Behördenkritische Journalist*innen werden oft mit Strafverfolgung mundtot gemacht. Die Berichterstattung über Kaschmir, wo das Internet oft gesperrt wird, bleibt sehr schwierig.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 142 von 180
Demonstrierende halten Schilder und Fahnen hoch und ziehen durch die Straßen von Uttar Pradesh, um gegen die mutmaßliche Massenvergewaltigung und den Mord an einer jungen Frau zu protestieren
Indien13.10.2020

#FreeThemAll: Siddique Kappan

Im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh befindet sich der Journalist Siddique Kappan in Polizeigewahrsam. Kappan wollte über die mutmaßliche Massenvergewaltigung an einer 19-jährigen Frau berichten. Der Fall löste in Indien zuletzt einen Sturm der Entrüstung aus.

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Ein indischer Polizist bewacht ein Geschäft in dem von Indien kontrollierten Teil Kaschmirs
Indien08.10.2020

#FreeThemAll: Auqib Javeed

In dem von Indien kontrollierten Teil des Kaschmirtals ist der Journalist Auqib Javeed von der indischen Polizei verhört und misshandelt worden. Auslöser war ein Artikel, in dem er die Einschüchterungsversuche der Behörden gegenüber regierungskritischen Twitter-Usern kritisiert hatte.

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Polizeikräfte mit Corona-Schutzmasken
Indien06.10.2020

#FreeThemAll: Sunil Kumar Sain

Im indischen Bundesstaat Punjab müssen sich der Journalist Sunil Kumar Sain und der Kameramann Hargurbinder Raju vor Gericht verantworten. Sain, der für den Fernsehsender Khush Dil News arbeitet, war bereits am 26. Juni verhaftet und daraufhin laut eigener Aussage gefoltert worden.

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Jahresbilanz der Pressefreiheit

Das gefährlichste Land Asiens
für Journalisten

In Indien wurden 2015 mindestens fünf Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet. Sie hatten meist über heikle Themen wie organisierte Kriminalität oder Umweltzerstörung berichtet.

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