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Indien

Polizeigewalt gegen Medienschaffende, Übergriffe durch maoistische Guerillas und Repressalien durch kriminelle Gruppen oder korrupte Politiker*innen prägen die Lage der Pressefreiheit in Indien. Die hohe Anzahl ermordeter Medienschaffender zeigt, wie gefährlich ihre Arbeit ist, insbesondere für jene, die in ländlichen Regionen für lokale Medien arbeiten. Vor den Wahlen 2019 hat die Zahl der Angriffe gegen Journalist*innen durch Unterstützer*innen von Premier Narendra Modi zugenommen. Hasskampagnen gegen Medienschaffende bis hin zu Aufruf zum Mord sind in sozialen Netzwerken alltäglich und werden von Trollarmeen aus dem Umfeld der hindunationalistischen Regierung befeuert. Insbesondere Frauen sind von den Kampagnen betroffen. Behördenkritische Journalist*innen werden oft mit Strafverfolgung mundtot gemacht. Die Berichterstattung über Kaschmir, wo das Internet oft gesperrt wird, bleibt sehr schwierig.

Rangliste der Pressefreiheit — Platz 142 von 180
Die indische Nationalflagge (oranger, weißer und grüner Querbalken; in der Mitte ein blaues Kreissymbol) weht vor dem Himmel
Indien14.01.2021

#FreeThemAll: Kishorechandra Wangkhem

In Indien befindet sich der Journalist Kishorechandra Wangkhem seit mittlerweile mehr als drei Monaten in Haft. Wangkhem war ursprünglich festgenommen worden, nachdem er sich auf Facebook vermeintlich abfällig über einen Minister der Regionalregierung geäußert hatte.

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Infografik in Form einer Zielscheibe: 42 Journalist*innen gezielt ermordet, acht bei der Arbeit getötet
Jahresbilanz der Pressefreiheit29.12.2020

Weltweit 50 Medienschaffende getötet

Mindestens 50 Medienschaffende weltweit sind 2020 in direktem Zusammenhang mit ihrer Arbeit getötet worden. Die weitaus meisten von ihnen wurden gezielt ermordet, weil sie zu Themen wie Korruption, organisiertem Verbrechen oder Umweltzerstörung recherchierten. Mehrere wurden getötet, als sie über Demonstrationen berichteten.

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Ein Mann mit weißem Bart und hellem Turban sitzt draußen und liest Zeitung
Indien22.12.2020

#FreeThemAll: Patricia Mukhim

Reporter ohne Grenzen hat die indischen Behörden dazu aufgerufen, ihre Vorwürfe gegen die Journalistin Patricia Mukhim fallenzulassen. Anlass für die Vorwürfe ist ein Facebook-Kommentar, mit dem Mukhim die Politik der Regionalregierung von Meghalaya kritisierte.

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Jahresbilanz der Pressefreiheit

Das gefährlichste Land Asiens
für Journalisten

In Indien wurden 2015 mindestens fünf Journalisten wegen ihrer Arbeit getötet. Sie hatten meist über heikle Themen wie organisierte Kriminalität oder Umweltzerstörung berichtet.

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